Gartenschau in Bad Windsheim: Auch Hunde brauchen ein Ticket | FLZ.de

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Veröffentlicht am 27.01.2026 11:23

Gartenschau in Bad Windsheim: Auch Hunde brauchen ein Ticket

Die Landesgartenschau 2027 kommt mit großen Schritten näher.  (Archivbild: Nina Daebel (n.daebel@flz.de, ndaebel@yahoo.de))
Die Landesgartenschau 2027 kommt mit großen Schritten näher. (Archivbild: Nina Daebel (n.daebel@flz.de, ndaebel@yahoo.de))
Die Landesgartenschau 2027 kommt mit großen Schritten näher. (Archivbild: Nina Daebel (n.daebel@flz.de, ndaebel@yahoo.de))

Die Landesgartenschau (LGS) in Bad Windsheim nimmt weiter Form an, findet Rüdiger Eckardt, Geschäftsführer der Landesgartenschau Bad Windsheim 2027 GmbH. „Die Bagger fahren, es passiert draußen etwas.” Dem Bad Windsheimer Stadtrat erläuterte er den aktuellen Stand und gab erste konkretere Einblicke.

Ursprünglich war der Bericht zur LGS für den nicht öffentlichen Sitzungsteil vorgesehen. Auf Antrag von zweiter Bürgermeisterin Alexandra Horst (FWG) wurde er öffentlich behandelt. Wie Bürgermeister Jürgen Heckel (WiR) auf Nachfrage erklärte, habe er nicht gewusst, was sich hinter dem Tagesordnungspunkt verbirgt. Man sei davon ausgegangen, dass es um Personalangelegenheiten gehe. Der dann präsentierte Vortrag „ist natürlich von öffentlichen Interesse. Das ist doch ganz klar”, so Heckel.

Angesichts der Baustellen dürfte die LGS für alle präsenter geworden sein, meinte Eckardt. An mehreren Stellen sei gleichzeitig angefangen worden zu arbeiten. Im Landschaftspark wurde Hand angelegt, das blau-grüne Herz sei fast komplett ausgebaggert, der Lärmschutzwall bei der Erkenbrechtallee wurde zurückgebaut. Bald sollen die Arbeiten im Kurpark beginnen.

„Wir sind jetzt schon auf der Zielgeraden. Das Jahr 2026 ist für uns im Grunde am allerwichtigsten.” Denn dann komme der Winter und man wisse nicht, wie dieser aussieht. Bis Dezember müsse man weitestgehend alles fertig haben.

100 Ausstellende, 2000 Veranstaltungen

Auf einer Fläche von 27 Hektar soll ab dem 29. April 2027 158 Tage lang ein Programm geboten werden. Rund 650 neue Bäume – teils bis zu sieben Meter hohe Zukunftsbäume – werden gepflanzt, sechs Spiel- und Sportflächen entstehen, ein 3,5 Kilometer langer Rundweg ebenso. 100 Aussteller sind mit dabei, 2000 Veranstaltungen werden organisiert, skizzierte Eckardt die Dimension. 84 Prozent der Bau- und Lieferleistungen für die investiven Maßnahmen seien vergeben. Die Investitionen liegen seiner Aussage nach bei insgesamt rund 22 Millionen Euro, wobei ein Eigenanteil von 5,05 Millionen Euro bei der Stadt verbleibe.

Einen Überblick über die Ausstellungsbeiträge gab Eckardt mit Hilfe eines Geländeplanes. In diesem war beispielsweise die Franken-Therme nicht eingezeichnet. Weil man gemerkt habe, dass sie für Auswärtige wichtig für die Orientierung ist, soll sie künftig aufgenommen werden. Präsentieren werden sich beispielsweise der Landkreis, das bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz und auch das für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. Eine eigene Informationsveranstaltung für Vereine soll am Dienstag, 3. Februar, um 18 Uhr im Gemeindehaus am Holzmarkt in Bad Windsheim stattfinden.

Wie der Geschäftsführer erläuterte, gestalten sechs Firmen fünf Themengärten auf rund 1300 Quadratmetern. Der bayerische Baumschulverband entwerfe drei Gärten auf rund 620 Quadratmetern und besetze einen Infopavillon. Wechselflor soll auf 1500 Quadratmetern Platz finden, temporär sollen tausende Zierpflanzen, Zwiebeln, Stauden und Gräser auf das Gelände kommen.

Vorverkauf startet am 29. April

Pappeln und Hecken von vergangenen LGS werden in Bad Windsheim temporär eingepflanzt. Beliebt sei stets der Rosenbeitrag, der auf 150 Quadratmetern Platz finden soll. Auch ein Kakteengarten soll entstehen, wenngleich dieser nach der Schau nicht bleiben werde. Weil es ein Thema ist, das jeden und jede irgendwann betrifft, wird auch der Friedhofsbeitrag meist gerne angeschaut, erklärte Eckardt. 20 Mustergräber sollen auf rund 100 Quadratemetern zu sehen sein. Beispielsweise Steinmetze können hier ihre Kunst zeigen.

Der Early-Bird-Vorverkauf startet am 29. April – genau ein Jahr vor der Eröffnung – und läuft bis 3. Oktober. 70 Euro kostet dann eine Dauerkarte für Erwachsene. Der normale Vorverkauf geht von 4. Oktober bis 28. April 2027. Für eine Dauerkarte sind dann 110 Euro zu entrichten. Danach gibt es Tickets zu regulären Preisen, für Erwachsene fallen 140 Euro an. Begünstigte und Kinder zahlen jeweils weniger. Hunde seien auf Gartenschauen mittlerweile gern gesehene Gäste. Auch sie brauchen ein Ticket. Eine Dauerkarte für Vierbeiner kostet 30 Euro. Zudem werden klar auch Tagestickets angeboten.

Stadtrat Dieter Hummel (CSU) fragte, ob Inhaberinnen und Inhaber der bayerischen Ehrenamtskarte Vergünstigungen bekommen. Diesen Hinweis nahm Eckardt mit, eine Entscheidung dazu müsse der Aufsichtsrat treffen. Hans Wattenbach, Behindertenbeauftragter des Rates, wollte wissen, ob Begleitpersonen von Menschen mit Behinderung umsonst mit rein dürften, was Eckardt bestätigte.

Gutachten für Lärmschutz wird erstellt

„Kultur und Bühne”, „Literatur und Kunst”, „Kinder, Familien & Schule im Grünen”, „Sport, Bewegung & Gesundheit” sowie „Gesellschaft, Glaube & Begegnung” – diese fünf Säulen verfolge man beim Veranstaltungskonzept. Wiederkehrende Formate und Einzel-Highlights soll es geben. Die LGS soll dabei eine Bühne für alle sein. Bürgerschaftliches Engagement solle sichtbar werden. Die Hauptbühne soll im Landschaftspark zu finden sein. Eine weitere, die von Studierenden der Technischen Hochschule Nürnberg entworfen wurde, entsteht im Kurpark.

Als nächstes soll die Hauptbühne ausgewählt und ein Gutachten für den Lärmschutz erstellt werden, so Eckardt. Highlight-Veranstaltungen werden geplant, beispielsweise ein Ballonglühen, bei dem zwar keine Heißluftballons starten, aber diese abends beleuchtet sein werden. Die Vorfreude auf die Schau sei riesig. „Aber nur gemeinsam können wir das schaffen.” Die LGS solle eine „Gute-Laune-Veranstaltung” werden, betonte Eckardt.


Anna Franck
Anna Franck
Redakteurin in Bad Windsheim
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