Wanderwegkonzept im Steigerwald: Warum die Umsetzung jetzt stockt | FLZ.de

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Veröffentlicht am 21.08.2025 18:30

Wanderwegkonzept im Steigerwald: Warum die Umsetzung jetzt stockt

Die Bezeichnung der Wanderwege bleibt unverändert: Sie bestehen aus dem oder den Anfangsbuchstaben der Gemeinde, von der sie ausgehen und einer Nummer. (Foto: Ulli Ganter)
Die Bezeichnung der Wanderwege bleibt unverändert: Sie bestehen aus dem oder den Anfangsbuchstaben der Gemeinde, von der sie ausgehen und einer Nummer. (Foto: Ulli Ganter)
Die Bezeichnung der Wanderwege bleibt unverändert: Sie bestehen aus dem oder den Anfangsbuchstaben der Gemeinde, von der sie ausgehen und einer Nummer. (Foto: Ulli Ganter)

Ins neue Wanderwegkonzept für den Steigerwald ist bereits einiges an Planerei und Arbeit geflossen. Die ersten Markierungen wurden angebracht, die digitale Karte ist weitgehend fertig. Doch jetzt stockt das ganze Projekt. Der Grund: Das Geld fehlt.

Über Kreis- und Bezirksgrenzen hinweg sollten in 70 Gemeinden und sechs Landkreisen rund 3000 Kilometer Wanderwege einheitlich ausgeschildert werden. Seit Anfang 2021 war dazu das Team des Naturparks Steigerwald mit Vertretern der Gemeinden, Wegwartinnen oder Wandervereinen unterwegs. Ein Konzept wurde erstellt, innerhalb dessen Wege verlegt oder ganz aufgegeben wurden. Die letzten Tierwanderzeichen wurden in diesem Zuge entfernt.

Das Wegenetz ist digital zu finden

Nächster Schritt: Die Markierungszeichen, die zum Beispiel an Bäumen oder an bestehenden Masten angebracht werden, erhielten die Gemeinden im vergangenen Jahr. Die Namen wurden beibehalten: B1 ist beispielsweise unter anderem ein Wanderweg in Baudenbach, W2 einer in Weigenheim. Nach dem Kenntnisstand des Kreistourismus' müssten die Bauhöfe und Beschäftigten der Gemeinden diese inzwischen weitgehend angebracht haben.

Das aktuelle Wegenetz ist auf der Seite des Naturparks unter „Tourenportal – Naturpark Steigerwald e.V.” zu finden. Digital kann man also die meisten neu ausgemarkten Touren schon herunterladen. Zu finden sind dort neben einer Karte auch Angaben über das Höhenprofil, eine Wegbeschreibung, Hinweise auf Einkehrmöglichkeiten und so weiter. Nur hin und wieder fehlt noch die eine oder andere Information. Die Gemeinden können diese digitalen Karten auch in ihre eigenen Webseiten einbinden.

Unterschiedlicher Stand bei der Umsetzung in den Landkreisen

Der nächste Schritt wäre der Aufbau neuer Wanderinformationstafeln mit dem aktualisierten Wegenetz und der Aufbau zentraler Wegweiser, zum Beispiel an Wegkreuzungen, gewesen. Hier stockt es aber jetzt. Denn seit diesem Jahr fördert das bayerische Umweltministerium wegen der Haushaltslage nur noch reduziert, zeitverzögert oder gar nicht. Das ganze Konzept wird über die Landschaftspflege- und Naturparkrichtlinie (LNPR) des bayerischen Umweltministeriums finanziert.

Wie Sandra Baritsch, Geschäftsführerin des Naturparks Steigerwald, auf Anfrage erläutert, ist der Umsetzungsstand in den beteiligten Landkreisen höchst unterschiedlich. Vor allem der Landkreis Haßberge und auch Schweinfurt waren beim gesamten Projekt Vorreiter und sind jetzt schon mit der kompletten Umsetzung fertig.

Suche nach neuen Geldquellen

Im Juni gab es für andere Landkreise zumindest teilweise für die Wanderinformationstafeln noch Bewilligungen – „aber nicht für den Landkreis NEA”, heißt es in einem Schreiben an die Beteiligten. Jetzt bemühe sich der Naturpark um eine Förderung über das Leader-Programm. Auch für die Wegweiser sucht man nach anderen Geldquellen. „Wir bitten hierfür um Ihr Verständnis und bemühen uns nach Kräften, die Finanzierungslage baldmöglichst zu klären, damit die neue Wanderbeschilderung fertiggestellt werden kann”, schreibt Baritsch in dem Brief.

Sie geht allerdings davon aus, dass die Wegführung für die Leute, die dort unterwegs sind, auch ohne die Wegweiser, allein aufgrund der neuen Markierungen, klar ist. Auf den alten Wandertafeln habe man mit Aufklebern einen QR-Code zum neuen Tourenportal angebracht.

Neuer Fernwanderweg ist in Planung

Warum während eines laufenden Projekts, das im Vertrauen auf die Mittel aus dem Umweltministerium gestartet wurde, diese auf einmal ausbleiben, begründet die Naturpark-Geschäftsführerin folgendermaßen: Beantragt wurde demnach die Förderung für jeden Schritt einzeln – also zunächst nur für die Planung, dann für die Markierungszeichen.

Eine positive Nachricht gab es aber auch: Im neuen Wanderkonzept ist ein weiterer Fernwanderweg im östlichen Teil des Steigerwalds von Bad Windsheim nach Bamberg geplant. Auch dieses Projekt unterlag zunächst dem Bewilligungsstopp. Zwar liegt der Bescheid noch nicht vor, doch nach mündlicher Zusage der höheren Naturschutzbehörde ist zumindest hier in Kürze mit grünem Licht für LPNR-Mitteln zu rechnen, vermeldet Baritsch.

Das digitale Tourenportal ist zu erreichen unter: https://www.steigerwald-naturpark.de/wandern/tourenportal/


Ulli Ganter
Ulli Ganter
Redakteurin
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