Uehlfelder Eisstock-Schützin erhält höchste deutsche Sport-Ehre | FLZ.de

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Veröffentlicht am 04.04.2024 11:11

Uehlfelder Eisstock-Schützin erhält höchste deutsche Sport-Ehre

Die Weltmeisterinnen von 2020 (von links): Antonia Kachelmann, Annalena Leitner, Birgit Wagner und Sabrina Miels. Die WM fand im niederbayerischen Regen statt. (Foto: Deutscher Eisstock-Verband)
Die Weltmeisterinnen von 2020 (von links): Antonia Kachelmann, Annalena Leitner, Birgit Wagner und Sabrina Miels. Die WM fand im niederbayerischen Regen statt. (Foto: Deutscher Eisstock-Verband)
Die Weltmeisterinnen von 2020 (von links): Antonia Kachelmann, Annalena Leitner, Birgit Wagner und Sabrina Miels. Die WM fand im niederbayerischen Regen statt. (Foto: Deutscher Eisstock-Verband)

Wenn Antonia Kachelmann auf ihre jüngste Auszeichnung blickt, wird sie ganz andächtig. „Der Preis bedeutet mir viel“, sagt die Team-Weltmeisterin im Eisstock-Weitschießen von 2020 aus Uehlfeld. Vor Kurzem hat sie in Berlin das „Silberne Lorbeerblatt“ erhalten. Unterzeichnet wurde es von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.

Das Silberne Lorbeerblatt ist die höchste verliehene sportliche Auszeichnung in der Bundesrepublik Deutschland. „Zuerst dachte ich, der Deutsche Eisstock-Verband hat sich verschrieben“, glaubte die Sportlerin, als sie den Brief erhielt. Doch am 7. März war sie unter den etwa 170 Geehrten aus dem gesamten Bundesgebiet, darunter fanden sich auch Leichtathleten, Schwimmer, Radsportler, Segler, Ruderer und viele mehr. „Ich wusste gar nicht, dass es auch eine WM im Minigolf gibt.“

Unter den Geehrten waren auch Berühmtheiten wie Markus Eisenbichler, 2019 Weltmeister im Skisprung Einzel, und Eric Frenzel, im gleichen Jahr Weltmeister in der Nordischen Kombination.

Zu viert 230,07 Meter geschossen

In Berlin traf sie auch ihre aus Ober- und Niederbayern stammenden Teamkolleginnen Annalena Leitner, Sabrina Miels und Birgit Wagner wieder, mit denen sie 2020 im niederbayerischen Regen den WM-Titel geholt hatte. Zusammen schoss das Team 230,07 Meter. Kachelmanns Schuss maß 75,78 Meter. Gemeinsam schlug man sogar den größten Konkurrenten Österreich. Pandemiebedingt traten „nur noch“ Kanada, die Schweiz, Italien, Australien und Namibia an. „Es war die erste Weltmeisterschaft der Damen im Eisstock-Weitschießen“, erklärt Kachelmann. Neben dem Weitschießen gibt es auch das Zielschießen.

Die Urkunde und die kleine Anstecknadel – das Silberne Lorbeerblatt – runden für die 27-Jährige wohl ihre bisherige Karriere ab, die vor etwa 15 Jahren beim Eisstockclub (ESC) Uehlfeld im Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim begonnen hatte. Damals war sie mit ihrem Cousin und einem Kumpel nur widerwillig mit zum Training gekommen, erinnert sie sich noch gut.

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„Probier es doch einmal aus“, sei ihr gesagt worden. Schließlich verliebte sie sich in diesen Sport – auf das bisher betriebene Tischtennis verzichtete sie fortan.

Auch ein Unfall bremste Kachelmann nicht aus

Mannschaftsschießen, Jugendcamps, Talentsichtungen, Ranglistenturniere: Kachelmanns Karriere nahm ihren Lauf. Daran konnte auch ein Unfall mit aufgeschlagenen Knien nichts ändern. Souverän heimste sie Erfolge auf Bezirks-, Bayern- und Bundesebene ein. Als Krönung folgte der Weltmeistertitel. Zier-Eisstöcke verschiedenster Größen und Ausführungen, die mit Titeln und Teilnahmen einhergingen und nun liebevoll dekoriert in ihrem Glasschrank zu Hause in Uehlfeld stehen, zeugen von ihren Leistungen.

Seit einem Jahr ist Antonia Kachelmann nicht mehr im deutschen Kader. Sie bleibt ihrem Sport aber im Amateursport treu verbunden, nachdem sie bei den Qualifikationsturnieren sich selbst in ihrer Leistung nicht mehr genügte. „Jüngere Bewerberinnen kommen nach“, sagt sie und zieht die Schultern hoch. Im Mai 2023 habe sie festgestellt „Ich kann nicht mehr mithalten“ und ist dann nicht mehr so oft zu den Ranglistenturnieren gefahren – diese Turniere liegen in der Regel auch verhältnismäßig weiter entfernt, oft im Süden des Freistaats.

Aber das habe auch einen kleinen Vorteil: Im Eisstockverband ist der Ort Uehlfeld nun bekannt. Immer wieder sei bei diesen Turnieren erwähnt worden, dass Antonia Kachelmann eine verhältnismäßig weite Anreise hatte. Auch privat stellte sich ein großes Glück ein: Ende 2022 feierte die gelernte Wirtschaftsfachwirtin ihre Hochzeit.

Bezirkspokal am Wochenende

Dem Sport Eisstockschießen wird sie aber treu bleiben. Dafür hat sie am kommenden Sonntag, 7. April, eine gute Gelegenheit: Der ESC Uehlfeld richtet vor Ort den Bezirkspokal aus. Ab 9.30 Uhr sind die Wettbewerberinnen und Wettbewerber am Vereinsheim am Schleifweg auf einer Asphaltstraße zu erleben. Die Veranstaltung beginnt um 10 Uhr morgens und dauert etwa zwei Stunden. Wer mag, darf gerne vorbeischauen. Der 60 Mitglieder zählende Verein unter dem Vorsitz von Julia Mehana freut sich stets über Publikum. Antonia Kachelmann ist dort übrigens Schriftführerin.

Noch ein größeres sportliches Ereignis bei den Eisstockschützen ist für den 27. und 28. April terminiert und findet ebenfalls in Uehlfeld statt: der Bayernpokal. Die Jugend startet dann am Samstag – um 8.30 Uhr die U16, ab 11 Uhr die U14, ab 12.30 Uhr die U19 und ab 15 Uhr die U23. Am Sonntag beginnen die U19w um 8.30 Uhr, die (etwa 15) Frauen um 10 Uhr und die (etwa 20) Herren um 12.30 Uhr. Der Bayernpokal wird offen ausgetragen – wer von weiter her noch Qualifikationspunkte benötigt, darf sich ebenfalls noch anmelden.

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