SC Dietersheim plant Beregnungsanlage mit Zisterne – enorme Kosten trotz Förderung | FLZ.de

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Veröffentlicht am 20.01.2026 14:46

SC Dietersheim plant Beregnungsanlage mit Zisterne – enorme Kosten trotz Förderung

Der Sportclub Dietersheim muss in eine neue Zisterne investieren. (Foto: Rainhard Pelzer)
Der Sportclub Dietersheim muss in eine neue Zisterne investieren. (Foto: Rainhard Pelzer)
Der Sportclub Dietersheim muss in eine neue Zisterne investieren. (Foto: Rainhard Pelzer)

Auf dem Gelände des Sportclubs Dietersheim (SCD) soll Wasser zur Beregnung künftig in einer Zisterne gesammelt werden. Das Projekt wird enorme Kosten verursachen. Bei den Planungen zur Umsetzung gab es nun einen herben Rückschlag, wie Rainhard Pelzer in der Sitzung des Gemeinderats erklärte.

Pelzer ist Vorsitzender des SCD und zugleich Dietersheimer Ratsmitglied. Er hatte eine schlechte Nachricht mit in die Sitzung des Gemeinderats gebracht. Denn im Zuge der Anschaffung einer Zisterne habe sich gezeigt, dass auch die Hydrosteuerung der Beregnungsanlage des Platzes erneuert werden muss. Die sei mittlerweile rund 40 Jahre alt, kaputt und nicht mehr zu reparieren. Aufgrund des Alters seien Pelzer zufolge keine Ersatzteile mehr verfügbar.

„Wir haben allerdings Glück im Unglück”, sagte der SCD-Vorsitzende. Denn nach einem Telefonat mit der Förderstelle des Bayerischen Landessportverbands sei klar: Die Organisation würde eine Beregnungsanlage mit Zisterne und Regnersteuerung fördern. Ein erstes Angebot dafür hatte Pelzer bereits kurzfristig bei einer Firma aus Bernhardswald (Landkreis Regensburg) einholen können. Die würde die Maßnahme als Generalunternehmen innerhalb von einer Woche umsetzen.

Kunststofftank fasst 56 Kubikmeter Wasser

Ein Kunststofftank mit einem Fassungsvermögen von rund 56 Kubikmetern würde demnach rund 56.000 Euro kosten. Mit Regner, Steuerung und Zisternenbau würden sich die Gesamtkosten schließlich auf voraussichtlich rund 74.000 Euro belaufen (inklusive Steuern). Davon wären rund 62.000 Euro förderfähig, mit einem Fördersatz in Höhe von 45 Prozent. Der Zuschuss würde demnach rund 34.000 Euro betragen.

Allzu viel Eigenleistung könnten die Mitglieder des SCD indes bei dieser Maßnahme nicht erbringen, machte der Vorsitzende deutlich. Möglicherweise könnte man die Regner ausgraben. Das sei dann aber auch schon alles. Ansonsten sei die seitens der Firma angewandte Technik bei der Umsetzung eines solchen Projekts mittlerweile derart ausgereift, dass Ehrenamtliche hier kaum noch mitmischen könnten. „Beim Verlegen von Elektroleitungen beispielsweise wird der Boden mittels einer Maschine in einem Arbeitsgang geöffnet und gleich wieder geschlossen.”

Eine gute Nachricht hatte Pelzer aber trotzdem noch parat. Denn sobald die neue Anlage eingebaut sei, „werden wir weniger Wasser verbrauchen”. Grund: Steuerung und Regner würden effizienter arbeiten und es werde dann auch einen Regensensor geben. Ein solcher fehle aktuell. Der Regensensor funktioniere per Funk, so dass sich die Anlage selbst abschalte, sollte es regnen. Hier musste bislang per Hand eingegriffen werden.

Erdaushub muss abtransportiert werden

Außerdem fließt das Wasser, mit dem der Platz beregnet wird, aktuell in einen Graben zurück. Künftig soll es von der Zisterne aufgefangen werden, genauso wie Regenwasser. Auf Nachfrage von Harald Ell, wie man sich eine solche Zisterne optisch vorstellen könne, erklärte Pelzer: „Sie ähnelt einem U-Boot.”

Damit sich die Rätinnen und Räte auch von der Größe eine Vorstellung machen konnten, nannte der SCD-Vorsitzende das durchschnittliche Volumen einer gewöhnlichen Gartenzisterne. Die erfasse meist gerade mal fünf Kubikmeter. Im Falle der 56 Kubikmeter umfassenden Zisterne für den Sportplatz, müsste auch ein ebenso großer Erdaushub abtransportiert werden, so Pelzer. Denn der Sammelbehälter werde in der Erde versenkt, beziehungsweise in den Berg hineingegraben.

„Das Ding geht schon durch die Decke”

Ob dieser tatsächlich ein Fassungsvermögen von 56 Kubikmetern haben muss oder ob nicht vielleicht eine kleinere Variante ausreicht und damit Kosten gespart werden können, wollte Harald Ell wissen. Dass die Kosten erheblich seien, daran gebe es keinen Zweifel, so der SCD-Vorsitzende: „Das Ding geht schon durch die Decke.” Ob eine kleinere Zisterne mit geringeren Kosten allerdings sinnvoll sei, müsste man seiner Meinung nach bei der Firma direkt erfragen. Er selbst könne das nicht beurteilen. Eines gab er aber zu bedenken: Dass nämlich eine spätere, nachträgliche Erweiterung des Behälters keinen Sinn mache, sollte man doch irgendwann feststellen, dass die 56 Kubikmeter umfassende Zisterne zweckmäßiger gewesen wäre.

Unabhängig von der Größe der Zisterne werde man aber auf jeden Fall bei der Menge des Düngers für den Platz etwas einsparen. Denn überschüssiges Wasser werde künftig nicht mehr in den Graben fließen, sondern in der Zisterne aufgefangen und erneut zur Beregnung genutzt werden. Damit werde auch der zuvor ausgeschwemmte Dünger erneut auf dem Platz verteilt.

Weil das vorliegende Angebot kurzfristig eingeholt worden war, um überhaupt eine Diskussionsgrundlage für die Gemeinderatssitzung zu haben, will Pelzer die Ausschreibung nun noch einmal förderkonform durchführen. Im Zuge dessen soll eine weitere Firma angefragt werden, um Vergleichswerte zu haben.

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