Seit dem Tag nach den Osterferien wird in der Wilhelmstraße gebaut. Im vorderen Bereich der Neustädter Haupteinkaufsstraße werden Fußgänger mittels Absperrungen auf die Straße umgeleitet, die Fahrbahn ist entsprechend schmaler geworden. Grund: Die im Januar 2025 beschlossenen Pflasterarbeiten werden jetzt durchgeführt.
Bereits im November 2024 hatte die CSU-Fraktion im Neustädter Stadtrat einen entsprechenden Antrag eingebracht. Von Stolperfallen und einem nicht sehr ansprechenden Anblick des bestehenden Pflasters war dort die Rede – eine Aufhübschung mittels neuen Belags sei dringend erforderlich. Dem stimmten die anderen Fraktionen zwar prinzipiell zu, doch die Pflasterarbeiten als isolierte Maßnahme zu betrachten, widerstrebte vor allem großen Teilen der SPD.
Für diese argumentierte dritte Bürgermeisterin Heike Gareis, dass man doch bitteschön ein Gesamtkonzept für die Aufhübschung des innerstädtischen Straßenraums erstellen möge – unter ökologischen (Begrünung) und ökonomischen Gesichtspunkten gleichermaßen. Würde man jetzt das Pflastern „vorziehen”, dann schiebe man die dringend notwendige Gesamterneuerung damit automatisch auf die lange Bank.
Vergeblich: Die CSU argumentierte, bis zur Erstellung eines umfassenden Konzepts, dessen Umsetzung angesichts der finanziellen Lage der Stadt wohl ohnehin noch sehr lange dauern würde, könne man nicht warten. Die herausragenden Kanten und damit die mannigfaltigen Stolperoptionen seien jetzt vorhanden und sollten zügig – möglichst noch vor dem Heimatfest – beseitigt werden. Mit 17 gegen sieben Stimmen wurde der Antrag der Christsozialen sodann am 29. Januar 2025 abgesegnet.
Das mit dem Heimatfest (Juli 2025) haute dann nicht mehr hin – ein wenig zu sportlich sei dieser Termin gewesen, erklärten nun Bernd Trapp und Jörg Wellhöfer vom städtischen Bauamt bei einem Ortstermin. Erst im Herbst 2025 habe man den Auftrag vergeben, und erst jetzt habe die beauftragte Firma aus Losaurach mit den Arbeiten beginnen können.
Wie Bernd Trapp erläuterte, werde das Unternehmen nun – beginnend im Bereich Plärrer, auf der südlichen Seite der Wilhelmstraße – die alten Platten herausreißen und durch neue Exemplare ersetzen. Nach und nach arbeiteten sich die Spezialisten dann in Richtung Marktplatz vor, lediglich vor jenem Eckgebäude, in dem bis vor einigen Monaten noch ein Juwelier residiert hatte, werde man vorerst nichts machen. Grund laut Bauamtsleiter Gerald Schorr: Es sei bereits angekündigt, dass das Haus umfassend saniert und eventuell umgebaut werde – deshalb sei es nicht ratsam, dort noch vor dieser angedachten Großbaustelle tätig zu werden.
Im Juni, so mutmaßt Jörg Wellhöfer, könnte dann der südliche Gehsteig so weit fertiggestellt sein, wobei man sich dabei auf einige Absprachen mit Hauseigentümern verlassen müsse. Denn zwischen der Bäckerei am Plärrer und der Einmündung in die Nürnberger Straße seien innerhalb der kommenden Wochen noch zwei Gerüste für Fassadenarbeiten angekündigt, und mit diesen dürfe man natürlich nicht kollidieren. Eine Umleitung der Fußgänger werde es im weiteren Verlauf der Arbeiten übrigens nicht mehr geben, denn dann könne man auf die vorhandenen Parkbuchten als Ausweichmöglichkeit zurückgreifen. Das geschehe, so Trapp, natürlich abschnittsweise, aber ein paar Parkplätze fielen natürlich jeweils weg.
Im Juli dann werde man mit dem nördlichen Gehsteig beginnen, wobei ein kleiner Bereich vor dem Tacco und einem Nachbargebäude bereits im Zuge der Glasfaserverlegung „sehr ordentlich” neu gepflastert worden sei, so dass man sich diese Meter sparen könne. Bis Ende August/Mitte September soll das Projekt dann abgeschlossen sein: Rund 1200 Quadratmeter hat man bis dahin neu gepflastert, die Kosten dafür liegen laut Vergabepreis bei knapp 178.000 Euro.