Stübach: Mit 96 Jahren das zweite Mal wegen eines Kriegs die Heimat verlassen | FLZ.de

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Stübach: Mit 96 Jahren das zweite Mal wegen eines Kriegs die Heimat verlassen

Diespecks Bürgermeister Markus Helmreich, stellvertretender Landrat Reinhard Streng sowie Tochter und Schwiegersohn bei dem Besuch zum 100. Geburtstag von Olena Tehor.  (Foto: Christa Frühwald)
Diespecks Bürgermeister Markus Helmreich, stellvertretender Landrat Reinhard Streng sowie Tochter und Schwiegersohn bei dem Besuch zum 100. Geburtstag von Olena Tehor. (Foto: Christa Frühwald)
Diespecks Bürgermeister Markus Helmreich, stellvertretender Landrat Reinhard Streng sowie Tochter und Schwiegersohn bei dem Besuch zum 100. Geburtstag von Olena Tehor. (Foto: Christa Frühwald)

Diespecks Bürgermeister Markus Helmreich und stellvertretender Landrat Reinhard Streng gratulierten am Donnerstag der 100-jährigen Olena Tehor in Stübach. Die gebürtige Polin lebte bis vor vier Jahren in der Ukraine und zog 2022 des Krieges wegen nach Deutschland.

Die älteste Bürgerin der Gemeinde Diespeck, Olena Tehor, wurde 100 Jahre alt. Die Seniorin war am 26. März 1926 in Polen geboren worden und 1946 mit ihrem Mann des Krieges wegen in die Ukraine vertrieben worden. Vor vier Jahren, mit 96, musste sie zum zweiten Mal in ihrem Leben ihre Heimat verlassen. Diesmal waren es die Russen, die in der Ukraine einen Krieg auslösten und die Frau nach Deutschland vertrieben. Nach Stübach.

Das Geburtstagskind hat sein Leben lang viel gearbeitet, hatte einen Bauernhof, den sie in der Ukraine bis ins hohe Alter alleine in einem kleinen Dorf bewirtschaftete. Als es körperlich nicht mehr ging, holte sie ihre einzige Tochter, die mit ihrem Mann in Charkiw lebte, zu sich in die gemeinsame Wohnung.

Zusammen mit der Tochter zur Enkelin gekommen

Dass sie im hohen Alter noch einmal in ein fremdes Land umziehen müsste, damit hatte die Frau wohl nicht gerechnet. Mit Tochter und Schwiegersohn ging es nach Stübach. Dort lebte ihre Enkelin Julia mit ihrem Ehemann und ihren Kindern, also Olena Tehors Urenkelkindern. Auf die Frage nach dem Rezept für ein so hohes Alter, kam die Antwort prompt: „Arbeit, Arbeit, Arbeit”.

Heute wird sie bestens von ihrer Tochter und dem Schwiegersohn umsorgt. Da die Jubilarin nicht mehr gut zu Fuß ist, freut sie sich schon jetzt auf wärmeres Wetter. Dann fährt sie die 77-jährige Tochter mit dem Rollstuhl in die Natur oder sie sitzt auf dem Balkon in der Sonne. Olena Tehor ist eine bescheidene Frau, die die kleinen Dinge des Lebens schätzt. Das Frühstück, der „11-Uhr-Tee” oder das Mittag- oder Abendessen sind ihr wichtig und gehören zu den Höhepunkten.

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Keinen Kontakt zu den Geschwistern

Besonders freut sich die Uroma über Besuch. Denn sie liebt die Menschen, betonte Tochter Galina. Vor allem die Enkelinnen Nadja und Julia kommen regelmäßig vorbei. Auch die Urenkel Nikita und Yuna schauen sich öfter bei den Großeltern und der Urgroßmutter um. Ob die vier Geschwister der 100-jährigen Frau noch leben, bezweifelt Tochter Galina. „Wir haben seit Langem keinen Kontakt mehr”. Olena Tehor wünscht sich, offen und ehrlich, heimzugehen, zu Gott. Denn die orthodoxe Christin glaubt felsenfest an ein Leben im Jenseits.

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