Zwischenbilanz in Rothenburg: Verlängerter Reiterlesmarkt lässt Hoteliers jubeln | FLZ.de

foobarious
arrow_back_rounded
Lesefortschritt
Veröffentlicht am 15.12.2025 08:00

Zwischenbilanz in Rothenburg: Verlängerter Reiterlesmarkt lässt Hoteliers jubeln

Das dritte Adventswochenende bescherte dem Reiterlesmarkt enormen Zulauf. Besonders stark war der Andrang am Samstag. (Foto: Jürgen Binder)
Das dritte Adventswochenende bescherte dem Reiterlesmarkt enormen Zulauf. Besonders stark war der Andrang am Samstag. (Foto: Jürgen Binder)
Das dritte Adventswochenende bescherte dem Reiterlesmarkt enormen Zulauf. Besonders stark war der Andrang am Samstag. (Foto: Jürgen Binder)

Die Altstadt hat das wohl stärkste Wochenende der Adventssaison 2025 hinter sich. Vor allem am Samstag war sie proppenvoll, wofür auch zahlreiche Busse mit Gruppen sorgten, die zur Budenstadt pilgerten. Unterdessen wurde vom Tourismus-Service eine Markt-Zwischenbilanz vorgelegt, in der es um die Effekte die Verlängerungswoche geht.

Aus Hotellerie und Gastronomie gebe es „ausschließlich positive Resonanz zu den zusätzlichen Markttagen” Ende November, heißt es darin. Die Vorverlängerung habe aus einer traditionell eher schwachen November-Woche „eine gute Advents-Woche” gemacht, wird der Hotelier und Restaurant-Betreiber Christian Mittermeier zitiert. Wenn sich die Gesamt-Nachfrage dadurch zeitlich etwas mehr verteile, dann sei das als Erfolg zu werten, weil alles etwas entspannter werde.

Veränderung muss sich noch herumsprechen

Zu einer ähnlichen Bewertung kommt, wie der Tourismus-Service mitteilt, Hotelier Markus Meinold, der auch Vorsitzender des örtlichen Hotel- und Gaststättenverbands ist: Die neue Startwoche sei für die Gäste vor Ort „ein hervorragendes Erlebnis” gewesen. Das werde sich herumsprechen, und für die Busunternehmen sehe er bei einer Verstetigung der Verlängerung noch Potenzial nach oben. Wenn diese frühzeitig und sicher damit planen könnten, werde das Geschäft dort in der frühen Woche mehr anziehen und vielleicht auch Druck von den späteren Adventswochenenden nehmen, denkt Meinold.

Der Platz vor dem Rathaus war voll, als die Kinder mit ihren Laternen eintrafen. Das Reiterle verzichtete bei seiner Ankunft daher auf das angestammte Pferd. (Foto: Margit Schwandt)
Der Platz vor dem Rathaus war voll, als die Kinder mit ihren Laternen eintrafen. Das Reiterle verzichtete bei seiner Ankunft daher auf das angestammte Pferd. (Foto: Margit Schwandt)

Das Reiterle wird beim Rothenburger Laternenumzug zum „Schreiterle”

Die Symbolfigur des Weihnachtsmarktes konnte in diesem Jahr nicht wie gewohnt auf dem Pferd einreiten. Das hatte einen ganz einfachen Grund.

Laut Tourismus-Direktor Dr. Jörg Christöphler stehe der Reiterlesmarkt als „wichtigste Veranstaltung im Jahreslauf” im Wettbewerb mit anderen deutschen und europäischen Weihnachtsmärkten. Gäste, die in der letzten Novemberwoche schon einen Weihnachtsmarkt erleben möchten, gingen dorthin, wo es einen solchen gebe, wenn nicht in Rothenburg, dann in Regensburg, Salzburg oder andernorts.

Die Stadt könne es sich daher kaum leisten, diese zusätzliche Voradventswoche nicht anzubieten. Ein positiver Effekt in diesem Jahr zeige sich im Übrigen bei den deutlich gestiegenen Besuchszahlen in den Museen. Und an vermittelten privaten Gruppen-Stadtführungen habe der Tourismus Service in der Verlängerungswoche Ende November deren 27 verbucht, mehr als doppelt so viele wie im gleichen Zeitraum des Vorjahres, so Christöphler.

Zusatzaufwand für Vereine schwierig

Brigitte Orf vom Stadtmarketing beobachtete überdies positive Effekte für den Einzelhandel durch die Verlängerungswoche. Es gibt allerdings auch kritische Stimmen. So sorgte der zeitliche Mehraufwand vor allem bei den Vereinen, die den Dienst an ihren Buden mit Ehrenamtlichen besetzen, für Probleme. Zusätzlich benötigte Helferinnen und Helfer fänden sich nicht so leicht, und die Umsätze an den Wochentagen seien in der neuen Startwoche eher schwach gewesen, so der Tenor.

Als positiv empfunden würden allerdings einige organisatorische Neuerungen des Reiterlesmarktes, so der Tourismus-Service. So seien vor allem die Händler der Budenlinie in der Herrngasse sehr zufrieden damit, dass die Stände nun zum Rathaus hin ausgerichtet seien und nicht mehr wie früher davon weg zeigten. Der Markt werde so mehr als Einheit wahrgenommen. Kontrovers werde hingegen der Wegfall der Bühne am Grünen Markt bewertet, so der Tourismus-Service.

Gut angelaufen ist im Übrigen das Advents-Zusatzangebot im Burggarten, das von der Gruppe FormatF veranstaltete „Winterglühen”. Zahlreiche Leute ließen dort seit Freitag die Adventsabende bei gepflegter Live-Musik entspannt ausklingen. Auch am Montag ist von 17 bis 22 Uhr Betrieb im Burggarten.

Der Weihnachtsmarkt in Neustadt/Aisch zählt zu den größten im Landkreis. (Archivbild: Christian Motzek)
Der Weihnachtsmarkt in Neustadt/Aisch zählt zu den größten im Landkreis. (Archivbild: Christian Motzek)

Alle Weihnachtsmärkte 2025 in der Region: Die große Übersicht zur Adventszeit

Von Dorfweihnacht bis Megaattraktion: Das ist die Liste der Adventsmärkte in den Landkreisen Ansbach und Neustadt/Aisch-Bad Windsheim mit Öffnungszeiten.
north