Buntspecht, Hase, Storch, Marienkäfer und Eichhörnchen heißen die neuen Wanderwege in der Gemeinde Neuhof. Sie gesellen sich zu den bereits existierenden Strecken namens Frosch, Fuchs und Waldohreule. Auch einen Wasserlehrpfad entlang der Zenn gibt es bereits. Wanderfreude können nun auf gut ausgeschilderten, neuen Pfaden unterwegs sein.
Um die fachgerechte Anbringung der kleinen gelben Tier-Schilder kümmerte sich das engagierte Team der Neuhöfer Wegewarte. Während einige Kommunen Probleme haben, Interessierte für diese Aufgabe zu finden, sind in Neuhof mit Sieglinde Scheiderer, Andrea Schneider, Marlene Mehn, Waltraud und Heinz Thürauf , Christine Jauernig und Alwin Kroner sowie Angelika Bauch gleich acht Personen aktiv. Zu ihren Aufgaben zählen unter anderem die Pflege und Kontrolle der Wege, um den Erhalt der Wanderinfrastruktur sicherzustellen. Umso mehr ärgert es sie, dass es bereits Fälle von Vandalismus gab. Neue Hinweisschilder wurden mutwillig zerstört oder gestohlen.
„Das ist ein Unding”, stellt die Gruppe empört fest und bittet eindringlich darum, Beschädigungen und fehlende Schilder bei der Gemeinde zu melden. Stillschweigend hinnehmen will man das Ganze nicht.
Alleine oder als Zweier-Team betreuen die Aktiven als Paten einzelne Wege. Diese sind unterschiedlich lang. Die kürzeste Strecke, der Hasenweg, umfasst 3,9 Kilometer, der längste Weg (Buntspecht) 12,3 Kilometer. Die anderen sind um die fünf, sechs und die meisten gut acht Kilometer lang.
„Da ist für jeden etwas dabei”, sagen die Wanderwarte. Auch wenn das erste Stück etwas steil ist, ist der Storchenweg halbwegs barrierefrei und für Familien mit Kinderwagen oder Rollstuhl gut nutzbar. Die steile Passage lässt sich umgehen.
Von Anfang an arbeiteten die Wegewarte, von denen sich viele zuvor schon im Öko-Sozialtreff engagierten und bei gemeinsamen Spaziergängen Müll aufsammelten und sandgefüllte Gläser für Zigarettenkippen aufstellten, mit den Naturparkrangern vom Naturpark Frankenhöhe zusammen. Sie absolvierten Schulungen, wie die Wege richtig zu beschildern und zu markieren sind – nach den Kriterien des Deutschen Wanderverbandes.
„Von den Rangern haben wir schon einiges gelernt”, betont Heinz Thürauf und nennt etwa Tipps für den richtigen Heckenschnitt. Bei Übungen im Gelände wurde zusammen mit den Fachleuten auch die bereits vorhandene Beschilderung kritisch beleuchtet. „Unser Ziel war es, dass in jedem Ortsteil ein Weg verläuft”, erklärte Angelika Bauch. So ganz gelang dies noch nicht. Ober- und Unterfeldbrecht etwa sind bisher nicht eingebunden. Aber was noch nicht ist, kann ja noch werden.
Für Auswärtige gut mit dem ÖPNV ansteuerbar ist der Buntspechtweg. Er beginnt in Adelsdorf am Bahnhof. Über die Streckenverläufe der Wege informieren zwei Wandertafeln, von denen je eine am Eisweiher und auf dem Edeka-Parkplatz steht. Nicht nur die Neuhöfer Wege sind dort nebst den dazugehörigen Wanderschild-Symbolen zu sehen, sondern auch die der Nachbargemeinde Trautskirchen sowie überregionale Strecken. Mittels QR-Codes gibt es Hinweise zu Einkehrmöglichkeiten in den beiden Orten der Verwaltungsgemeinschaft.
Hinzukommen soll noch ein QR-Code, der auf ein Online-Portal mit verschiedenen Wanderwegen verweist. Wenn er fertig ist, brauche man dort nur Neuhof/Zenn eingeben und bekomme dann die dortigen Wege gezeigt. „Das Ganze befindet sich jedoch noch im Aufbau und ist noch nicht vollständig”, betonte das Wegewarte-Team beim Treffen mit unserer Redaktion. „Wir füttern die Seiten noch mit Bildern.”
Eingepflegt werden muss zudem der Marienkäferweg. Aber bereits jetzt dürfte man nicht vom richtigen Wanderweg abkommen. Das gilt auch für das Stück, wo sich der Neuhöfer und der Markt Erlbacher Storchenweg in Altziegenrück kreuzen. Dort wurde auf den Täfelchen vermerkt, welche der Trassen man gerade begeht.
Damit die Markierungen gut sichtbar sind, müssen sie von Zeit zu Zeit vom Blattwerk befreit werden. „Hier arbeiten wir gut mit dem Neuhöfer Bauhof zusammen”, erklärt Bauch. Während die Wegewarte Kleinigkeiten selbst entfernen, übernimmt der Bauhof etwa größere Ausschnitte und Mäharbeiten. Zu betonieren und pflastern gilt es derzeit auch Flächen, auf denen Sitzgarnituren festgeschraubt werden sollen. Diese und die Bänke, die es im Rahmen von Fördermaßnahmen des Naturparks Frankenhöhe gab, werden entlang der Wanderwege platziert. Ziel ist es, dass die Tische und Bänke im Frühjahr alle stehen.
Sieglinde Scheiderer, Andrea Schneider, Marlene Mehn, Waltraud und Heinz Thürauf , Christine Jauernig und Alwin Kroner sowie Angelika Bauch werden ihre Wege im Blick behalten. Am 25. April soll die Einweihung gemeinsam mit den Reservisten im Rahmen eines Familienwandertages gefeiert werden. Dazu sind schon jetzt alle Wanderfreunde eingeladen. Man plant, jeweils einen Weg für Familien mit jüngeren Kindern und einen längeren für Erwachsene anzubieten. Unterwegs soll es einige Stationen geben, die für Kurzweil sorgen. Diese kann man jedoch auch jetzt schon in Wald und Flur genießen – ganz ohne Programm.