Straße schrumpft: Scheinfelder Altstadt soll schöner werden | FLZ.de

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Veröffentlicht am 09.05.2023 15:35

Straße schrumpft: Scheinfelder Altstadt soll schöner werden

Architekt Dag Schröder erläuterte im Scheinfelder Bauausschuss die nun fast abgeschlossene Genehmigungsplanung für die Hauptstraßengestaltung. (Foto: Andreas Reum)
Architekt Dag Schröder erläuterte im Scheinfelder Bauausschuss die nun fast abgeschlossene Genehmigungsplanung für die Hauptstraßengestaltung. (Foto: Andreas Reum)
Architekt Dag Schröder erläuterte im Scheinfelder Bauausschuss die nun fast abgeschlossene Genehmigungsplanung für die Hauptstraßengestaltung. (Foto: Andreas Reum)

Die Planungen für die weitere Altstadtsanierung in Scheinfeld sind soweit gediehen, dass sie demnächst bei der Bezirksregierung Mittelfranken zur Genehmigung eingereicht werden können. Architekt Dag Schröder stellte am Montag im Bauausschuss den aktuellen Stand vor.

Bei zwei wesentlichen Fragen – Zeit und Geld – gab es durchaus ein wenig Stirnrunzeln in den Rätereihen. Schröder fasste einen baldigen Baubeginn für die Oberflächengestaltung in der Hauptstraße ins Auge: „Wenn alles klappt, können wir ab September unten am Rathaus anfangen.“

Das sei durchaus sportlich, wie man im Gremium fand. Insbesondere stellvertretender Bürgermeister Klaus Luckert hakte nach, denn: die Zeitfresser Ausführungsplanung, Regierungsgenehmigung und Ausschreibungsverfahren stehen noch aus.

Wenn der Genehmigungsplan solide genug ist, dann werde die Bezirksregierung nicht allzu lange für die Begutachtung benötigen, mutmaßte Schröder. Die Ausführungsplanung hat Schröder in eigenen Händen. So erscheint offenbar das Ausschreibeverfahren noch als größte Unwägbarkeit.

Bäume als Antwort auf den Klimawandel

Bürgermeister Seifert relativierte den September deshalb ein wenig und sprach von Herbst – formal also bis kurz vor Weihnachten. Jedenfalls im laufenden Jahr noch soll mit der Hauptstraßengestaltung begonnen werden. Diese sieht eine deutliche Verschmälerung der Fahrbahn vor. Die Funktionsbereiche – Straße, Gehweg, Parkplätze – werden mit unterschiedlichen Pflasterungen ausgeführt.

Vor allem aber soll es künftig in der Hauptstraße Bäume – Schröder empfahl Eschenahorn – geben, was auch dem Klimawandel Rechnung tragen soll, denn es gebe „historische Altstädte, auch hier in der Gegend, wo das sehr schwierig wird“, merkte Schröder an.

Der für den Architekten und das Gremium ein zentraler Punkt ist es, die Aufenthaltsqualität im Stadtzentrum zu steigern. Dazu gehören zum Beispiel auch ein kleines Wasserspiel am Marktplatz, mehr Sitzgelegenheiten und verbesserte Möglichkeiten für Bewirtungsbetriebe zur Außenbestuhlung.

Aufs Mobiliar in der Hauptstraße blickte man allerdings nicht ohne Sorge. Denn Vandalismus kommt auch in Scheinfeld vor.

Wohin mit dem Drachenbrunnen?

Zur Debatte steht noch, ob der Drachenbrunnen beim ehemaligen Polizeigebäude ins Sanierungsgebiet hereingeholt werden soll. Er steht – seit dem Verkauf der Immobilie an eine Privatperson – auf Privatgrund. Der Drache werde dort zwar geduldet, doch eigentlich müsste die Stadt ihn schon entfernt haben.

Die Gestaltungsfragen hat Schröder auch mit Blick auf die Scheinfelder Historie beantworten wollen. Der Architekt wies auf die Besonderheit der Y-Kreuzung am Marktplatz hin, die es sonst nur sehr selten gebe. Die Hauptstraße sei früher auch Arbeitsraum für die gleichzeitig als Handwerker tätigen Bauern gewesen, etwa fürs Dreschen. Auch diesem Aspekt trägt die Planung laut Schröder Rechnung.

Bei den Kosten liegt man nun nach Schröders Schätzung bei 4,6 Millionen Euro für Hauptstraße, Würzburger Straße und die Kirchstraße bis zum Abzweig Lange Gasse sowie die beiden Nebensträßchen Herzoggässchen und Wachgasse. Das ist zwar etwas mehr als zunächst gedacht, jedoch sind darin nun auch Bereiche berücksichtigt, die vormals noch nicht im Sanierungsprojekt enthalten waren – insbesondere zum Beispiel der Abschnitt zwischen Torturm und Ampelkreuzung.

Offen ist dabei, ob die Würzburger Straße gleich im Anschluss an die Hauptstraße fertiggestellt wird. Denn es stehen auch noch die Kanäle und Wasserleitungen in der Kirchstraße auf dem Gesamtsanierungsplan. Es wäre eventuell sinnvoll, dies vor der Oberflächenherstellung zu erledigen, erklärte Seifert unserer Redaktion.

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