Die Nahversorgung in Lichtenau soll jetzt mit einem neuen Konzept gestärkt werden: In einer Dorfladenbox könnten künftig Direktversorger ihre Produkte anbieten.
„Es ist zur Stärkung der regionalen Landwirtschaft“, betonte Bürgermeister Markus Nehmer. Der Vorschlag, einen solchen Verkaufsautomaten aufzustellen, war aus der Bevölkerung an ihn herangetragen worden. Angeboten werden könnten dort beispielsweise Eier, Milchprodukte, Fleisch- und Wurstwaren, Imkerei-Erzeugnisse, Essig und Öl, Süßes und Knabbereien, Brot und Gebäck, Saisonartikel, Gewürze, Tiernahrung, Konserven und Fertigmahlzeiten, Fisch, Getränke, Getreide und Mehl oder Obst und Gemüse.
„Wir müssten genügend Beschicker finden“, stellte der Rathauschef fest. In der Vergangenheit war die Idee, einen Bauernmarkt zu installieren, im Sande verlaufen. Vor allem aus Gründen des Personalmangels hatte die Gemeinde vonseiten der Landwirte mehrere Absagen erhalten. Im Falle der Dorfladenbox wäre der Aufwand allerdings deutlich geringer, da die Erzeuger die Regale nur füllen und die Produkte nicht selbst verkaufen müssten.
Ein wichtiger Vorteil liegt darin, dass die Kunden nicht mehrere Dorfläden abklappern müssten, sondern verschiedene Produkte an einem Standort erwerben könnten, heißt es vonseiten des Herstellers der Dorfladenboxen. Zugleich hätten die regionalen Erzeuger eine zusätzliche Absatzmöglichkeit.
Die Dorfladenbox hat inklusive Hängeregal eine Verkaufsfläche von etwa 11,5 Quadratmetern. Um dort einkaufen zu können, müssen die Kunden zunächst ein Kundenkonto erstellen und eine App auf ihr Handy laden. Anschließend haben sie 24 Stunden am Tag Zutritt und können bargeldlos einkaufen. Die Nachbestellungen bei den Lieferanten erfolgen automatisiert über eine Software. Nehmer: „Wenn ich es richtig verstanden habe, wird eine Whats-App verschickt, wenn die Eier aus sind.“
Investieren müsste die Gemeinde rund 50.000 Euro für die Dorfladenbox inklusive Standardausstattung mit fünf Kühlschränken, einer Gefriertruhe, einem Regalsystem, Beleuchtung, Steuerung, Videoüberwachung und Bezahlterminal. Hinzu kämen weitere 10.000 Euro für die Einrichtung. Die Verwaltung hofft, dass Fördergelder aus dem Leader-Programm in Anspruch genommen werden könnten.
Gemeinderat Rainer Buckel (CSU) findet die Idee besser als einen Bauernmarkt, gab jedoch zu bedenken, dass die Box gut überwacht werden müsste, da solche Selbstbedienungsläden andernorts schon aufgebrochen worden seien.
Benötigt würde ein gut frequentierter Standort, möglichst im Eigentum der Gemeinde. Dort sollten ein Strom- und ein Telefonanschluss verfügbar sein. Gemeinderätin Sandra Ramos (SPD) brachte den Festplatz als Standort ins Spiel. Dort könne man auch gut parken, meinte sie.
Eine Entscheidung pro oder kontra Dorfladenbox fällten die Gremiumsmitglieder in dieser Sitzung noch nicht.