Wegen Widerstands gegen die Nazis erhängt: Gedenken an Robert Limpert | FLZ.de

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Veröffentlicht am 21.04.2025 13:53

Wegen Widerstands gegen die Nazis erhängt: Gedenken an Robert Limpert

Hannes Hüttinger (links) hat mit Axel Ludwig Setzer einen Kranz für Robert Limpert vor dem Ansbacher Rathaus niedergelegt. (Foto: Alexander Biernoth)
Hannes Hüttinger (links) hat mit Axel Ludwig Setzer einen Kranz für Robert Limpert vor dem Ansbacher Rathaus niedergelegt. (Foto: Alexander Biernoth)
Hannes Hüttinger (links) hat mit Axel Ludwig Setzer einen Kranz für Robert Limpert vor dem Ansbacher Rathaus niedergelegt. (Foto: Alexander Biernoth)

Am Karfreitag, dem 80. Todestag von Robert Limpert, haben Stadtratsmitglied Hannes Hüttinger sowie Mitglieder und Unterstützer der Bürgerinitiative Ansbacher Parteiloser (BAP) einen Kranz am Mahnmal vor dem Rathaus niedergelegt.

Der 19-jährige Robert Limpert war wenige Stunden vor dem Einmarsch der amerikanischen Soldaten am 18. April 1945 von dem Ansbacher Kampfkommandanten Dr. Ernst Meyer eigenhändig am Ansbacher Rathaus aufgehängt worden. Vorausgegangen war ein Standgerichtsverfahren, in dem Robert Limpert zum Tode verurteilt wurde, weil er Telefondrähte auf dem Schlossplatz durchtrennt hatte. Schon vor 50 Jahren hatte Hannes Hüttinger, der damals noch bei den Jusos aktiv war, zusammen mit dem erst kürzlich verstorbenen Horst Merck einen Kranz für Robert Limpert am Rathaus niedergelegt.

Damals war das Gedenken an Limpert in der Stadtgesellschaft noch umstritten, weil einige ihn für einen Saboteur hielten, durch dessen Tat deutsche Soldaten von Rückzugsbefehlen keine Kenntnis erlangten und getötet wurden.

Der Willkür der Nationalsozialisten ausgeliefert

„Nicht nur Andersdenkende wie Wolfgang Hammer, Hans Stützer, Herbert Frank und eben Robert Limpert, der seinen Mut mit dem Leben bezahlen musste, sondern viele Bürger in Ansbach waren der Willkür der Nationalsozialisten ausgeliefert“, so Hüttinger. Der Terror habe bereits 1933 mit der Gleichschaltung aller Institutionen und dem Verbot von Parteien und Gewerkschaften begonnen. Politisch aufrechte Demokraten wurden gezwungen, ihre Ämter aufzugeben, so auch die letzten vier verbliebenen SPD-Stadträte. Georg Liebel, Emil Pörschmann, Ernst Körner und Ludwig Setzer wurden 1933 in „Schutzhaft“ genommen und am 1. Juli 1933 ins neu errichtete Konzentrationslager Dachau verbracht.

Auf dem Martin-Luther-Platz in Ansbach ist dem Widerstandskämpfer eine Stele gewidmet. (Foto: Jim Albright)
Auf dem Martin-Luther-Platz in Ansbach ist dem Widerstandskämpfer eine Stele gewidmet. (Foto: Jim Albright)

Der Robert-Limpert-Preis steht für Zivilcourage

Die Auszeichnung wird nach zehn Jahren erstmals wieder in Ansbach verliehen. Bewerbungen sind ab sofort bis zum 18. April möglich.
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Ludwig Setzer, berichtete Hüttinger, sei noch bis zum 1. Mai 1934 in Dachau inhaftiert gewesen. Grund dafür war, dass sich Setzer weigerte, eine Erklärung abzugeben, sich in Zukunft nicht mehr politisch zu betätigen. Setzer kandidierte mit Erfolg für den Ansbacher Stadtrat bei der ersten freien Wahl nach Kriegsende. Er starb am 26. Oktober 1946.

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Urgroßvater als SPD-Stadtrat inhaftiert

In Erinnerung an seinen Urgroßvater hat der 32-jährige Axel Ludwig Setzer, der in Weidenbach lebt, zusammen mit Hüttinger den Kranz an der Widerstandsstele am Rathaus niedergelegt. „Wir erinnern heute an alle“, so Hüttinger, „die unter dem Nazi-Regime gelitten haben.“ Das sei ein Zeichen gegen Hass und Hetze und ein Aufruf, die Demokratie zu verteidigen. „Es muss alles mit friedlichen Mitteln getan werden, damit Neonazis und Rechtsradikale nie wieder Deutschland ins Verderben stürzen“, so Hüttinger.

Auch die Stadt Ansbach hatte an der Widerstandsstele ein Blumenbukett anbringen lassen. Weil der 80. Todestag Limperts auf den Karfreitag gefallen ist, wird seiner heuer am 15. Juli besonders gedacht. Aus Anlass des 100. Geburtstages von Robert Limpert wird der Bamberger Erzbischof Herwig Gössl nach Ansbach kommen. Der Oberhirte wird das Grab Limperts auf dem Stadtfriedhof besuchen.


Von Alexander Biernoth
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