Fünf Millionen Euro an Krediten wird die Gemeinde Burgoberbach im Haushaltsjahr 2026 möglicherweise aufnehmen. Der Grund sind die geplanten hohen Investitionen, wie Kämmerer Tony Fuchs in der Gemeinderatssitzung erläuterte. Das Paket, das er geschnürt hat, umfasst einen Gesamthaushalt von 20,4 Millionen Euro.
Der Verwaltungshaushalt schließt in Einnahmen und Ausgaben mit rund 10,1 Millionen Euro, der Vermögenshaushalt mit etwa 10,3 Millionen Euro.
Die größte Einkommensquelle im Verwaltungshaushalt stellt die Beteiligung an der Einkommenssteuer dar. Hier rechnet der Kämmerer mit etwa 2,8 Millionen Euro. Dies bedeutet einen Anstieg gegenüber dem Ansatz im Vorjahr um 110.000 Euro. Außerdem geht Fuchs von sinkenden Einnahmen aus der Gewerbesteuer aus und setzt dafür nur rund 1,6 Millionen Euro an (Vorjahr: 1,8 Millionen Euro). Eher pessimistisch gibt er sich auch mit Blick auf die Schlüsselzuweisungen. Hier erwartet der Kämmerer nur 965.000 Euro, das sind 395.000 weniger als im Vorjahr. Bei den Ausgaben ist der größte Posten die Kreisumlage mit 2,6 Millionen Euro. Sie steigt – im Vergleich zu 2025 – um 400.000 Euro.
Die Zuführung aus dem Vermögenshaushalt von voraussichtlich 17.000 Euro sei für die anstehenden Investitionen zu wenig, heißt es im Haushaltsbericht des Kämmerers. Bürgermeister Gerhard Rammler übte in der Ratssitzung Kritik an der Staatsregierung, die viele Aufgaben auf die Kommunen abwälze, sich mit der Auszahlung von Zuschüssen aber Zeit lasse. Derzeit warte die Gemeinde noch auf rund 2,5 Millionen Euro, erinnerte der Rathauschef. „Weil uns der Staat im Regen stehen lässt, müssen wir alles zwischenfinanzieren. Das ist ein ganz trauriges Kapitel”, wetterte er. „Wir werden abgehängt und hängengelassen.”
Von den Ratsmitgliedern kam spontaner Beifall. Er sei froh, ergänzte Rammler, dass in den vergangenen 13 Jahren in Burgoberbach so viel erreicht wurde. „Bei der heutigen Wirtschaftslage würden wir das nicht mehr schaffen.”
Ein Großteil der Investitionen muss heuer über Kredite finanziert werden. Aus dem Haushaltsjahr 2023 liegen noch Ermächtigungen von 500.000 Euro vor, im aktuellen Haushaltsjahr werden weitere Kreditaufnahmen in Höhe von 4,5 Millionen Euro festgesetzt. Somit hätte die Gemeinde die Möglichkeit, insgesamt fünf Millionen Euro an Krediten aufzunehmen. Ob sie tatsächlich in dieser Höhe erfolgen werden, kann der Kämmerer zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht absehen.
Die größte Investition stellt 2026 mit vier Millionen Euro die Sanierung des Kanalnetzes in der Triesdorfer Straße sowie in Neuses dar. Eingeplant sind weitere 250.000 Euro für die dortige Dorferneuerung. Weitere Gelder werden in die Errichtung des Bürgerhauses in der Ortsmitte sowie in die Erweiterung des BRK-Kindergartens mit je 1,5 Millionen Euro fließen. Für den Radweg nach Rauenzell sind eine Million Euro eingeplant.
Der Schuldenstand der Gemeinde betrug laut Kämmerer zum 31.12.2025 rund 887.000 Euro, der voraussichtliche Schuldenstand zum Jahresende liegt bei 5,7 Millionen Euro. Das bedeutet, auch die Pro-Kopf-Verschuldung steigt: von knapp 220 Euro auf 1420 Euro.
Einstimmig beschloss der Gemeinderat die Haushaltssatzung sowie den Haushalts- und Investitionsplan. Zuletzt gab es von Bürgermeister Gerhard Rammler ein dickes Lob für Kämmerer Tony Fuchs, verbunden mit der Bemerkung: „Er kann ja auch nichts dafür – er würde auch lieber andere Zahlen eintragen.”