Jetzt sind der Wassertrüdinger Stadtrat sowie die Gemeinderäte der beteiligten Kommunen am Zug. Sie müssen per Beschluss ihr grundsätzliches Okay für eine Neuausrichtung der Wasserversorgung im Hesselbergraum geben. Welche Struktur sich am besten eignet, darüber informierte Burkhard Bittner in der Hesselberghalle.
Der Fachmann vom Büro PfK Ansbach erläuterte Bürgern sowie Vertreterinnen und Vertretern der Kommunalparlamente die Erkenntnisse aus dem Strukturkonzept, das wegen der angestrebten Fusion von Hesselberg- und Rastberg-Gruppe mit der Stadt Wassertrüdingen erstellt wurde. Dieser Zusammenschluss wird bereits seit etlichen Jahren diskutiert, um den heutigen gesetzlichen Anforderungen an Wasserversorger gerecht werden zu können.
Bittner konzentrierte sich in seinem Vortrag auf eine Variante, die er aus Sicht seines Büros als alternativlos bezeichnete: Im Wesentlichen soll die jeweilige Versorgungsstruktur von Hesselberg- und Rastberg-Gruppe erhalten bleiben. Die Sanierung der technischen Einrichtungen soll dazu genutzt werden, die Systeme bedarfsgerecht umzubauen und so miteinander zu verweben, dass eine Versorgung mit einer redundanten Wassergewinnung entsteht. Dies führe zu einer hohen Ausfallsicherheit.
Im Übrigen hob Bittner hervor, dass die gesetzlich geforderte Versorgungssicherheit nicht nur technische Aspekte betreffe, sondern auch rechtliche und betriebliche Fragen. Die Unternehmen müssten also auch personell gut aufgestellt sein. Bittner bezweifelte, dass jeder der drei bisherigen Versorger diese Anforderungen für sich alleine künftig schultern könnte.
Natürlich gibt es auch erheblichen Sanierungsbedarf, der sich vor allem auf die Netze bezieht. Dabei befänden sich die hiesigen Kommunen quasi in guter Gesellschaft, so der Redner, der von einem bayernweiten Phänomen überalterter Leitungssysteme berichtete. Denn in der Vergangenheit sei es nicht üblich gewesen, Rohre, die noch ihren Dienst getan hätten, gegen neue auszutauschen.
Wassertrüdingens Bürgermeister Stefan Ultsch hatte eingangs auf eine ohnehin schon „ziemlich verstrickte“ Struktur hingewiesen. Da sei auf der einen Seite die Stadt, die Wassergast bei der Rastberg-Gruppe sei. Auf der anderen Seite stelle die Kommune wiederum Personal. Die Beauftragung eines gemeinsamen Geschäftsleiters in Person von Robert Kaußler sei ein weiterer Schritt einer Zusammenarbeit gewesen, die auch nötig sei. Denn: „Wir wollen regional überlebensfähig bleiben“, so Ultsch. Da die Brunnen von Hesselberg- und Rastberg-Gruppe aus den selben Grundwasserleitern förderten, brauche außerdem niemand im Versorgungsgebiet Angst haben, künftig „fremdes Wasser“ beziehen zu müssen.
Einen konkreten Zeitplan für den Zusammenschluss, für den auch noch eine passende Rechtsform gefunden werden muss, gibt es noch nicht, wie Robert Kaußler deutlich machte. Zunächst müssten die Kommunalparlamente entscheiden. Wunsch sei es allerdings, wie Bürgermeister Ultsch zuvor erläutert hatte, im kommenden Jahr die wichtigsten Hürden zu nehmen.
Auf Nachfrage von Weiltingens Rathauschef Christoph Schmidt informierte PfK-Mitarbeiter Oliver Naass über die weiteren, untersuchten Varianten, zu denen die Aufgabe der Aufbereitung in Gerolfingen mit einem Bau einer Rohrleitung zur Rastberg-Gruppe sowie eine Kooperation mit der Fernwasserversorgung gehörten.
Wie Bittner hervorhob, würden sich die jeweiligen Varianten beim Kostenaspekt kaum unterscheiden. Wichtig sei vielmehr, einen Weg zu finden, die Eigenständigkeit der kommunalen Wasserversorgung auch künftig zu gewährleisten sowie Versorgungssicherheit und Regionalität zu garantieren. Und noch etwas legte Bittner den Anwesenden ans Herz: Die Vertreterinnen und Vertreter der Kommunalparlamente hätten es mit in der Hand, die Bevölkerung auf dem Weg zum neuen Verbund mitzunehmen.