Traditionelles Küchlebacken in Herrieden: Jugendverein fördert kulturelles Erbe | FLZ.de

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Veröffentlicht am 26.10.2025 11:00

Traditionelles Küchlebacken in Herrieden: Jugendverein fördert kulturelles Erbe

Gelebte Tradition: In Herrieden wurde die hohe Kunst des Backens von „Knieküchle” weitergegeben. (Foto: Antje Seidel)
Gelebte Tradition: In Herrieden wurde die hohe Kunst des Backens von „Knieküchle” weitergegeben. (Foto: Antje Seidel)
Gelebte Tradition: In Herrieden wurde die hohe Kunst des Backens von „Knieküchle” weitergegeben. (Foto: Antje Seidel)

Bekannt ist der Jugendverein Herrieden für das e-Sport-Turnier und diverse Bierpong-Challenges. Bei der jüngsten Veranstaltung stand die Tradition des Küchlebackens in Mittelpunkt.

Der Kurs fand in der Küche der örtlichen Grund- und Mittelschule statt. Den jüngeren Generationen wurde dabei ermöglicht, das Handwerk des Küchlebackens für sich zu entdecken und das kulturelle Erbe weiterleben zu lassen.

Unter fachkundiger Anleitung von Renate Birkel und deren Cousine Sonja Wahler wurden „knusprige katholische Küchle” zubereitet, wodurch laut einer Pressemitteilung „ein tiefer Einblick in die traditionelle Zubereitungsweise” vermittelt wurde. Zudem wurde erklärt, dass es unterschiedliche Bezeichnungen für das beliebte Gebäck gibt und in der hiesigen Region die häufigste Begrifflichkeit „Knieküchle“ ist, was auf der ursprünglichen Art des Ausziehens beruht.

Risse im Teig dürfen nicht sein

Wie Renate Birkel erklärte, wurden die Teiglinge in der Vergangenheit über das Knie gezogen und somit in ihre typische Form gebracht. Heutzutage erleichtern Holzpilze diesen Prozess enorm. Allerdings sei dabei eine hohe Fingerfertigkeit gefragt, da das Innere des Küchles sehr dünn ausgezogen werden muss und dabei keine Risse im Teig entstehen dürfen.

„Nach den ersten Versuchen gelang es schließlich allen, schöne Küchle zu formen und sie umgedreht ins heiße Fett zu legen”, heißt es in der Pressemitteilung weiter. „Überaus erstaunt” zeigten sich die Teilnehmenden des Kurses, als sich der Teig nur Sekunden später aufblähte und Blasen auf der Oberfläche zu erkennen waren. „Ein Moment, der die Freude am Backen noch verstärkte.”

Geduld war bis zum Abkühlen der Küchle gefragt, ehe sie mit reichlich Puderzucker bestäubt erstmals verkostet werden konnten. Nach einheitlicher Meinung der Teilnehmenden war das Endprodukt „nicht nur gelungen”, die Küchle „schmeckten exquisit” und ein Stück traditionelles Handwerk konnte an die nächste Generation weitergegeben werden.


Von fp
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