„Gesundheitliche Auswirkungen von Fluglärm“ ist ein Bericht der Wissenschaftlichen Dienste des Bundestages vom Januar 2025 überschrieben. Ein Ergebnis: Gesundheitliche Folgen können schon bei niedrigen Schallpegeln erfolgen.
Unter der Überschrift „Terror in Zone Sieben“ berichtete die Wochenzeitung Die Zeit im April 1988 in einer großen Reportage über die Area 7. Unter anderem wird der Besuch eines Teams von Wissenschaftlern im Auftrag des Umweltbundesamtes im Mai 1985 geschildert: „Unversehens gerieten die Forscher in einen Tieffliegerangriff. ‚Zusammenschrecken, Zusammenziehen der Kopfhaut, vorübergehende Vertaubung, Weichwerden der Knie, später leichte Übelkeit‘, diagnostizierten die Forscher anschließend am eigenen Leib.“
Als die Wissenschaftler ihre „Vorstudie“ Anfang 1988 veröffentlichten, war neben dem oft beschriebenen Tiefflugsyndrom (Blutdruckanstieg, Verengung der Hautgefäße und Zunahme der Muskelanspannung) von einer erhöhten Ausschüttung des Stresshormons Cortison bei Kindern die Rede. „Im Zusammenhang damit könnten Störungen im Immunabwehrsystem auftreten“, so die Studie. Für „eine leichte Verringerung des Hörvermögens bei Kindern“ fanden die Experten „Hinweise“.
Aus seinen Erfahrungen als praktischer Arzt in Mönchsroth hatte Dr. Karl-Gerd Danner Mitte der 1980er Jahre berichtet: „Ab Schallpegeln über 90 Dezibel kommt es zu einer direkten schädigenden Wirkung auf das Hörorgan, die bis hin an die Schmerzgrenze reicht. Neben häufigen Kopf- und Ohrenschmerzen, Verringerung der Hörschärfe und Angst- sowie Schreckreaktionen möchte ich vor allem auf ernste Verhaltensstörungen bei Säuglingen und Kleinkindern hinweisen, die auf die drastische Lärmbelästigung zurückzuführen sind. Diese äußert sich bei Kleinkindern in verlängertem Schreien, nächtlichem Aufschrecken, Daumenlutschen, Nägelkauen, Zähneknirschen aber auch im nächtlichen Einnässen jenseits des 4. Lebensjahres sowie in schulischen Lern- und Konzentrationsstörungen. In einer internationalen Studie wurde eine geistige Entwicklungsverzögerung von Kindern in Tieffluggebieten um fast ein Jahr nachgewiesen. Besorgniserregend ist auch die Tatsache, dass die Frühgeburtenrate in Tieffluggebieten deutlich höher liegt.“