Amerikanisches Ehepaar auf Spurensuche: Wo kamen die ausgewanderten Vorfahren her? | FLZ.de

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Amerikanisches Ehepaar auf Spurensuche: Wo kamen die ausgewanderten Vorfahren her?

Auf Spurensuche in Markt Erlbach (von links): Robert Zöllner, Birgit Fleischmann, Annette und David Kandel, Erhard und Inge Beck sowie Gerhard Wagner vor dem ehemaligen Wohnhaus der Auswandererfamilie Preiss in Walddachsbach. (Foto: Ute Mehlhorn)
Auf Spurensuche in Markt Erlbach (von links): Robert Zöllner, Birgit Fleischmann, Annette und David Kandel, Erhard und Inge Beck sowie Gerhard Wagner vor dem ehemaligen Wohnhaus der Auswandererfamilie Preiss in Walddachsbach. (Foto: Ute Mehlhorn)
Auf Spurensuche in Markt Erlbach (von links): Robert Zöllner, Birgit Fleischmann, Annette und David Kandel, Erhard und Inge Beck sowie Gerhard Wagner vor dem ehemaligen Wohnhaus der Auswandererfamilie Preiss in Walddachsbach. (Foto: Ute Mehlhorn)

Nach 40 Jahren spannender Recherche in den USA begaben sich David Kandel und seine Frau Annette nun auf Spurensuche in den Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim und besuchten die Orte, aus denen die ausgewanderten Vorfahren stammten. Es wurde zu einem unvergesslichen Erlebnis für das Ehepaar.

Wer könnte als Ansprechpartner besser geeignet sein als Gerhard Wagner und Robert Zöllner vom Heimatverein Markt Erlbach, zumal diese in den vergangenen Jahren schon mehrfach US-Bürgern bei der Suche nach ihren Wurzeln behilflich waren. Gerhard Wagner, den David Kandel gleich zum „Historiker“ adelte, hatte im Vorfeld prompt ein Besuchsprogramm zusammen gebastelt und schon vor dem Eintreffen der Kandels weitere Nachforschungen angestellt.

Das Geburtshaus von Ursula Maria Kandel, die 1836 mit ihrem Sohn Sixtus in die USA ausgewandert war, war tatsächlich schnell gefunden: Hauptstraße 35 in Markt Erlbach. Aber das von Margaretha Preiss, die mit ihrer Familie zur gleichen Zeit ausgewandert war und Sixtus in den USA ehelichte? Mehrfache Nachfragen von Gerhard Wagner in Walddachsbach (Gemeinde Dietersheim) sowohl in der Gastwirtschaft als auch bei verschiedenen Bürgern brachten zunächst keine näheren Erkenntnisse.

Haus in Walddachsbach entdeckt

Ein Bericht in unserer Zeitung, der das Ehepaar Kandel nach eigenen Aussagen „wie Promis fühlen ließ“ und mit dem der Heimatverein den US-Besuch ein paar Tage vorher publik gemacht hatte, versetzte die WhatsApp-Gruppe der Walddachsbacher Dorfbewohner dann jedoch in helle Aufregung: Welches Haus in Walddachsbach würden die amerikanischen Gäste wohl aufsuchen? Und dann wurde Robert Zöllner doch noch fündig: Es war das Haus Nr. 13.

Die Familie Beck, die schon vor vielen Jahren einmal Besuch aus Amerika gehabt hatte und den neuen Gästen in freudiger Vorahnung Einlass gewährte, hatte bereits alte Fotos des früheren Anwesens bereitgelegt. Auch die Adresse der früheren US-Besucher hielt sie parat, damit das Ehepaar Kandel dort weitere Informationen einholen könne.

Markt Erlbacher gründeten Siedlungen in Ohio

Schließlich ging es noch nach Altziegenrück in das Anwesen der Familie Blank, wo noch eine direkte Nachfahre jener Grünbaums wohnt, die zur gleichen Zeit wie Sixtus Kandel sowie weitere 500 Markt Erlbacher Bürger ausgewandert waren und in Ohio deutsche Siedlungen gründeten. Dort fand sich auch Markt Erlbachs Bürgermeisterin Dr. Birgit Kreß ein, um die Gäste aus Ohio zu begrüßen und ihnen eine Geschenktasche im Namen der Gemeinde zu überreichen.

Dank des regen Austausches mit den hiesigen Kontakten sowie eines informativen Besuchs im Museum Markt Erlbach – hier vor allem der Auswanderungsabteilung – sowie in der Markt Erlbacher St.-Kilians-Kirche ergaben sich weitere wertvolle Hinweise, die es David Kandel ermöglichen werden, die spannende Reise in seine persönliche Familiengeschichte fortzusetzen und weitere, noch fehlende Puzzleteile zusammenzusetzen.

Dies ist nicht zuletzt auch der kompetenten Übersetzung und den professionellen Erklärungen von Ute Mehlhorn von der auf dieses Klientel spezialisierten Reisegesellschaft The German American Connection zu verdanken, die Kandel beruflich schon länger bei seinen Recherchen begleitet. Ein großer Dank ging vor Ort auch an Birgit Fleischmann, die während des Besuchs die Hauptlast der Übersetzungen schulterte.

Die Ergebnisse seiner bisherigen Nachforschungen hat David Kandel schriftlich festgehalten und dem Heimatverein überlassen. Man darf also schon gespannt sein auf den Heimatbrief 2026, in dem diese Geschichte in voller Länge abgedruckt sein wird.


Patrick Lauer
Patrick Lauer
Redakteur
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