Gärtnerei-Areal soll in Rothenburg zu Wohnquartier werden | FLZ.de

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Veröffentlicht am 11.03.2025 12:00

Gärtnerei-Areal soll in Rothenburg zu Wohnquartier werden

Dort, wo die Gärtnerei Bochenek früher ihre Blumen und Pflanzen gezogen und verkauft hat, soll bald gewohnt werden. (Foto: Clarissa Kleinschrot)
Dort, wo die Gärtnerei Bochenek früher ihre Blumen und Pflanzen gezogen und verkauft hat, soll bald gewohnt werden. (Foto: Clarissa Kleinschrot)
Dort, wo die Gärtnerei Bochenek früher ihre Blumen und Pflanzen gezogen und verkauft hat, soll bald gewohnt werden. (Foto: Clarissa Kleinschrot)

Rafael Grups hat ziemlich konkrete Ideen und Vorstellungen, wie das Wohnquartier „Blumenweg“ auf dem ehemaligen Areal der Gärtnerei Bochenek aussehen soll. Er will das Projekt so schnell wie möglich realisieren und hat es dem Stadtrat vorgestellt. Beschlossen wurde nichts, die Planungen laufen weiter.

Das Familienunternehmen Hohenloher Wohnungsbaugruppe aus Niederstetten um Geschäftsführer Grups hat das Gelände gekauft. Einst waren Einfamilienhäuser geplant gewesen, jetzt soll eine Mischung aus Einfamilien-, Doppel-, und Mehrfamilien- beziehungsweise Reihenhäusern entstehen. Den neuen Plan hat Grups vorgestellt.

Das Besondere: Das Wohnquartier wird nicht als Einzelgrundstück betrachtet. Grups erklärte dem Stadtrat: „Für uns war von Anfang an der Quartiersgedanke wesentlich für unser Projekt.“ Es soll ein „urbanes Wohnen mit hoher Aufenthaltsqualität“ entstehen.

Breit gefächerte Zielgruppe ansprechen

Auch ein Ziel: eine breit gefächerte Zielgruppe ansprechen. Es sollen „nicht sieben Einfamilienhäuser“ gebaut werden, wo „sieben junge Familien einziehen“, die „sicher einen Teil des Bedarfs in Rothenburg darstellen. Aber es gibt genug andere Gruppen – Berufstätige, Alleinstehende, Senioren –, die ebenso Bedarf an Wohnraum haben, der aktuell in Rothenburg nicht gedeckt ist.“

Grups fühlt „eine gewisse soziale Verantwortung, wenn man so ein Quartier entsprechend entwickelt“. Ein weiterer Punkt: Es soll preisgünstiger Wohnraum geschaffen werden. Dies gelte nicht für jedes, aber für vereinzelte Gebäude. Er will damit „einen bezahlbaren Wohnraum“ in der Stadt schaffen, „den sich in dem Sinne auch normale Bürger wieder leisten können“.

Verschiedene Wohnvarianten denkbar

Entstehen könnten verschiedene Wohnvarianten in elf bis maximal 15 Einheiten – von der Zwei-Zimmer-Wohnung in einem Fünf-Familienhaus über die Doppelhaushälfte bis hin zum klassischen Einfamilienwohnhaus.

Grundsätzlich sollen die Gebäude eine „klare Struktur“ haben. Ganz bewusst soll es eine Reihe von Carports geben, Flächenversiegelung minimiert werden. Entstehen sollen die Häuser via Modulbau in einer ressourcenschonenden Holzbauweise. Grups äußerte sich auch zum Wohnungsmarkt in der Stadt: „Maximal eine Handvoll Mietwohnungen stehen im Internet zur Verfügung. Derjenige, der sich für Rothenburg entscheidet, hier eine Arbeitsstelle anzunehmen, der schaut meistens ziemlich in die Röhre. Mit diesen Personen haben wir auch zu tun. Das heißt, unseres Erachtens nach muss schnell Wohnraum geschaffen werden. Und eben auch gerade Mietwohnungen.“

Auch zu Kosten äußerte er sich und sagte: „Ich bin schon der Meinung, dass wir preisgünstigen Wohnraum erstellen können, wenn wir unsere Ansprüche nach unten korrigieren. Die hohen Ansprüche, gerade im Eigentumswohnungsbereich, die haben dazu geführt, dass wir in den letzten Jahren Wohnraum für vier- bis fünftausend Euro der Quadratmeter bauen mussten.“ Gerade im Mietwohnungsbereich steckt für ihn Potenzial „mal wieder fünf bis zehn Schritte zurückzugehen im eigenen Anspruch und in dem, was wir bauen“.

Baustart noch in diesem Jahr?

Er will das Vorhaben „möglichst schnell“ vorantreiben und meinte, dass „im Optimalfall“ noch in diesem Jahr mit dem Bau eines ersten Gebäudes angefangen werden könnte. „Das ist vielleicht ein ambitionierter Plan, aber von unserer Seite aus wäre das durchaus realistisch.“ Grups fragte dann auch in Richtung Stadtbaudirektor Michael Knappe: „Wären wir nicht schneller mit Paragraf 34?“

Die Antwort von Knappe lautete: „Das bestimmt die Stadt Rothenburg.“ Grups erwiderte, dass wenn man Schnelligkeit und Geschwindigkeit reinbringen wolle – „die wir alle vermissen“ – dann brauche es „keinen Bebauungsplan, sondern dann müssen wir nach Paragraf 34 hier bebauen“.

Wie die Stadt auf Nachfrage der Redaktion erklärte, können bei Paragraf 34 des Baugesetzbuchs „Baulücken im Innenbereich geschlossen werden“. Die Stadt werde jedoch ein Bauleitverfahren mit bestimmten Vorgaben fordern.

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