Ansbachs OB Deffner kämpft für den Rezat-Parkplatz | FLZ.de

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Veröffentlicht am 26.04.2024 18:15

Ansbachs OB Deffner kämpft für den Rezat-Parkplatz

Das Bild aus dem Jahr 2022 verdeutlicht: Der direkt an der Rezat gelegene Parkplatz wird bei anhaltendem Starkregen überflutet. (Foto: Jim Albright)
Das Bild aus dem Jahr 2022 verdeutlicht: Der direkt an der Rezat gelegene Parkplatz wird bei anhaltendem Starkregen überflutet. (Foto: Jim Albright)
Das Bild aus dem Jahr 2022 verdeutlicht: Der direkt an der Rezat gelegene Parkplatz wird bei anhaltendem Starkregen überflutet. (Foto: Jim Albright)

Verschwinden die Planungen zur Renaturierung des Rezat-Parkplatzes in der Schublade? Die Umsetzung des mit dem Hochwasserschutz verbundenen Vorhabens ist aus Sicht von Oberbürgermeister Thomas Deffner (CSU) unrealistisch. Er spricht sich deutlich für den Erhalt des Rezat-Parkplatzes in seiner bisherigen Form aus.

Eingeschränkte finanzielle Möglichkeiten

Bereits im Rahmen einer Bürgerversammlung im vergangenen Jahr hatte das Stadtoberhaupt seine Bedenken öffentlich gemacht, die angedachte Renaturierung der Rezat vom Schloss bis zum Kasernendamm realisieren zu können und begründete das mit den eingeschränkten finanziellen Möglichkeiten der Stadt.

Inzwischen ist nach einer Verlautbarung aus dem Wasserwirtschaftsamt zumindest klar, dass nicht die Stadt, sondern der Freistaat für die Kosten bei einer Renaturierung eines Gewässers zweiter Ordnung wie der Rezat aufkommen muss.

Neuordnung der Parkflächen

Allerdings ist im Zuge einer wie auch immer gearteten Renaturierung des Flusses auch eine Neuordnung der bisherigen Parkflächen an der Rezat zu erwarten. Und das wäre sicher auch mit nicht eben niedrigen Kosten verbunden, lässt Oberbürgermeister Thomas Deffner (CSU) durchblicken.


Der Parkplatz ist lebenswichtig für die Altstadt.

OB Thomas Deffner

Der Parkplatz in unmittelbarer Nähe zum Fluss war Ende der 70er Jahre des zurückliegenden Jahrhunderts im Zuge der Begradigung der Rezat und Anlage der Residenzstraße als Provisorium angelegt worden. Durch immer wiederkehrende Hochwasser und die extensive Nutzung durch die motorisierten Verkehrsteilnehmer ist er nach mehr als vier Jahrzehnten in keinem guten Zustand. Wege sind ausgefahren, bei Regen bilden sich vielerorts Pfützen.

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„Nicht toll, aber er funktioniert”

„Es ist nicht schön, es ist nicht toll, aber er wird genutzt und er funktioniert“, beschreibt Deffner den Status quo und schlussfolgert: „Der Parkplatz ist mir, wenn die Finanzmittel knapp sind, in dem schlechten Zustand lieber, als wenn er verschwindet zugunsten einer Renaturierung.“

Während der OB klar Stellung bezieht, läuft andernorts erst die Bestandsaufnahme. Die Verwaltung hat das in Nürnberg ansässige Büro für Stadt- und Freiraumplanung Projekt 4 mit dem Vorhaben betraut. Astrid Hahn, ihres Zeichens Landschaftsarchitektin mit den Schwerpunkten Freiraumplanung sowie Planung von Straßen und Plätzen, spricht von einer Findungsphase, in der man sich derzeit befinde.

Situation lässt sich verbessern

Bei der laufenden Analyse, die mit dem Wasserwirtschaftsamt und den Arbeiten zum Hochwasserschutz abgestimmt ist, wird der gesamte Bereich vom Kasernendamm bis zum Schloss betrachtet. „Wir bewerten dann, wo Handlungsbedarf besteht und eingegriffen werden kann und wo nicht, etwa aufgrund von Biotopen“, erklärt Hahn und sagt über die derzeitige Situation: „Man kann deutlich etwas verbessern.“

An konkrete Vorgaben muss sich Hahn im derzeitigen Stand der Planungen nicht halten. „Nicht verwerflich“ seien die durch die Äußerungen des OB manifestierten Wünsche des Einzelhandels nach einem Erhalt des Rezat-Parkplatzes: „Die Frage ist, wie man damit umgeht.“


Man kann deutlich etwas verbessern.

Planerin Astrid Hahn

Die Planerin sieht in derartigen Projekten wie der Rezat-Renaturierung „immer eine Gratwanderung“ zwischen den Ansprüchen des Naturschutzes, des Bedarfs der Händler und den Wünschen der Naherholung. Es gelte, die Dinge „so gut wie möglich abzuwägen und eine gute Kompromisslösung zu finden“.

Von Seiten der städtischen Verwaltung nehmen sich die Einlassungen dabei sehr deutlich aus. In eine Richtung. Es gelte, den Großteil der 324 Parkplätze im Bereich Rezatwiese Ost/Mitte und die 211 Parkbuchten im ehemals beschrankten westlichen Bereich zu erhalten.

Lebenswichtig für die Altstadt

„Da kann mal eine Reihe der Parkplätze wegfallen, aber alles andere muss noch meiner Auffassung bleiben. Der Parkplatz ist lebenswichtig für die Altstadt“, sagt OB Deffner unmissverständlich – im Hinblick auf Großveranstaltungen wie das Altstadtfest, den Weihnachtsmarkt oder die Bachwoche, bei denen kaum ein Parkplatz frei bleibe. „Es wird sicher kein ein Kilometer langer Wasserspielplatz werden“, hatte sich auch Baudirektor Jochen Büschl bereits vor Monaten klar geäußert.

Wie die Stadt auf Anfrage mitteilte, sind für die angedachten Workshops und die damit einhergehende Bürgerbeteiligung noch keine Termine festgelegt. Die Konzeption des Planungsbüros ist laut Auskunft von Astrid Hahn gegen Ende des Jahres zu erwarten. Erst im Anschluss soll daraus dann eine konkrete Objektplanung entstehen.


Florian Pöhlmann
Florian Pöhlmann
Nach der journalistischen Grundausbildung beim Fernsehen rief 1999 die große weite Welt des Sports, die ich in Nürnberg in nahezu allen Facetten kennenlernen und in verantwortlicher Position gestalten durfte. Erst der verlockende Ruf aus Ansbach und die Aussicht, im fortgeschrittenen Alter Neues zu wagen, sorgten ab 2021 für einen Neustart in der Lokalredaktion.
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