Anfang dieses Jahres hatte Rafael Grups seine Pläne für das ehemalige Bochenek-Areal im Rothenburger Stadtrat vorgestellt. Seine Ideen für neuen Wohnraum wurden aber von vielen Nachbarinnen und Nachbarn nicht so gut aufgenommen. Sie wandten sich mit einem Schreiben und einer Unterschriftenliste an die Stadt. Diese reagierte darauf mit einem Info-Abend.
Fast 70 Menschen waren in den Musiksaal gekommen, um sich die Pläne von Rafael Grups vom Familienunternehmen Hohenloher Wohnungsbaugruppe aus Niederstetten noch einmal persönlich erklären zu lassen. Es waren viele direkte Nachbarinnen und Nachbarn des Grundstücks im alten Heckenacker da, aber auch viele, die in der Nähe wohnen. Aus allen Stadtratsfraktionen waren Vertreterinnen und Vertreter anwesend, Oberbürgermeister Dr. Markus Naser übernahm die Begrüßung und moderierte die sich anschließende Diskussionsrunde.
Im Anschluss an die etwas über eine Stunde dauernde Veranstaltung zeigten sich sowohl Grups als auch Naser zufrieden mit dem Abend. Grups, der mit seiner Familie selbst ganz in der Nähe wohnt, fand das Format „wertvoll“; ihm war es wichtig, die Leute abzuholen, ihnen Ängste zu nehmen. Was ihn freute: Er hatte auch ein richtig positives Feedback bekommen.
Der Oberbürgermeister war „sehr zufrieden“ mit dem Abend. Für ihn war wichtig, dass alle ins Gespräch kommen, Austausch sei wichtig. Sein Ziel: „Wir müssen schauen, dass wir zu einer Lösung finden, mit der alle zufrieden sind.“
Doch was ist eigentlich geplant und was sind die Bedenken vieler, die rund um das Grundstück wohnen? Auf etwa 1500 Quadratmetern – auf der Fläche der ehemaligen Gärtnerei – sollen 16 bis maximal 22 Wohneinheiten entstehen. Die Idee: eine Mischung aus Einfamilienhäusern, Doppelhaushälften und Mehrfamilienhäusern. Dazu sind 22 Stellplätze für Autos plus vier Parkplätze für Besucherinnen und Besucher eingeplant, wie der Präsentation zu entnehmen war.
Entstehen sollen die Häuser im „Wohnquartier Blumenweg“ via Modulbau in einer ressourcenschonenden Holzbauweise. Das hatte Grups dem Stadtrat erklärt, als er seine Pläne in einer Sitzung vorgestellt hatte. Damals meinte er auch, dass er das Vorhaben „möglichst schnell“ vorantreiben wolle. Im Optimalfall will er noch dieses Jahr mit dem Bau eines ersten Gebäudes anfangen.
Diese Gedanken trafen auf die Bedenken mehrerer Nachbarinnen und Nachbarn. Die Wortmeldungen in der Diskussion drehten sich zum einen um die Höhen der Häuser, aber besonders auch um die Parkplatzsituation, den zu erwarteten Mehrverkehr und die vergleichsweise kleine und enge Einfahrt zum Grundstück (die Zufahrt erfolgt über die Wernitzerstraße). Ein Vorschlag eines Nachbars hier: Die Zufahrt über die Wernitzerstraße belassen, die Ausfahrt allerdings über den Philosophenweg zu regeln – allerdings nur für die Anwohnenden. Realisiert werden könnte dies über eine Schranke.
Gänzlich gegen die Wohnraum-Pläne sind die Nachbarinnen und Nachbarn übrigens nicht. Im Schreiben an die Stadt ist unter anderem zu lesen, dass die Unterschreibenden „nicht grundsätzlich gegen eine Bebauung sind“. Ihnen sei „selbstverständlich bewusst, dass hier eine Wohnbebauung erfolgen wird“. Sie finden die Pläne aber „weit überzogen“.
Die ersten Entwürfe „mit Doppelhausbebauung waren noch deutlich verträglicher für den alten Heckenacker und die alteingesessenen Anwohner, als die nun vorgestellte Planung“, finden sie. Sie fürchten etwa die Entstehung eines „sozialen Brennpunkts“.
Wie es jetzt weitergeht? Investor Grups wird weiterplanen, Anregungen mitbedenken und möglichst bald eine aktualisierte Version der Planungen in einer der nächsten Stadtratssitzungen vorstellen. Entscheiden wird dann der Stadtrat.