Wann geht es mit den Bauarbeiten beim Brauereiprojekt in Merkendorf los? | FLZ.de

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Veröffentlicht am 07.10.2025 16:03

Wann geht es mit den Bauarbeiten beim Brauereiprojekt in Merkendorf los?

Der Umbau der alten Brauerei Hellein in der Merkendorfer Altstadt ist seit Jahren ein Thema. Nach dem Grundsatzbeschluss im Februar schreiten nun die Planungen weiter voran und im kommenden Jahr soll der Bau beginnen. (Foto: Robert Maurer)
Der Umbau der alten Brauerei Hellein in der Merkendorfer Altstadt ist seit Jahren ein Thema. Nach dem Grundsatzbeschluss im Februar schreiten nun die Planungen weiter voran und im kommenden Jahr soll der Bau beginnen. (Foto: Robert Maurer)
Der Umbau der alten Brauerei Hellein in der Merkendorfer Altstadt ist seit Jahren ein Thema. Nach dem Grundsatzbeschluss im Februar schreiten nun die Planungen weiter voran und im kommenden Jahr soll der Bau beginnen. (Foto: Robert Maurer)

Hinter den Kulissen geht es beim Brauereiprojekt in Merkendorf voran. Bürgermeister Stefan Bach (Bürgerforum) geht davon aus, dass im kommenden Jahr der Rückbau stattfinden kann.

Bach zufolge ist das Ziel, möglichst bald den Bauantrag beim Landratsamt stellen zu können. „Das Architekturbüro ist derzeit dabei, die Änderungswünsche einzuplanen”, erklärte Bach im Gespräch mit der FLZ. Konkret geht es aktuell um die technische Gebäudeausrüstung, wie Architekten alles rund um Heizung, Lüftung, Klimatechnik und Elektroinstallation nennen.

Die Überarbeitung des Plans durch das Büro Hochreiter und Lechner in Gunzenhausen hat nach Ansicht des Bürgermeisters schon mehrere Vorteile mit sich gebracht. „Der Zuschnitt ist in manchen Bereichen nun einfach noch etwas logischer.” Auch sei es gelungen, die Gastzimmer einheitlicher zu gestalten, was den Bau beschleunige und die Ausstattung vereinfache.

Ein Kostenvolumen von gut 14 Millionen Euro

Parallel läuft aktuell die Konzeption der Küche. Die Stadt Merkendorf hat sich mit dem erfahrenen Spitzenkoch Christian Brieske einen Experten als Berater ins Boot geholt, damit es am Ende keine unliebsamen Überraschungen gibt.

Das Brauereiprojekt ist die größte Investition der Stadt seit Jahren. Die Gesamtkosten liegen nach den jüngsten Schätzungen bei 14,2 Millionen Euro. Etwa fünf Millionen Euro davon muss die Stadt aus eigenen Mitteln bestreiten. Für den Rest fließen Zuschüsse oder Steuerrückerstattungen. Die Bauzeit ist grob mit zweieinhalb Jahren veranschlagt.

Geplant ist ein Restaurant mit einem Nebenzimmer, einem Veranstaltungssaal sowie einer Terrasse im Erdgeschoss. Die Küche ist groß. 92 Quadratmeter. Aus Brieskes Sicht ist das von Vorteil, weil so der Parallelbetrieb von Restaurant und Veranstaltungen möglich sein wird.

Das Umfeld bietet viele Chancen

Die 16 Doppelzimmer für Übernachtungsgäste sollen für die Grundlast im Restaurant sorgen. Vielleicht werden es auch noch ein paar mehr, denn im Dachgeschoss gibt es noch eine Fläche, die noch nicht belegt ist. Das Fränkische Seenland als beliebte Urlaubsregion einerseits und die nahe Hochschule in Triesdorf andrerseits sollten nach Ansicht von Gastronom Brieske dafür sorgen, dass die Zimmer ganzjährig gut genutzt werden. Das nahe gelegene Steingruberhaus als Tagungsort oder auch das Bürgerzentrum eröffnet weitere Möglichkeiten.

Doch neben der gastronomischen Nutzung mit ihrer erhofften Belebung der Altstadt gibt es noch einen weiteren Punkt, den das Vorhaben ebenfalls erledigen soll. Es sollen zusätzliche Räume für die Stadtverwaltung geschaffen und das Rathaus endlich barrierefrei erschlossen werden. Hierfür ist zwischen dem Rathaus und dem Brauereigebäude ein Verbindungstrakt mit Treppenhaus und Aufzug vorgesehen. Das löst so ganz nebenbei das Brandschutzproblem mit fehlenden Fluchtwegen mit. Doch vor allem ist dann Platz für zusätzliche Büros in der Verwaltung und für einen Besprechungsraum.

Kostenexplosion in wenigen Jahren

Nach langen Diskussionen in den vergangenen Jahren hat der Stadtrat in einer Sondersitzung im Februar das Vorhaben beschlossen https://www.flz.de/die-stadt-merkendorf-investiert-in-ein-brauereiprojekt/cnt-id-ps-2ea6bf53-90a3-4b89-a79c-861948ef8a96 – und dabei die ursprünglich einmal geplante Schau-Brauerei aus Kostengründen gestrichen. Seit dem Sommer trifft sich ein kleiner Arbeitskreis regelmäßig mit den Architekten, damit das gesamte Projekt nicht ins Stocken gerät.

2018 wurden die ersten Ideen für die Umgestaltung der einstigen Brauerei Hellein mitten in der Altstadt präsentiert. Damals schätzte man die Kosten auf rund acht Millionen Euro. Vier Jahre später war es doppelt so teuer.

Nach dem Grundsatzbeschluss im Februar soll das Brauereiprojekt in Merkendorf nun mit höchster Priorität vorangetrieben werden. (Foto: Robert Maurer)
Nach dem Grundsatzbeschluss im Februar soll das Brauereiprojekt in Merkendorf nun mit höchster Priorität vorangetrieben werden. (Foto: Robert Maurer)

Merkendorf will beim Brauereiprojekt auf die Tube drücken

Neue Strukturen sollen dabei helfen. Der Stadtrat beschloss „kleine schlanke Arbeitsgruppe”.

Die Brauerei wurde im Jahre 1717 gegründet. Bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts war sie in Familienbesitz. Nach mehreren Schicksalsschlägen in der Familie erfolgte 1965 der Verkauf an die Hauff-Brauerei aus Lichtenau. Zwei Jahre später wurde der Betrieb eingestellt.

Zeitweise wurden in dem Gebäude Elektrorollstühle zusammengebaut. Doch viele Jahre stand der Komplex leer. Im Juli 2017 konnte die Stadt Merkendorf das Anwesen dank einer Spende von Dr. Wilhelm Hellein, einem Nachfahren der Brauerfamilie, kaufen. Das Grundstück neben dem Rathaus ist etwas über 1000 Quadratmeter groß und fast komplett von dem Bau bedeckt.

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