Das Kleiderstübchen in Markt Erlbach ist ein gutes Beispiel dafür, wie kontinuierlich ohne großes Aufsehen in vielerlei Hinsicht Gutes getan wird. Nun wurden drei Bänke für den Friedhof spendiert, der zum Jahreswechsel in das Eigentum der politischen Gemeinde überging.
Bürgermeisterin Dr. Birgit Kreß freute sich natürlich, dass am Friedhof, auf dem große Aufgaben und große Investitionen auf den Markt warten, so zumindest schon eine kleine Verbesserung umgesetzt werden konnte. Schließlich sei der Friedhof nicht nur Gedenk- und Ruhestätte, sondern auch ein Ort des Innehaltens und erfülle fast schon eine Parkfunktion. Nicht zuletzt diene er, vor allem im Sommer beim Gießen, als wichtiger Treffpunkt. „Da sieht man mehr Leute als beim Einkaufen.”
Sie habe nach wie vor im Hinterkopf, dass das Kleiderstübchen sich sehr darüber freuen würde, wenn es mehr Platz für die Präsentation der abgegebenen, gut erhaltenen Kleidung hätte. Es sei aber nicht so einfach, etwas Geeignetes zu finden. „Wenn wir es bezahlen müssen, können wir es uns nicht leisten”, machten die Frauen deutlich.
Als Anregung gaben die Vertreterinnen des Teams, das schon lange stabil zusammenarbeitet, der Bürgermeisterin außerdem mit, dass bei den Führungen für die Neubürger und -bürgerinnen, die ohnehin am Hallenbad vorbeiführen, auch auf das Rangau-Kleiderstübchen aufmerksam gemacht werden sollte, das sich hinter einem Nebeneingang der Rangauhalle befindet.
Das Kleiderstübchen besteht inzwischen im elften Jahr. Ursprünglich war die Idee, günstige Kleidung für Geflüchtete zur Verfügung zu stellen. Mittlerweile versorgt man alle, die Interesse haben. Wegen der besagten engen Platzverhältnisse freut man sich sogar noch mehr über diejenigen, die Kleidung oder Accessoires mitnehmen, als über diejenigen, die für das große Angebot im Kleiderstübchen sorgen.
Neben der Geldspende, mit der die drei Bänke beschafft wurden, gab es in letzter Zeit deshalb eine große Kleiderspende für die Ukrainehilfe in Neustadt, denn so wird Platz frei für Neues. Obwohl die Kleidungsstücke, Bettwäsche und andere Textilien günstig zu haben sind, kommt dank der ehrenamtlichen Betreuung des Stübchens immer wieder ein hübsches Sümmchen zusammen, das dann meist Initiativen in der Region zu Gute kommt. Dieses Mal wollte man die Aufenthaltsqualität auf dem Friedhof verbessern.
Daneben ist die Weiterverwendung guter gebrauchter Kleidung ein Gewinn für die Umwelt und ermöglicht Leuten, die sparen müssen, trotzdem immer mal wieder etwas Schickes zu erwerben.
Das Rangau-Kleiderstübchen im ehemaligen Kraftraum der Rangauhalle ist dienstags von 16 bis 18 Uhr und freitags von 10 bis 12 Uhr geöffnet. Wegen der Enge bitten die Verantwortlichen darum, dass nur saisonal passende Kleidung abgegeben wird.