Die Lebenshilfe Ansbach startet in ein besonderes Jahr. 1965, also vor 60 Jahren, gründeten Eltern von Kindern mit einer geistigen Behinderung in Ansbach und Umgebung den Verein. In all den Jahrzehnten dehnte sich der Wirkungskreis aus, und die Angebote wurden mehr. Was erwartet die Menschen zum Jubiläum?
Vor 60 Jahren ging es als Orts- und Kreisvereinigung der Lebenshilfe für das geistig behinderte Kind Ansbach e. V. los. „Der Startschuss fiel 1965 mit einem Arbeitsangebot für Menschen mit Behinderung“, teilt die Lebenshilfe mit. Heute dagegen umfasse das Spektrum 27 Einrichtungen und Angebote. Aktiv ist die Organisation in Stadt und Landkreis Ansbach sowie im Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim.
Am 11. April gibt es zum Beginn des Jubiläumsjahrs einen Festakt. Aber auch die Bevölkerung als Ganzes soll einiges entdecken können. Geplant ist vor allem, dass die Lebenshilfe vom 17. bis zum 19. September drei Tage im Brücken-Center vertreten ist, wie die Pressesprecherin des Vereins, Nathalie Lober, erläutert. Grundpfeiler sei hier eine Fotoausstellung.
„Wir rücken Menschen, die der Lebenshilfe verbunden sind, in den Blickpunkt, also Menschen mit Behinderung und ihre Familien“, zum Beispiel Geschwister oder Eltern mit ihrem Kind. Der Verein stehe unter dem Motto „Wege gemeinsam gehen“. Die Lebenshilfe sei nie nur für den Menschen mit Beeinträchtigung da, sondern im Grunde fürs gesamte familiäre Umfeld.
Eine zweite Schau zeigt die Lebenshilfe-Chronik, wie Harald Eisner hinzufügt. Er ist bei den Westmittelfränkischen Lebenshilfe-Werkstätten GmbH zuständig für Marketing und PR. Außerdem stellt die Lebenshilfe unter anderem Angebote vor. Eine Bühne etwa soll das Podium für ein Programm bieten – zum Beispiel mit Gesprächsrunden.
„Wir wollen an all unseren Standorten, Ansbach, Dinkelsbühl, Feuchtwangen und Herrieden, Veranstaltungen durchführen“, kündigt Nathalie Lober überdies an.
Mit der 1973 gegründeten Lebenshilfe-Vereinigung Feuchtwangen-Dinkelsbühl fusionierte die Lebenshilfe Ansbach 2004. In Dinkelsbühl zum Beispiel läuft am 3. Mai ein Poetry Slam mit den Künstlern Michael Jakob und Kai Bosch – aus Anlass des Europäischen Protesttags zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung am 5. Mai.
Das Familienzentrum KiM in Feuchtwangen etwa hat am 24. Mai Tag der offenen Tür. Nathalie Lober kündigt „ein buntes Programm für die ganze Familie“ an.
2024 änderte sich die Organisationsstruktur der Lebenshilfe. „Wir hatten vorher einen ehrenamtlichen Vorstand, der im Grunde alles verantwortet hat, und Vorstandsvorsitzender war Kurt Unger“, stellt Nathalie Lober fest.
Jetzt sei der Vorstand Aufsichtsrat. Die bisherigen Geschäftsführer seien Vorstände und operativ alleinverantwortlich tätig. Michael Breuker ist Vorstandsvorsitzender, Dieter Bögelein Vorstand der Lebenshilfe Ansbach und Geschäftsführer der Werkstätten-GmbH.
„Wir wollen unbedingt auch Mitgliederwerbung machen“, hebt Harald Eisner zum Jubiläumsjahr hervor. Nathalie Lober berichtet von einem Mitgliederschwund durch den demografischen Wandel. „Junge Mitglieder kommen wenige nach“, merkt Harald Eisner an.
Der Bedarf an den Leistungen der Lebenshilfe sei gegeben, aber gemäß einem allgemeinen Trend bänden sich inzwischen weniger Menschen an Vereine, gibt Nathalie Lober zu bedenken. Aber „wir sind trotz allem immer noch eine Elternvereinigung“. Mitglied werden könne aber jeder, der dies möchte.
„Letzten Endes kann beitreten, wer sich für die Förderung von Menschen mit Behinderung interessiert“, hebt die Pressesprecherin hervor. Im Augenblick sind es nach ihren Worten um die 430 Mitglieder.
Neben Menschen mit einer geistigen Behinderung wendet man sich laut ihren Worten auch Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen zu. Wie Harald Eisner hinzufügt, geht der Tendenz mittlerweile außerdem deutlich in die Richtung von Bildung und von Arbeitsmöglichkeiten außerhalb der Werkstätten.