Der Heimatverein und die Stadt Ansbach halten das Rokoko-Erbe hoch | FLZ.de

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Veröffentlicht am 17.04.2026 08:00

Der Heimatverein und die Stadt Ansbach halten das Rokoko-Erbe hoch

Bereits im vergangenen Jahr waren Mitglieder des Heimatvereins anlässlich der Rokoko-Festspiele in der Altstadt unterwegs. Die Verantwortlichen sehen in der Präsenz ein niederschwelliges Angebot. (Archivbild: Evi Lemberger)
Bereits im vergangenen Jahr waren Mitglieder des Heimatvereins anlässlich der Rokoko-Festspiele in der Altstadt unterwegs. Die Verantwortlichen sehen in der Präsenz ein niederschwelliges Angebot. (Archivbild: Evi Lemberger)
Bereits im vergangenen Jahr waren Mitglieder des Heimatvereins anlässlich der Rokoko-Festspiele in der Altstadt unterwegs. Die Verantwortlichen sehen in der Präsenz ein niederschwelliges Angebot. (Archivbild: Evi Lemberger)

Ausladende Kleider, pompöse Perücken, schicke Uniformen: Bürgerinnen und Bürger können an drei Samstagen im Mai, Juni und Juli in den Flair des 18. Jahrhunderts eintauchen. Der Heimatverein und die Stadt Ansbach bieten das Marktgeflüster in der Altstadt an. Die Ehrenamtlichen gewähren zudem einen Blick hinter die Kulissen.

Die Erinnerungen dürften bei vielen Ansbacherinnen und Ansbachern noch frisch sein. Im vergangenen Jahr wurde der 75. Geburtstag der Rokoko-Festspiele groß gefeiert. 2026 machen die Festspiele Pause, sie stehen erst im kommenden Jahr wieder auf dem Programm.

Kulturerbe ist lebendige Tradition

Doch so ganz wollen die Verantwortlichen des Heimatvereins und die Stadtverwaltung in diesem Jahr nicht auf den Flair des 18. Jahrhunderts verzichten. Deshalb kommt am 23. Mai, 20. Juni und 18. Juli das Marktgeflüster in der Ansbacher Altstadt zur Aufführung. „Wir werden das Rokoko-Erbe auch in diesem Jahr hochhalten”, betonte Oberbürgermeister Thomas Deffner im Vorfeld.

Das ist seit Kurzem noch ein bisschen wichtiger als in der Vergangenheit. Denn die Rokoko-Festspiele sind in das bayerische Landesverzeichnis für das immaterielle Kulturerbe aufgenommen worden. „Das ist lebendige Tradition, die einer Gemeinschaft ein Gefühl der Identität und der Kontinuität vermittelt”, sagte Deffner. Gerade in Ansbach könne man dies mit Blick auf die Festspiele und den Heimatverein, der das maßgeblich verkörpert, wirklich sagen, legte er dar.

„Der Hofstaat ist vor Ort”

Ansbach habe eigentlich eine mittelalterliche Altstadt, so Deffner weiter. Allerdings sei diese auf Geheiß des Markgrafen barock überformt worden. „Eine spannende Geschichte und ziemlich einmalig im Städtebau”, fand der Oberbürgermeister. Durch das Marktgeflüster werde diese barocke Altstadt zu einer Bühne.

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Und auf dieser Bühne werden an den drei Samstagen, immer zu den Marktzeiten zwischen 10 und 14 Uhr, vor allem viele Akteure des Heimatvereins aber auch Gastgruppen aus anderen Städten zu sehen sein. „Es wird getanzt, getuschelt und es werden Besorgungen eingeholt”, sagte Deffner. „Der Hofstaat ist vor Ort.”

Von der Soldaterie bis zum Picknick

Grundsätzlich sind die Gruppen in der gesamten Altstadt unterwegs. Vor dem Stadthaus wird der Heimatverein seine Hauptstation haben. Dort wird es auch eine historische Tafel geben, die besetzt ist. Auf dem Montgelasplatz wird es einen abgesperrten Bereich geben, in dem Fechtgruppen ihr Können zeigen.

Eindrücke vom Markttreiben in der Innenstadt: Anlässlich des Jubiläums wird sie am Samstag mit unterschiedlichen Aktionen bespielt.  (Foto: Evi Lemberger)
Eindrücke vom Markttreiben in der Innenstadt: Anlässlich des Jubiläums wird sie am Samstag mit unterschiedlichen Aktionen bespielt.  (Foto: Evi Lemberger)

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Am Herrieder Tor wird derweil ein historisches Picknick stattfinden. Zudem sind eine Postkutsche, Jagdhornbläser und die Soldaterie mit einem historischen Anschießen im Einsatz. Ergänzt wird das Programm mit Führungen durch den markgräflichen Bestand der Staatlichen Bibliothek (jeweils um 11 Uhr).

Identifikation mit der Kulturhistorie

Einen zusätzlichen Programmpunkt bietet der Heimatverein an. Am Samstag, 18. April, und am Samstag, 9. Mai, gewähren die Verantwortlichen jeweils von 14 bis 17 Uhr einen Blick hinter die Kulissen. Zu sehen gibt es im Vereinsheim in der Turnitzstraße einiges, verfügt der Verein doch über einen großen Fundus an Kostümen, Uniformen und Perücken.

Neu ist das Marktgeflüster derweil nicht. Ein ähnliches Programm hat es schon zum Jubiläum im vergangenen Jahr gegeben. Die Verantwortlichen sehen darin aber eine Möglichkeit, das Rokoko-Thema niederschwellig unter die Menschen zu bringen, wie Kulturamts-Chefin Nadja Wilhelm erklärte. Sprich: Es sollen damit vor allem diejenigen angesprochen werden, die unter normalen Umständen nicht gezielt zu den Rokoko-Festspielen gehen würden. Wilhelm zufolge ist es auch für die Ansbacherinnen und Ansbacher wichtig, „dass sie sich mit der Kulturhistorie identifizieren”.


Florian Schwab
Florian Schwab
Redakteur
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