Das generalsanierte Stadion Am Lindenhain in Leutershausen ist mit einem Gottesdienst und einer Feierstunde am Himmelfahrtstag eingeweiht worden. Bürgermeister Markus Liebich unterstrich, dass es sich nicht nur um eine Sportstätte, sondern um einen Ort der Begegnung handle, an dem Gemeinschaft gelebt und Werte vermittelt würden.
Die Sanierung des Stadions dauerte fast zweieinhalb Jahre: von Januar 2024 bis wenige Stunden vor der Einweihung, wie der Vorsitzende des Turnvereins Leutershausen (TVL), Rüdiger Schuler, berichtete. Er war es auch, der bereits 2015 den Anstoß für die Erneuerung gegeben hatte. Ausschlaggebend war, so Schuler, die sanierungsbedürftige Tartanbahn, die den sportlichen Betrieb zunehmend beeinträchtigte.
Im Herbst 2020 fand das Sanierungsprojekt beim erst kurz zuvor gewählten Bürgermeister Markus Liebich Unterstützung. Er zeigte sich in seinem Grußwort sehr erfreut, dass bei fast allen Gewerken ortsansässige Firmen tätig waren. Aus regionaler Stärke heraus und mit der fachlichen Spezialkompetenz einiger auswärtiger Firmen sei das Projekt sehr gut gelungen, so Liebich. Die Kosten der Sanierung belaufen sich auf 2,4 Millionen Euro. Die Stadt hat vom Bund und dem Freistaat rund 1,1 Millionen Euro Fördermittel bekommen.
Zunächst wurden 2024 die Tartanbahn und die Allwetterplätze im Außenbereich saniert. Dabei wurde die Rundlaufbahn für 110-Meter-Hürdenläufe verlängert. Für den Wettkampfbetrieb wurde auch die Weitsprunganlage auf drei nebeneinanderliegende Bahnen erweitert, die Speerwurfanlage verlängert und die Kugelstoßanlage erneuert. Das aus dem Jahr 1975 stammende Stadiongebäude mit den Umkleiden, sanitären Anlagen, den Tribünenplätzen und der Sprecherkabine wurde ab Anfang 2025 energetisch saniert, neue Fenster wurden eingebaut, das Heizungs- und Lüftungssystem wurde erneuert und eine Wärmepumpe installiert. Zudem wurde eine Photovoltaikanlage auf der Südseite der Tribüne montiert.
Der Bundestagsabgeordnete Artur Auernhammer, der auch im Sportausschuss des Parlamentes sitzt, unterstrich die Bedeutung des Breitensports. Neben dem Spitzensport müsse auch die sportliche Aktivität breiter Bevölkerungskreise durch gute und moderne Sportstätten gefördert werden. Auernhammer würdigte den großen Einsatz von Ehrenamtlichen in den Sportvereinen. Allein im TVL sind mehr als 150 Helferinnen und Helfer tätig.
Der Landtagsabgeordnete Andreas Schalk unterstrich die Bedeutung des Breitensports gerade für den ländlichen Raum. Es müsse überall gerade für Kinder und Jugendliche Angebote wie das der Sportvereine geben. Junge Menschen, so Schalk, die sich ehrenamtlich engagieren, seien weniger anfällig für Extremismus. Landrat Marco Meier bezeichnete die Sanierung des Stadions in Leutershausen als ein „tolles Gemeinschaftsprojekt“. Er drückte seine Freude darüber aus, dass dadurch so viele Fördergelder in den Landkreis gekommen seien.
Bürgermeister Liebich bezeichnete die Einweihung als „großen Tag für die Sportstadt Leutershausen“. Der Stadtrat habe mit seiner Zustimmung zur Sanierung eine bewusste Entscheidung getroffen, in die Zukunft und in junge Menschen zu investieren. Er betonte aber auch, dass sich die Stadt ohne die Fördergelder die Sanierung nicht hätte leisten können. Mit der Sanierung erstrahle, so Liebich, „die Perle des Sports in neuem Glanz”.
Der Bezirksvorsitzende des Bayerischen Landes-Spportverbandes (BLSV), Dieter Bunsen, betonte, dass die Kommunen Sportstätten bräuchten. Wer gemeinsam Sport treibt, so seine Auffassung, streite weniger. TVL-Vorsitzender Schuler bezeichnete das städtische Stadion als ein Stück Heimat, das mit der Sanierung nun eine lange Zukunft haben werde. Mit dem Projekt sei nicht nur in den TVL, sondern auch in die mehr als 700 Kinder und Jugendlichen investiert worden, die Woche für Woche im Stadion trainieren.
Die Bürgerstiftung Leutershausen überreichte im Rahmen des Festaktes zur Einweihung eine Spende von 600 Euro an den TVL. Damit werde, so der Stiftungsratsvorsitzende Markus Liebich, die Anschaffung einer Air-Track-Matte, die 6000 Euro kostet, unterstützt.
Im Anschluss an den Festakt wurde auf dem gesamten Sportgelände gefeiert. Die Abteilungen des TVL stellten ihre sportlichen Angebote vor, und es gab wieder Wetten auf die Höhe der 1987 gepflanzten Turnfest-Eiche.