Bunte Rosen für die Damen, ein PS-starker Flitzer aus einer italienischen Edelschmiede zumindest für ein Wochenende, warme Worte und eine entspannte Einkaufsatmosphäre: Das alles ließ die offizielle Eröffnung der Neustadt am Samstag erwarten.
Man muss schon tief in Erinnerungen kramen, um die mehrere hundert Meter lange Gasse noch als die Einkaufspassage Ansbachs schlechthin identifizieren zu können. „An Samstagen gab es hier kaum ein Durchkommen“, wagt sich etwa Jürgen Wolf vom Café am Schloss an einen Rückblick auf Kindheitstage. Inzwischen aber ist nach einer rekordverdächtigen siebenjährigen Grundsanierung der Neustadt doch einiges geschehen – in positiver Hinsicht.
Aus den Beschwernissen dieser Zeit der Sanierung, in der neue Versorgungsleitungen im Untergrund verlegt wurden und darüber ein frisches Pflaster Platz fand, entwuchs unter den leidgeprüften Gewerbetreibenden ein Geist des Zusammenhalts, berichtete Stefan Wellhöfer von der Boutique „Lustobjekte“. Entsprechend beteiligten sich auch nahezu alle Händler, Gastronomen und Geschäftsinhaber der Neustadt und der angrenzenden Uzstraße nun an der Ausrichtung und Gestaltung der Feierlichkeiten.
„Das funktioniert nur deshalb, weil alle mitmachen“, erklärt Wellhöfer. Für das samstägliche Programm hat man sich einiges einfallen lassen. Passend zum anstehenden Muttertag wurden an Frauen als kleines Dankeschön 350 Rosen verteilt. Am Fermo-Platz baute Jürgen Wolf einen Bratwurst-Stand auf, an dem Kunden und vorbeischlendernde Menschen dem Inbegriff der fränkischen Kulinarik frönen konnten.
Aber auch für die Ohren war etwas geboten: Eine von den StadtFreunden organisierte Band sorgte in der Neustadt für Liveatmosphäre. Kurz unterbrochen wurde dieser Music-Act durch die offizielle Eröffnungsrede von Oberbürgermeister Thomas Deffner (CSU), der sich in Sachen Miteinander für Ansbach inzwischen durchaus aufgeschlossen zeigt.
Viel zu tun gibt es für die städtische Verwaltung in Sachen Neustadt aber noch immer, soll dem Ladenleerstand mit der Ansiedlung von wertigem Handel und Gastronomie begegnet werden. Aktuell hatten am Samstag verschiedene Geschäfte im Außenbereich bestuhlt und mit frischen Pflanzen neben den bunten Regenschirmen zwischen den Häusern für eine stimmungsvolle Atmosphäre gesorgt. „Wir müssen mit solchen Events mehr Menschen in die Stadt bringen“, beschreibt Wellhöfer sein Credo.
Es gilt, das Tempo zu reduzieren, mit dem potenzielle Kunden die Neustadt passieren. Sprich: Wer häufiger mal stehenbleibt und sich vom Charme der Gasse einfangen lässt, wird auch die Geschäfte besuchen.
Für die in Zusammenarbeit mit der Citywerkstatt entstandene Idee „Ansbach lacht“ sind bereits zahlreiche Schnappschüsse herzhaft lachender Menschen eingegangen, Wellhöfer führte die Aktion am Samstag fort: Wer 18 Jahre alt ist und ein solches Foto von sich künftig über der Neustadt baumeln sehen will, kann Bilder mit der Mindestauflösung von 1 MB per Mail an Wellhöfer senden. Kosten entstehen keine, nur eine Einverständniserklärung muss unterzeichnet werden.
Ein Lächeln könnte den Kunden auch die große Verlosungsaktion am Samstag auf die Lippen zaubern. 150 von Ladenbetreibern der Neustadt zur Verfügung gestellte Sachpreise gab es dabei zu gewinnen. Nieten werden keine ausgegeben, ab einem bestimmten Warenwert erhalten Kunden ein Los gratis. Für die drei Hauptpreise konnte Wellhöfer Autohaus-Chefin Susanne Oppel mit ins Boot holen. Zu gewinnen gibt es je ein Wochenende in einem Wagen der italienische Luxusmarke Maserati.