Keine klare Mehrheit mehr: Veränderungen im Stadtrat Wassertrüdingen | FLZ.de

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Keine klare Mehrheit mehr: Veränderungen im Stadtrat Wassertrüdingen

Verfolgten den Ausgang der Bürgermeisterwahl im Rathaus: Jörg Edelmann, Kandidat des Bürgerbündnisses (links), und CSU-Kandidat Jochen Reuter sind in der nächsten Runde. Die Stichwahl findet am 22. März statt. (Foto: Peter Tippl)
Verfolgten den Ausgang der Bürgermeisterwahl im Rathaus: Jörg Edelmann, Kandidat des Bürgerbündnisses (links), und CSU-Kandidat Jochen Reuter sind in der nächsten Runde. Die Stichwahl findet am 22. März statt. (Foto: Peter Tippl)
Verfolgten den Ausgang der Bürgermeisterwahl im Rathaus: Jörg Edelmann, Kandidat des Bürgerbündnisses (links), und CSU-Kandidat Jochen Reuter sind in der nächsten Runde. Die Stichwahl findet am 22. März statt. (Foto: Peter Tippl)

Es hat nach der Kommunalwahl aufgrund von Softwareproblemen gedauert, bis die Sitzverteilung im neuen Wassertrüdinger Stadtrat berechnet werden konnte. Die CSU verliert zwei Sitze, das neue Bürgerbündnis kommt auf fünf Mandate. Außerdem wird der neue Rat kleinteiliger. Vertreten sind ab Mai fünf statt bislang drei Gruppierungen.

In der zu Ende gehenden Amtsperiode halten die Christsozialen elf Sitze im Kommunalparlament und haben damit die Mehrheit. Im neuen Stadtrat wird die CSU neun Mandate haben. Fraktionsvorsitzender Peter Wittmann drückte gegenüber der FLZ eine gewisse Enttäuschung aus, dass sich das Wahlergebnis von 50,5 Prozent nach dem vorgegebenen Auszählverfahren nicht in der Sitzanzahl widerspiegle. Dies sei den Wählerinnen und Wählern nur schwer zu vermitteln. Er sei aber dennoch dankbar für die große Zustimmung zum Wahlvorschlag der CSU.

Zwei amtierende CSUler nicht mehr dabei

Das beste Stimmenergebnis erzielte bei den Christsozialen Katharina Oberhauser mit 2540. Im neuen Stadtrat sind außerdem Klaus Schülein (2513), Stefan Zinsmeister (2099), Stefan Engruber (2060), Dariusz Kostecki (1963), Armin Schmutterer (1526), Thorsten Müller (1454), Andreas Schröder (1375) und Patrick Schweigert (1361). Von den amtierenden Räten schafften Max Pelczer und Thomas Kredel den Einzug nicht mehr. Dies sei, so Fraktionssprecher Wittmann, sehr bedauerlich, dafür gebe es im neuen Stadtrat aber auch neue Gesichter.

Das neue Bürgerbündnis kommt auf fünf Sitze. Die endgültige Besetzung hängt allerdings noch vom Ausgang der Bürgermeisterwahl am Sonntag, 22. März, ab. Dort entscheidet sich, ob Jörg Edelmann, der sowohl Stadtratskandidat war als auch Bürgermeisterkandidat ist, zum neuen Rathauschef gewählt wird. Edelmann ist zusammen mit CSU-Kandidat Jochen Reuter in der Stichwahl. Dritter Bewerber war der abgewählte Amtsinhaber Stefan Ultsch (SPD).

Katharina Bucher, die Vorsitzende des Bürgerbündnisses, freute sich darüber, dass die noch junge Vereinigung in der Bevölkerung Wurzeln geschlagen hat. Es sei ein klarer Vertrauensbeweis, dass die Vereinigung mit fünf Sitzen eine Fraktion bilden könne. Die Gruppierung will nun Versprochenes anpacken und dabei im Stadtrat mit Optimismus an die Dinge herangehen.

Edelmann holte sich die meisten Stimmen

Jörg Edelmann bekam bei der Stadtratswahl mit 3406 Stimmen das beste Ergebnis aller Kandidatinnen und Kandidaten. Einen Sitz für das Bürgerbündnis haben außerdem Katharina Bucher (1519), Gerd Muschler (1400), Nina Zäh (1327) und Martin Niederlöhner (1020). Sollte Jörg Edelmann neuer Bürgermeister werden und das Stadtratsmandat deshalb nicht ausüben können, wäre Martin Hoyer (952) der Nachrücker. Mitglieder des Bürgerbündnisses sind als Parteiunabhängige Fraktion bereits im aktuellen Stadtrat vertreten. Von den amtierenden Mitgliedern verpasste Michael Baumeister mit 843 Stimmen den Wiedereinzug.

Keine Veränderung gibt es bei den Wassertrüdinger Grünen. Sie haben weiterhin zwei Sitze, die auch im neuen Stadtrat Michael Dommel (1156) und Brigitte Mahnke (1017) einnehmen. „Wir sind froh, dass wird die zwei Sitze wieder bekommen haben”, sagte Michael Dommel. Denn die Grünen hatten während der Phase der Softwareprobleme kurzzeitig befürchtet, dass sie womöglich noch eines der beiden Mandate verlieren könnten. Die Grünen haben keinen Fraktionsstatus, sie seien aber, so Dommel, vom Sitzungsleiter bislang so behandelt worden und hätten entsprechend Rederecht bekommen.

Wieder zurück im Stadtrat ist die SPD, und zwar mit zwei Sitzen. Dieses Ergebnis blieb allerdings weit hinter den Erwartungen des Ortsvereins zurück. Dazu kam noch die Abwahl von Amtsinhaber und SPD-Bürgermeisterkandidat Stefan Ultsch. „Für uns ist das katastrophal”, fasste Vorsitzender Nils Kühne-Hellmessen den Ausgang der Kommunalwahl zusammen. Wunsch sei es gewesen, dass der amtierende Bürgermeister auch Stadtoberhaupt bleibt. Außerdem wollte die SPD auf drei Sitze kommen. Der Wahlausgang soll in der kommenden Woche im Rahmen einer Vorstandssitzung besprochen werden.

Berufliche Neuorientierung steht an

Einen Sitz im neuen Stadtrat bekommen hat Stefan Ultsch (970). Dieser teilte gegenüber der FLZ mit, dass er diesen grundsätzlich annehmen werde, falls es seine künftige berufliche Tätigkeit erlaube. Diesbezüglich müsse er sich nun neu orientieren. Ein Mandat hat auch Thomas Höver (584). Sollte Stefan Ultsch seines nicht annehmen, wäre Manuela Bickelein (533) Nachrückerin.

Neu im Stadtrat ist ab Mai die AfD. Sie hat bei der Kommunalwahl am Sonntag zwei Sitze bekommen. Diese entfallen auf Ronny Mälzer (859) und Thomas Nelke (845). Wie Nelke der FLZ mitteilte, sei er zufrieden mit dem erzielten Ergebnis von 8,3 Prozent.

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