Für Angela Röschinger ist ein Traum in Erfüllung gegangen. Die 45-Jährige aus Sachsen bei Ansbach hat bei der ZDF-Show „Die Küchenschlacht” gekocht – und gewonnen.
„Tatsächlich hab ich mich selbst angemeldet, aber aus einer Laune heraus”, verrät die Hobbyköchin. Den Stein ins Rollen gebracht hat Ehemann Holger Röschinger, der ihr vergangenes Jahr zum Geburtstag ein Zuschauerticket für die Aufzeichnung der Kochshow schenkte. Hinterher sagte sie: „Ach, das könnte ich auch.” Als ihr Mann eines Abends nach Hause kam und sie wieder einmal vor dem Fernseher „Die Küchenschlacht” verfolgte, zog er sie auf: „Selber traust du dich nicht.” Das konnte Angela Röschinger nun schlecht auf sich sitzen lassen.
Umgehend füllte sie die kurze Online-Bewerbung aus – und bekam einen noch viel längeren Casting-Bogen zugeschickt. „Das habe ich mir angeschaut und gedacht: ‚Ist das viel Arbeit, das mache ich irgendwann.‘” Doch die Casting-Firma hatte es offenbar eilig. Bereits am nächsten Tag bekam sie einen Anruf: „Du bist dabei!” Bis zur Show waren es nur noch etwa fünf Wochen. „Ich glaube, ich habe Glück gehabt”, vermutet Röschinger. „Irgendwie habe ich ins Profil gepasst.”
Aufgezeichnet wird die fünftägige Show an drei Tagen im Hamburger Quartier Phoenixhof. Vorab müssen die Teilnehmenden ihre Rezepte einreichen, die Zutaten werden gestellt. Daheim kocht Angela Röschinger nie nach Rezept. „Ich bin eigentlich ein Freestyle-Koch.” Beim Auftakt präsentieren die Kandidaten und Kandidatinnen das eigene „Leibgericht”. Die Sachsenerin bereitete Rehmedaillons mit Feigen-Schalotten-Chutney, Kartoffelpäckchen und Walnuss-Crunch zu. Und das in nur 35 Minuten, denn so lautet die Vorgabe. „Ich esse einfach wahnsinnig gerne Wild.”
Hauptberuflich hat Angela Röschinger gar nichts mit Kulinarik zu tun, sie arbeitet in einer Zahnarztpraxis. Kochen ist aber eine ihrer Lieblingsbeschäftigungen in der Freizeit. „Mir macht das einfach unglaublich viel Spaß, schon seit meiner Jugend”, erzählt sie. Damals schaute sie sich viel von den Eltern und der großen Schwester ab. Heute nimmt sie gemeinsam mit Freundinnen an Kochkursen teil oder verwöhnt diese mit ausgefallenen Menüs. Man munkelt, dass sie schon das eine oder andere perfekte Dinner gegeben hat. Am Herd kann sich die Hobbyköchin am besten entspannen: „Wenn ich mich ärgere, fange ich zu kochen an.”
Vor der Kamera den Kochlöffel zu schwingen, ist dann aber doch noch einmal etwas anderes, und der 35-Minuten-Countdown milderte die Aufregung auch nicht gerade. Bei all der Hektik ging einiges schief. „Mir sind zweimal Nüsse verbrannt”, verrät sie. Dieses Schicksal teilte das Chutney. „Ich habe es schnell in einen anderen Topf umgefüllt und gehofft, dass es nicht angebrannt schmeckt.” Auch einen Messbecher brachte sie versehentlich auf der Herdplatte zum Schmelzen. „Das war der erste Tag, da hat eigentlich nichts funktioniert.” Trotzdem kam sie weiter.
Was hat sie in der Küchenschlacht noch auf die Teller gezaubert? Dienstag (Vorspeise): Selleriesuppe mit Lammfleischwürfeln, Sellerie-Stroh und Croûtons. Mittwoch (vegetarisch): Kürbisrisotto mit Spinat, frittierten Kürbissticks und Wildkräutersalat. Donnerstag (Motto „Herbst”): Zander mit Kürbiskruste, Beurre blanc, Kürbispüree und Frisée-Salat mit Kräuterdressing. Am Freitag musste ein Rezept von Moderator und Profi-Koch Nelson Müller möglichst perfekt umgesetzt werden: Lachsfilet mit Limetten-Estragon-Kruste, Brunnenkressesauce, Kartoffel-Schinken-Püree und geschmorten Romana-Salatherzen.
Die Küchenschlacht-Familie von der Produktionsfirma sei „richtig cool drauf” gewesen, findet Angela Röschinger. „Die kümmern sich rührend um einen.” Auch die Koch-Profis in der Jury waren „mega-mega-nett”, genau wie der Moderator, der jede Woche wechselt. „Ich war unglaublich froh, dass ich bei Nelson Müller war, weil ich den einfach toll finde. Der ist total authentisch”, schwärmt sie. „Abschmecken kannst du”, habe er sie gelobt. Auch mit den anderen Kandidatinnen und Kandidaten verstand sie sich bestens, Konkurrenzdruck habe „überhaupt keiner” geherrscht. „Klar, am Schluss, wenn man dann im Finale ist, will man natürlich gewinnen.” Trotzdem gestattete sie der anderen Kandidatin einen Blick auf ihre Sauce. „Man gibt sich gegenseitig Tipps.”
Die Namen der Jurymitglieder, die sie nacheinander bewerteten, lesen sich wie ein Who's who der Spitzengastronomie: Sarah Henke, Maurizio Oster, Christoph Rüffer, Milena Broger und Richard Rauch. Rüffer kürte Angela Röschinger zur Tagessiegerin: „Bei meinem Gericht hat es nichts auszusetzen gegeben, hat er gesagt. Wenn ein Drei-Sterne-Koch sowas sagt, ist man schon sehr stolz.”
Als Final-Juror Richard Rauch den „perfekten Lachs” ihrer Konkurrentin lobte, sah sich Röschinger eigentlich schon auf dem zweiten Platz. „Dass ich gewinne, hätte ich nie gedacht”, freut sie sich. „Ich kann es immer noch nicht so ganz begreifen.” Ihre nächste Herausforderung ist die Championsweek. Dabei treffen die Siegerinnen und Sieger der vergangenen Küchenschlacht-Wochen aufeinander. Wer gewinnt, darf am Ende des Jahres in der Finalwoche antreten. Soweit denkt Angela Röschinger aber noch nicht: „Dabei sein ist alles.” Bei anderen Kochformaten will sie übrigens nicht mitmischen. „Ich bleibe bei meiner Lieblings-Kochshow.”
Von Montag bis Freitag treten sechs Hobbyköche und -köchinnen am Herd gegeneinander an. Zur Seite steht ihnen der prominente Moderator, der selbst aus der Kochszene kommt, und schon mal mit kulinarischen Tricks aushilft.
Die Gerichte müssen in jeweils in 35 Minuten zubereitet werden. Anschließend entscheidet ein Juror oder eine Jurorin vom Fach, wer am besten gekocht hat und weiterkommt.
Täglich scheidet jemand aus, das Finale wird am Freitag unter den beiden Besten ausgetragen.
Mehr Informationen unter:
www.zdf.de/shows/die-kuechenschlacht-106