Grillmeister aus Ansbach qualifizieren sich für Steak-Weltmeisterschaft in Texas | FLZ.de

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Veröffentlicht am 24.02.2026 09:25

Grillmeister aus Ansbach qualifizieren sich für Steak-Weltmeisterschaft in Texas

Tille Meyer (links) und Tobi Mohr (rechts) haben bei ihrer letzten Teilnahme an der Steak-WM jeweils eine Platzierung in den Top 25 erreicht. (Foto: Tobias Mohr)
Tille Meyer (links) und Tobi Mohr (rechts) haben bei ihrer letzten Teilnahme an der Steak-WM jeweils eine Platzierung in den Top 25 erreicht. (Foto: Tobias Mohr)
Tille Meyer (links) und Tobi Mohr (rechts) haben bei ihrer letzten Teilnahme an der Steak-WM jeweils eine Platzierung in den Top 25 erreicht. (Foto: Tobias Mohr)

Tobias Mohr und Tilman Meyer aus Ansbach grillen auf Wettkampf-Niveau. Und mittlerweile gehören „Tobi” und „Tille” nicht nur in Deutschland zur absoluten Spitze, sondern haben sich auch zum dritten Mal für die Steak-Weltmeisterschaft in Texas qualifiziert.

Die überdachte Terrasse bei Tilman Meyer gleicht einem wahrgewordenen Paradies für jeden Grillliebhaber. Um einen alten, knisternden Holzofen in der Mitte reihen sich Grills in verschiedenen Größen, Formen und Funktionen. Ein Pizzaofen, mehrere Keramikgrills, ein Gasgrill – um nur ein paar aufzuzählen. An der Wand hängt, eingerahmt neben einer Amerika-Flagge, eine Karte. „Golden Ticket“ steht dort in schwarzer Schrift auf goldenem Untergrund. Es ist die Eintrittskarte zur Steak-Weltmeisterschaft in Fort Worth im US-Bundesstaat Texas.

Aus der anfänglichen Begeisterung fürs Grillen ist eine echte Leidenschaft geworden. Eine, die die Ansbacher längst quer durch Europa geführt hat. „Wir sind zum Teil 14 Stunden mit dem Auto zu einem Wettkampf gefahren und am nächsten Tag wieder zurück“, berichtet Tobias Mohr. Dänemark, Rumänien oder innerhalb Deutschlands: Wo gegrillt wird, sind die „Franconia BBQ Bastards“, wie sich die beiden nennen, nicht weit. Sie treten bei den Wettkämpfen zwar getrennt an, sehen sich dennoch nicht als Konkurrenten. „Es ist mehr ein Miteinander als ein Gegeneinander, obwohl wir beide natürlich trotzdem unsere eigenen Ziele haben.“

Die Community hilft weiter

„Das Besondere an der Community ist ohnehin die Gemeinschaft“, betont Tobi Mohr. Er spricht von großer Hilfsbereitschaft und Unterstützung, besonders bei Wettkämpfen im Ausland. „Wenn wir zum Beispiel, wie bald, einen Wettkampf in den USA haben, kann man seinen Grill und das ganze Equipment schlecht mitnehmen. Aber die Amis sind da super nett. Es gibt in der Szene viele Gruppen und Foren. Wenn man dort nachfragt, wird einem sofort ausgeholfen.“ Durch diese Vernetzung haben sich auch die beiden Ansbacher überhaupt erst über Facebook kennengelernt. „Und das, obwohl wir aus der gleichen Ecke kommen“, lacht Tille Meyer.

Beim Besuch in Tilmans Grillecke bereiten die beiden ein Wettkampf-Steak zu. Und schon die Vorbereitung ist aufwendiger als gedacht. Mit der Präzision eines Chirurgen schneidet Meyer das Rib-Eye zu und würzt es von allen Seiten mit seiner Wettkampf-Gewürzmischung. Auch danach wird nichts dem Zufall überlassen. „Zuerst kommt das Steak auf direkte Hitze, für die Kruste. Im Wettkampf wird vor allem auf die Grillstreifen geachtet“, erklärt Tille. Dafür dreht er das Fleisch nach wenigen Minuten sehr vorsichtig um 45 Grad. „Wenn die Kruste gut ist, lassen wir das Steak unter indirekter Hitze fertig garen, bis es medium ist.“

Ein Thermometer gehört dabei zu den wichtigsten Werkzeugen. „Ich würde jedem empfehlen, sich eins zuzulegen“, rät Tille Meyer. „Es ist nicht zu teuer und macht es sehr viel einfacher, die gewünschte Garstufe zu erreichen.“ Auch beim Anschneiden des Steaks spielt das Thermometer eine entscheidende Rolle. „Man sollte ein Steak immer erst aufschneiden, wenn sich der Saft wieder im ganzen Fleisch verteilt hat. Das erkennt man daran, dass die Kerntemperatur anfängt, zu sinken“, erklärt Tobi. Nach geschlagenen zehn Minuten darf probiert werden. Butterzart, saftig, aromatisch – das perfekte Steak.

Schon dreimal bei der WM dabei

Ob das aber für den Weltmeistertitel reicht, wird sich Mitte März zeigen. Die Steak-WM in Fort Worth zieht über 400 Teams aus aller Welt an, alle durch vorherige Wettkämpfe qualifiziert und mit einem goldenen Ticket ausgestattet. Dreimal konnten sich die beiden Ansbacher bereits qualifizieren. Ihr bestes Ergebnis bisher: eine Platzierung unter den Top 25. Ob sie vor so einem Wettkampf nervös sind? „Nein, nervös bin ich nicht“, sagt Tobi Mohr. „Vielleicht ein bisschen aufgeregt, wenn es zur Siegerehrung geht.“ Und warum sollten sie auch? Zahlreiche Wettkämpfe und Titel, darunter die deutsche Meisterschaft im vergangenen Jahr, sprechen für sich.

Seit Kurzem geben die Grillexperten ihre Erfahrung in Kursen ihrer eigenen Grillschule weiter. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer lernen, wie man Fleisch perfekt zubereitet und welche Techniken Profis bei Wettkämpfen anwenden. „Wir lieben es einfach, in Gemeinschaft zu grillen, und freuen uns sehr, wenn wir dabei anderen Leuten ein paar Tipps mitgeben können.“


Von Rasmus Cramer
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