„Wahnsinnspotenzial”: Workshop zur Landesgartenschau 2027 in Bad Windsheim | FLZ.de

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Veröffentlicht am 25.07.2025 20:00

„Wahnsinnspotenzial”: Workshop zur Landesgartenschau 2027 in Bad Windsheim

Eifrig wurden die Ideen bei dem Workshop notiert und auf den Flipcharts sortiert. (Foto: Anna Franck)
Eifrig wurden die Ideen bei dem Workshop notiert und auf den Flipcharts sortiert. (Foto: Anna Franck)
Eifrig wurden die Ideen bei dem Workshop notiert und auf den Flipcharts sortiert. (Foto: Anna Franck)

Ein buntes Veranstaltungsprogramm soll während der Landesgartenschau (LGS) im Jahr 2027 in Bad Windsheim auf die Beine gestellt und präsentiert werden. Damit das gelingt, ist der Einsatz vieler Akteure nötig. Nun fand ein erster Bürger-Workshop dazu statt.

Zwar hielt sich der Ansturm am Donnerstagabend im Kur- und Kongress-Center (KKC) mit in Grenzen, doch die rund 20, die gekommen waren, waren motiviert, ihre Gedanken zu teilen. Betreut wurden sie von Birgit Grübler, Geschäftsführerin der Bayerischen Landesgartenschau Bad Windsheim 2027 GmbH, und ihrem Team.

Dazu zählt auch Tanja Bissinger, die die Veranstaltungsleitung der Schau inne hat und dafür sorgen soll, dass ein Ende ein stimmiges Konzept steht. Wie sie erklärte, wirkte sie seit 2018 bei verschiedenen Gartenschauen im Bereich Veranstaltungen mit.

Birgit Grübler gab zunächst einen Überblick über die anstehenden Maßnahmen auf dem Gelände der LGS. Das komplette Veranstaltungskonzept sei noch nicht fertig, „das ist ein lebender Prozess, der sich bis 2027 entwickelt wird”, so die Geschäftsführerin. Ideen gebe es massig, immer wieder werden welche an sie herangetragen. Jetzt müsse man sie bündeln und das Programm sinnvoll aufstellen, sodass Besucher jeden Tag etwas finden, was sie anspricht. Für die Veranstaltungen gebe es ein gewisses Budget, erklärte Grübler auf die Nachfrage, ob Personen oder Gruppen, die in diesem Zusammenhang mitwirken, das allesamt ehrenamtlich tun müssten. Jeder Aktive werde aber nicht bezahlt werden können, manche werden auch ehrenamtlich etwas zur Schau beitragen und die Chance nutzen, sich zu präsentieren.

Teilnehmende schrieben ihre Gedanken auf

Die Hauptbühne ist neben dem Landkreis-Turm, der im Landschaftspark zwischen Vital-Hotel und Külsheim entstehen soll, geplant, eine Nebenbühne soll es im Kurpark geben. Auch die schon bestehende Bühne am Seerosenbrunnen soll genutzt werden. Zudem sind Events angedacht, die einfach im Gelände der LGS stattfinden – sodass letztlich das gesamte Areal zu einer Veranstaltungsfläche wird.

Dann schritten die Teilnehmenden zur Tat. An Flipcharts waren verschiedene Überkategorien angebracht worden: Musik, Kunst und Kultur, Jugend und Familie, Sport und Gesundheit, Natur und Umwelt oder auch Thementage. Die Teilnehmenden schrieben ihre Gedanken auf Zettel und ordneten sie zu. Zum Abschluss wurde ein gemeinsamer Blick auf die Sammlung geworfen.

Eine Auswahl: Eine Saftbar, möglicherweise in Zusammenarbeit mit dem Bernatura, konnte sich Gerhard Koslowski, der neben Sabine Detsch seitens des Stadtrates anwesend war, vorstellen. Tanja Rienecker überschrieb ihren Gedanken mit „Yoga und Bier”, das Pendant mit Wein sei andernorts recht beliebt. Und schließlich habe der Sport und das Getränk etwas gemeinsam: beide entspannen. Baumspaziergänge regte Kräuterpädagogin Marion Reinhardt an. Das traditionelle Turmblasen des Bad Windsheimer Posaunenchors könnte man während der LGS-Zeit auf den Landkreis-Turm verlegen und so die Schließung des Geländes ankündigen, fand Andreas Buchner, der in dem Ensemble mitwirkt und sich regelmäßig bei Führungen über das LGS-Gelände engagiert. Auch andere Posaunenchöre und Musiker könnten da eingebunden werden.

Erste konkrete Musikensembles wurden ins Gespräch gebracht. Luca Gaimann vom Gartenschau-Team teilte die Überlegung, auch auf auditive Reize zu setzen und Klanginstallationen zu integrieren. Neben einer Kunstmeile durch die Altstadt - als Straße zum LGS-Gelände - wurde auch eine Kulinarikmeile angeregt. Den Klostergarten in der Altstadt einzubeziehen, regte Sabine Detsch an. Die Stadträtin appellierte zudem, die Vernetzung verschiedener Akteure in Bad Windsheim mehr und weiter zu forcieren. In der Stadt liege ein „Wahnsinnspotenzial in den Menschen, die nur darauf warten, etwas beitragen zu dürfen”. Man müsse sie aber aktiv einladen. „Hier müssen mehr Menschen sitzen”, sagte sie mit Blick in den überschaubar gefüllten Saal.

Spatenstich am 28. Juli

Der Bürger-Workshop sei nur ein erster Aufschlag, betonte Birgit Grübler. Weitere sollen folgen, die verschiedene Zielgruppen ansprechen - beispielsweise Vereine, Künstler oder Kinder und Jugendliche.

Das nächste Highlight wird nun der Spatenstich am Montag, 28. Juli, um 10 Uhr am blau-grünen Herz gegenüber des KKC sein, zu dem auch die Öffentlichkeit eingeladen ist. Zu Gast sein werden auch Bayerns Staatsminister für Umwelt und Verbraucherschutz, Thorsten Glauber, die Regierungspräsidentin von Mittelfranken, Dr. Kerstin Engelhardt-Blum, Bezirkstagspräsident Peter Daniel Forster und dem Landrat Dr. Christian von Dobschütz. Grüblers Wunsch für diesen Tag: Dass der Freundeskreis der Bad Windsheimer LGS bis dahin die 100 Mitglieder voll macht.

Am 5. Oktober geht es zudem nach Furth im Wald. Es ist der letzte Tag der dortigen LGS. Bad Windsheim wird dann die Fahne übernehmen. Ziel ist, die Bad Windsheimer Schau dort zu präsentieren, weshalb heimische Akteure eingeladen sind, mitzufahren. „Die Leute sollen direkt merken: Ja, Bad Windsheim bietet was. Da wollen wir hin”, sagt Grübler. Am 26. Oktober wird auf dem KKC-Vorplatz zudem ein weiterer Stichtag gefeiert: 550 Tage bis zur LGS in Bad Windsheim.


Anna Franck
Anna Franck
Redakteurin in Bad Windsheim
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