Umschlagplatz für fast neuwertige Festtextilien in Rothenburg | FLZ.de

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Veröffentlicht am 29.01.2025 16:56

Umschlagplatz für fast neuwertige Festtextilien in Rothenburg

Sorgten auch bei der diesjährigen Auflage für einen reibungslosen Ablauf (von links): Christine Scharrer, Annemarie Zimmer, Christa Schwartz, Karin Dreher, Luitgard Herrmann, Gabriele Staudacher, Ingrid Höhn, Uschi Friedel, Kerstin Hautum, Karin Storch und Andrea Holzmann. (Foto: Nathalie Zimmer)
Sorgten auch bei der diesjährigen Auflage für einen reibungslosen Ablauf (von links): Christine Scharrer, Annemarie Zimmer, Christa Schwartz, Karin Dreher, Luitgard Herrmann, Gabriele Staudacher, Ingrid Höhn, Uschi Friedel, Kerstin Hautum, Karin Storch und Andrea Holzmann. (Foto: Nathalie Zimmer)
Sorgten auch bei der diesjährigen Auflage für einen reibungslosen Ablauf (von links): Christine Scharrer, Annemarie Zimmer, Christa Schwartz, Karin Dreher, Luitgard Herrmann, Gabriele Staudacher, Ingrid Höhn, Uschi Friedel, Kerstin Hautum, Karin Storch und Andrea Holzmann. (Foto: Nathalie Zimmer)

„Nachhaltig, gut und günstig“ – das ist ihr Motto: Die Ehrenamtlichen vom „Arbeitskreis Bazar” konnten auch beim jetzt über die Bühne gegangenen Verkauf von Bekleidung für besondere Anlässe ihre Zahlen halten. Das Projekt lebt von allen, die daran mitwirken. „Eine Hand greift in die andere“, sagt Gabriele Staudacher.

2003 begann alles mit der Idee, den gebrauchten Konfirmationsanzug des Sohnes wieder zu verkaufen, erzählt die Mitbegründerin des Arbeitskreises. Der Anzug war einmal getragen worden, noch in gutem Zustand – und wurde nie wieder verwendet. „Da bin ich auf die Idee gekommen, ihn nochmal anzubieten“, erinnert sich Staudacher.

Der Idee schlossen sich weitere Frauen an – alle auf ehrenamtlicher Basis, mit Freude und Lust am Organisieren, Planen und Ideensammeln. Nach und nach kamen immer mehr Engagierte hinzu, denn es galt im ersten Jahr, schnell einen Basar auf die Beine zu stellen. Diesen benannte die Gruppe von Tag eins als „Arbeitskreis Bazar“. „Wir sind frei und unabhängig, wir haben alles immer gemeinsam entschieden“, betont Staudacher.

Nach mehrjähriger Pause wieder zurück

Und seitdem findet der Termin jedes Jahr statt, mit Ausnahme der Zeit zwischen 2020 und 2023. Was im ersten Jahr in der Kirchengemeinde im Heckenacker Knall auf Fall startete, ist nun zu einem großen Projekt herangewachsen, zu dem jährlich immer mehr Menschen in die Räume des Gemeindesaals der Kirchengemeinde St. Jakob kommen, die gebrauchte Kleider, Anzüge, Schuhe, Fliegen und Krawatten in allen Größen und Farben verkaufen oder kaufen möchten.

Chaos oder Wühltische voll mit Kleidung werden diese am Tag des Geschehens nicht vorfinden – stattdessen sauber auf Bügel sortierte Kleidung, ein durchdachtes Konzept und sogar Beratung durch die anwesenden Ehrenamtlichen. Eine Mutter, die dort ihre beiden Söhne fast vollständig einkleiden konnte, habe Staudacher im Nachhinein geschrieben, erzählt diese stolz. „Sie hätte nicht gedacht, dass der Basar so toll organisiert ist.“

Das sind für Gabriele Staudacher die Momente, in denen sich all die Arbeit auszahlt. Die Frauen haben mit der Zeit an einigen Schrauben gedreht, damit der Basar immer besser wird. Im Nachhinein habe sich das Team immer wieder zusammengefunden, besprochen, was gut lief und was noch verbessert werden könnte.

Arbeitsteilung ist wichtig

Im nächsten Jahr setzten sie dann das Besprochene um. „Wir sind ein eingespieltes Team“, erklärt Staudacher. Bei der Veranstaltung muss alles laufen, damit kein Chaos entsteht. Eine Frau schreibt die Etiketten, eine weitere nimmt die Kleidung entgegen, sortiert diese nach der Größe ein – so läuft alles ineinander, alle Schritte sind ineinander verzahnt. Und nur so geht es, sagt sie.

Aber auch im Voraus findet viel Organisationsarbeit statt – Gabriele Staudacher und Luitgard Herrmann schreiben Gemeinden, Pfarrämter und Wochenblätter an, teilen Plakate und Flyer aus und veröffentlichen den Termin im Internet. Der Aufbau des Basars findet am Vortag statt. Der Verkauf selbst startet jedes Jahr samstags ab 13 Uhr, Freitagnachmittag und Samstagvormittag können die Verkaufenden ihre Kleidung zur Kirchengemeinde St. Jakob bringen.

Dort wird sie angenommen und aufbereitet. Etiketten werden angebracht, die Kleidung wird nach Größe und Art sortiert und dann auf Kleiderstangen gehängt. Angenommen wird alles, „was ins Sortiment passt“, sagt Gabriele Staudacher: „Was kommt, hängt da.“


Wir haben alles immer gemeinsam entschieden.

Gabriele Staudacher

Einziges Kriterium: Hochwertig sollten die Teile sein. Die Umkleidekabinen befinden sich in den Fensternischen des Gemeindesaals, Spiegel gibt es jeweils davor.

Die Frauen nehmen den Verkaufenden alles ab, erklärt Staudacher. Gegen einen Kostenbeitrag von 2,50 Euro müssen diese die Kleidung lediglich vorbeibringen. Den Rest erledigt das Team. Werden die Teile nicht verkauft, werden sie im Nachgang wieder abgeholt. Es wird geraten, die Kleidung im nächsten Jahr noch einmal vorbeizubringen. Zehn Prozent des Verkaufspreises behält der Arbeitskreis Basar ein – die Summe wird im Anschluss an die Konfirmandenarbeit der Kirchengemeinde St. Jakob gespendet.

Die Ehrenamtlichen wollen weitermachen, freuen sich aber auch darüber, wenn es eine Gruppe gibt, die das, was sie sich in 20 Jahren aufgebaut haben, weiterführen will. Die Zahlen zeigten auch, „dass wir schier nicht aufhören können“, schmunzelt Gabriele Staudacher.


Von Irmeli Pohl
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