Ein umfangreiches Nachmittagsprogramm war beim 75. Bayerischen Kirchentag am Hesselberg geboten. Die Besucherinnen und Besucher konnten sich etwa über den Erhalt von kirchlichen Gebäuden informieren oder sich Einblicke in die Planungen für die „Denkmallandschaft Hesselberg“ verschaffen.
Nach einem außergewöhnlich gut besuchten Festgottesdienst am Vormittag mit Predigt der scheidenden Regionalbischöfin Gisela Bornowski startete ab 13 Uhr das Programm an unterschiedlichen Orten rund um das Gelände des Kirchentags und Evangelischen Bildungszentrums (EBZ). Es gab Workshops, Ausstellungen, Vorträge, Diskussionsrunden und 70 Stände.
Landesbischof Christian Kopp stand für Gespräche zur Verfügung. Er bezeichnete das Jahr 1951 mit der Gründung der Landvolkshochschule Hesselberg als „hoffnungsvolles Jahr” und wünschte sich, dass der christliche Glauben in den Familien stärker ins Bewusstsein kommen möge. Religiöse Sozialisation beginnt in den Familien, ist Kopp überzeugt. Zudem erinnerte sich der Landesbischof an viele positive Erlebnisse in der Jugendarbeit, die bis heute nachwirken. Bildung sollte seiner Ansicht nach individueller auf die jeweiligen Interessen abgestimmt werden.
Die Historikerin Dr. Andrea Erkenbrecher erläuterte den interessierten Zuhörerinnen und Zuhörern die Konzeption der „Denkmallandschaft Hesselberg”, bei der die NS-Geschichte des Hesselbergs aufgearbeitet wird. Das Konzept steht, die Finanzierung auch, und die Räumlichkeiten sollen bis Ende nächsten Jahres fertiggestellt sein, so Erkenbrecher. Im Bereich des Torbogens am Innenhof werden Schautafeln aufgebaut und dazu in drei Innenräumen die Ausstellung der Denkmallandschaft.
Die Historikerin hatte für den 75. Kirchentag eine eigene Ausstellung mit Objekten und Zeitzeugnissen wie Filmen, Fotografien oder Dokumenten der Kirchentage im Obergeschoss bei der Kapelle des EBZ konzipiert und stand hier für Fragen zur Verfügung. Erstaunlich viele Menschen erinnerten sich beim Kirchentag an jenes Zeitkapitel, erzählte Erkenbrecher.
Barbara Becker, Landtagsabgeordnete und Vorsitzende des Evangelischen Arbeitskreises, führte eine Diskussionsrunde im Großen Saal des EBZ über die vielfältigen Chancen und Möglichkeiten der Erwachsenenbildung in der Evangelischen Kirche. Oberkirchenrat Florian Baier beleuchtete die Situation kirchlicher Gebäude und deren Chance zur Nutzung, zum Erhalt oder zur Weiterverwendung. Eine Konzentration auf zukunftsfähige Gebäude sei wichtig und Menschen, Ideen und Nutzung zusammenzubringen.
Workshops zu Spiritualität, Musik oder Hilfsorganisationen und weitere Diskussionsrunden komplettierten den Nachmittag. Ein kluger Ansatz waren die unterschiedlichen Orte der Veranstaltungen, hieß es von einigen Besuchern, denn bei hohen Temperaturen konnte man sich zurückziehen. Vor dem abschließenden Segen des Landesbischofs auf der Kirchentagswiese bedankte sich Kirchentagsleiter und Pfarrer Joachim Nötzig bei Diakon Matthias Hellmuth, der neun Kirchentage organisiert hatte und zum Ende des Jahres in den Ruhestand geht.
Den Frieden und die Hoffnung des Kirchentags am Hesselberg mitnehmen, miteinander ins Gespräch kommen und einander zuhören: Das wünschte Landesbischof Christian Kopp mit seinem Segen den Kirchentagsbesucherinnen und ‑besuchern. Er freue sich schon auf den nächsten Kirchentag am Pfingstmontag, 17. Mai 2027.