Eine große Leinwand mit vielen bunten Handabdrücken ist am Mittwochvormittag auf dem Dinkelsbühler Weinmarkt entstanden. „DinkelsBUNT” war das Kunstprojekt betitelt, zu dem die Künstlerin Nicole Weidner zusammen mit der Lebenshilfe eingeladen hatte. Anlass war der Europäische Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen.
Vor der Schranne waren Pavillons und Tischgarnituren aufgebaut. Jugendliche aus der fünften und der siebten Jahrgangsstufe der Dinkelsbühler Hans-von-Raumer-Mittelschule bastelten dort mit Bewohnerinnen und Bewohnern der von der Lebenshilfe geführten Häuser Blumentöpfe.
Das gemeinsame Tun und das gegenseitige Helfen standen dabei im Mittelpunkt, wie Sonja Brand, Einrichtungsleitung der beiden Häuser des Gemeinschaftlichen Wohnens in Herrieden und Dinkelsbühl, und Kunstlehrerin Andrea Haßel erläuterten. Brand freute sich, dass sich die Verantwortlichen der Mittelschule spontan bereit erklärt hatten, mitzumachen. Schließlich betreffe das Thema Inklusion auch junge Menschen.
Gleichzeitig waren Passantinnen und Passanten aufgerufen, an dem niederschwelligen Kunstprojekt mitzuwirken und ihren Handabdruck auf dem weißen Untergrund zu hinterlassen. Auf einem Tisch lagen Handschuhe bereit, um die Haut vor der Farbe zu schützen. Im oberen Bereich der Bildfläche stand „DinkelsBUNT”.
Die Resonanz sei gut gewesen, berichtete Weidner. Für die Aktion hätten sich auch einige Touristen interessiert, die das Thema umgehend hätten einordnen können, weil sie aus den Medien über den Europäischen Protesttag, der jedes Jahr am 5. Mai begangen wird, gut informiert waren. Unterstützt wird der Protesttag von der Aktion Mensch, die ihren Beitrag unter das Motto „Menschenrechte sind nicht verhandelbar” stellt.
Weidner erläuterte die Idee zum Kunstwerk, moderne Street-Art mit dem kulturellen Erbe Dinkelsbühls zu verbinden. Sie bezog sich auf ein Zitat des Dichters Christoph von Schmid: „Gutes tun ist eine Freude, die nicht reut.” Ergänzend dazu zitierte die Künstlerin Johann Wolfgang von Goethe: „Das Beste bleibt, wir geben uns die Hände.” Das Kunstwerk soll, wie Sonja Brand mitteilte, im Lebenshilfe-Haus am Stauferwall in Dinkelsbühl aufgehängt werden. Als Leihgabe wird es aber auch in der Dinkelsbühler Mittelschule zu sehen sein.
Mit vor Ort waren gestern Jessica Konwalinka, Projektkoordinatorin für Teilhabe, Freizeit und Bildung für den Raum Dinkelsbühl, und Stefan Birke, Leiter der TENE in Dinkelsbühl. Er spielte auf der Drehorgel und erweckte damit schon von Weitem das Interesse der Menschen. Diese konnten am Stand mit ihrer Unterschrift die Petition der Lebenshilfe, „Teilhabe ist ein Menschenrecht”, unterstützen.