Die Kommunalwahl ging in Wassertrüdingen (Landkreis Ansbach) am 22. März 2026 in die nächste Runde: In einer Stichwahl bestimmten die Wählerinnen und Wähler, wer neuer Bürgermeister der Stadt wird.
Im ersten Wahlgang am 8. März war bereits die erste Überraschung geboten: Amtsinhaber Stefan Ultsch (SPD) erhielt nur 19,2 Prozent der Stimmen. Das reichte nicht einmal für die Stichwahl.
Stattdessen traten nun Jörg Edelmann (Bürgerbündnis Stadt und Land) sowie Jochen Reuter (CSU) gegeneinander an. Edelmann kam im ersten Durchgang auf 41 Prozent, Reuter auf 39,8 Prozent – ein knappes Ergebnis.
Entscheidend war nun, wie sich die bisherige Wählerschaft von Stefan Ultsch verhalten würde. Sie bildeten das Zünglein an der Waage.
Wassertrüdingen ist ausgezählt. Jörg Edelmann (Bürgerbündnis) wird Bürgermeister in Wassertrüdingen. Er bekam auf 62,1 Prozent der gültigen Stimmen, Mitbewerber Jochen Reuter (CSU) 37,9 Prozent.
Jörg Edelmann trat für das Bürgerbündnis Stadt und Land an. Der 32-Jährige aus dem Stadtteil Schobdach ist im Maschinenbau tätig und sitzt seit 2020 im Stadtrat von Wassertrüdingen. Edelmann sieht die Finanzlage der Stadt als größte Herausforderung. Er möchte eine strategische Planung für Gewerbegebiete, will sich für den Ausbau der erneuerbaren Energien einsetzen sowie Stadt- und Ortskerne vitalisieren.
Jochen Reuter von der CSU wohnt in Dürrwangen, wo er auch kommunalpolitisch im Gemeinderat aktiv ist. In Wassertrüdingen ist sein Arbeitsmittelpunkt: Er leitet die Betty-Staedler-Mittelschule. Handlungsschwerpunkte bei einer erfolgreichen Wahl wollte der 52-Jährige bei der Zusammenarbeit von Verwaltung und Stadtrat, im Bereich der Digitalisierung sowie bei der Erledigung von Pflichtaufgaben setzen. Zudem wollte er die Gewerbebetriebe unterstützen und für bezahlbaren Wohnraum sorgen.
Wer regieren will, braucht Mehrheiten. In Wassertrüdingen wurde am 8. März auch die Zusammensetzung des Stadtrats neu gewählt. Die Verhältnisse sind seitdem nicht mehr eindeutig. Statt drei Gruppierungen sind nun fünf vertreten.
Die CSU kommt auf neun Sitze, das Bürgerbündnis auf fünf. Grüne, SPD und AfD erhalten jeweils zwei Mandate.
Nicht nur in Wassertrüdingen entschieden die Bürgerinnen und Bürger per Stichwahl final darüber, wer das Bürgermeister-Amt erhält. Einen Überblick über alle Stichwahl-Ergebnisse im Landkreis Ansbach finden Sie hier: