Die Gemeinde Wilburgstetten (Landkreis Ansbach) und ihre baden-württembergische Nachbarkommune Tannhausen verbindet ein neuer Geh- und Radweg. Dieser wurde entlang der Staats- beziehungsweise Landesstraße vom Wilburgstettener Ortsteil Rühlingstetten aus nach Bergheim gebaut und nun offiziell eröffnet.
Dazu kamen Vertreter der beiden Kommunen, von Behörden sowie des beauftragten Bauunternehmens und des Planungsbüros zusammen – und zwar auf baden-württembergischer Seite in Bergheim. Dort hob Wilburgstettens Bürgermeister Michael Sommer im Beisein von Anwohnern das länderübergreifende Projekt im Bereich des so genannten Magischen Dreiecks hervor. Sommer machte deutlich, dass das Schaffen überregionaler Verbindungen den Kommunen im besagten Verbund ein besonderes Anliegen sei.
Mit dem Weg zwischen Rühlingstetten und Bergheim ist die Agenda der überregionalen Radwege für die Gemeinde Wilburgstetten abgearbeitet, berichtete Sommer, der das Engagement aller Beteiligten würdigte. Das Staatliche Bauamt Ansbach hatte den Staatsvertrag ausgearbeitet, der für die länderübergreifende Maßnahme nötig war. Das Herrieder Ingenieurbüro Heller hatte die Planung erstellt, die wiederum vom Feuchtwanger Bauunternehmen EHF umgesetzt wurde.
Nicht zuletzt hob Sommer den Einsatz der Verwaltung, der Bauleute und der Anlieger hervor, die Grund zur Verfügung gestellt hatten. Der Freistaat gab einen Zuschuss in Höhe von 70 Prozent. Für den Geh- und Radwegebau, der in kommunaler Sonderbaulast abgewickelt wurde, zeichnete die Gemeinde Wilburgstetten verantwortlich.
Ein durchweg positives Fazit der Zusammenarbeit zog Tannhausens Rathauschef Siegfried Czerwinski. So etwas könne man gerne wieder machen, sagte er. Während sich die Landesgrenze oft als Hindernis erweise, so sei in diesem Fall etwas Verbindendes geschaffen worden. Auch das Land Baden-Württemberg gewährte eine Förderung, nämlich für die Arbeiten auf ihrem Hoheitsgebiet.
Was den Ausbau des Radwegenetzes angeht, so hat Tannhausen im Gegensatz zu Wilburgstetten noch einiges vor sich. Wie Gemeindeoberhaupt Czerwinski mitteilte, will die Kommune den neuen Geh- und Radweg bis nach Ellwangen weiterführen. Vielleicht klappe dies ja sogar noch bis zur Landesgartenschau im Jahr 2026.
Heiko Engelhard vom Baureferat Ellwangen des Regierungspräsidiums Stuttgart bezeichnete den neuen Weg als Beleg dafür, dass die „Neue Mobilität“ nicht nur gepredigt, sondern auch umgesetzt werde. Wichtig sei bei solchen Projekten, dass Eigentümer den erforderlichen Grund bereit stellten. Denn dies sei in der heutigen Zeit bei Projekten oftmals ein Nadelöhr.
Daniel Rosenbaum vom Staatlichen Bauamt in Ansbach nannte die Daten des neuen Geh- und Radwegs. Dieser ist 860 Meter lang. 500 Meter verlaufen auf bayerischer, 360 auf württembergischer Seite. Die Baukosten sind mit rund 499.000 Euro veranschlagt. 281.000 Euro übernimmt die Gemeinde Wilburgstetten; 218.000 Euro entfallen auf die Nachbargemeinde Tannhausen. Die Bauzeit betrug drei Monate. Mit dem Projekt wurde auf bayerischer Seite ein Anschluss an den Radweg Weser-Romantische Straße geschaffen.