Turm für die Landesgartenschau in Bad Windsheim: Abspecken statt klotzen | FLZ.de

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Veröffentlicht am 18.03.2025 07:00

Turm für die Landesgartenschau in Bad Windsheim: Abspecken statt klotzen

Die erste Visualisierung des Aussichtsturms für die Landesgartenschau in Bad Windsheim war äußerst positiv aufgenommen worden. Für Ernüchterung sorgte eine grobe Kostenschätzung. (Entwurf: Professor Christian Barta)
Die erste Visualisierung des Aussichtsturms für die Landesgartenschau in Bad Windsheim war äußerst positiv aufgenommen worden. Für Ernüchterung sorgte eine grobe Kostenschätzung. (Entwurf: Professor Christian Barta)
Die erste Visualisierung des Aussichtsturms für die Landesgartenschau in Bad Windsheim war äußerst positiv aufgenommen worden. Für Ernüchterung sorgte eine grobe Kostenschätzung. (Entwurf: Professor Christian Barta)

Die erste Visualisierung des Aussichtsturms, der die Landesgartenschau in Bad Windsheim bereichern soll, war auf viel Zustimmung gestoßen. Die Begeisterung wurde am Montag in der Sitzung des Ausschusses für Kreisentwicklung und Umwelt getrübt, als Landrat Dr. Christian von Dobschütz die Grobkostenschätzung nannte. Diese liegt bei rund 1,8 Millionen Euro.

Das ist eine immense Summe, die so manchen erst einmal nach Luft schnappen ließ. Dr. Arne Künstler hatte die Grobkostenschätzung für den von Professor Christian Barta von der Hochschule Ansbach entwickelten Entwurf gemacht. Dr. Künstler hatte zudem noch einen Entwurf für eine kostenreduzierte, auf die Schnelle entworfene Variante ans Landratsamt übermittelt. Diese wurde in der Sitzung vorgestellt.

Kosten sparen durch kleineren Turm

Spontane Begeisterung sieht anders aus. Walter Prechtel (UWG) erachtete die neue Variante im Vergleich zum ursprünglichen Modell als gewöhnungsbedürftig. Er regte an, den Aussichtsturm, der nach ersten Abstimmungen mit den verantwortlichen Akteuren der Landesgartenschau im neu gestalteten Landschaftspark errichtet werden soll, kleiner zu gestalten. Dadurch ließen sich sicherlich schon einige Kosten sparen, war man sich sicher.

Helmut Reiß (UWG) war spontan von der Alternativ-Version wenig angetan. Diesen Turm sollte man nicht aufstellen. Der sehe aus wie ein Käfig. Harald Trabert (FWG) sah es etwas gelassener. „Ich finde ihn gar nicht so dramatisch.” Für ihn stellt sich die Frage, ob man 100 Prozent will, was aber kostenmäßig nicht realisierbar ist, oder ob man auch auf einen Kompromiss eingehen kann.

Auf der Suche nach dem Einsparpotenzial

Mögliches Einsparpotenzial wurde etwa im Wegfall oder der Reduktion der Kristallfläche gesehen. Die Aussichtsplattform, die einen weitreichenden Blick übers Gelände ermöglichen soll, könnte auch durchaus kleiner ausfallen. Erwogen war, das Podest etwa um 50 Prozent zu reduzieren. Dies alles waren nur erste unverbindliche Überlegungen.

Von Dobschütz erinnerte daran, dass man mit Blick auf die 2027 stattfindende Landesgartenschau unter Druck stehe. Eine Summe von 1,8 Millionen Euro ist auf keinen Fall stemmbar. Um eine abgespeckte Variante werde man nicht herumkommen. Man habe erst überlegt, eine Schmerzobergrenze, also eine Höchstsumme vorzugeben, verwarf dies aber wieder, da man nicht wisse, ob das Sinn ergebe, so von Dobschütz..

Turm soll später der Stadt gehören

In der Sitzung wurde nachgefragt, ob der Turm nach der Gartenschau in Bad Windsheim bleibe. Er solle ins Eigentum der Stadt Bad Windsheim übergehen, erklärte der Landrat. Stellvertretender Landrat Hans Herold (CSU) gab zu bedenken, dass LAG-Fördermittel, von diesen stehen rund 300.000 Euro als Finanzspritze für den Turm im Raum, nur gewährt werden, wenn etwas von Dauer geschaffen und mit Leben erfüllt werde. Das sieht man beim Turm auf jeden Fall gegeben. Immerhin sei er ein Aushängeschild und Publikumsmagnet.

Grünen-Kreisrat Martin Bauer regte an, zu überlegen, ob man nicht Sponsoren gewinnen könne. Der Landrat merkte dazu an, dass Bürgermeister Jürgen Heckel, er hatte sich für die Sitzung entschuldigt, erwähnt habe, dass er möglicherweise einen Sponsor habe. Letztlich kam man im Gremium überein, dass die Planungen für einen Aussichtsturm, der letztlich anders aussieht als die erste Fassung, weitergehen sollen. Das Ganze soll in einer Arbeitsgruppensitzung besprochen werden. Die Kostenschätzung nebst einer Visualisierung, wie der Turm dann aussehen soll, soll in der nächsten Sitzung am 28. April vorgestellt werden.

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