Am Montag, 23. März, dürften einige Patientinnen und Patienten in der Region vor verschlossenen Türen stehen. Einige Apotheken in Westmittelfranken schließen sich nämlich dem bundesweiten Protesttag an. Ein besonders starkes Signal zeigt der Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim: Hier machen 23 von 24 Apotheken mit.
Das erklärt Bernhard Metzger, Sprecher der Apotheken im Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim, in einer Pressemitteilung. Bis auf eine Filiale (die Marien-Apotheke in Obernzenn) sind dort also alle geschlossen. Dieses „nahezu geschlossene Zeichen” findet Metzger ein „sehr starkes Signal”.
Aber auch in Stadt und Landkreis Ansbach dürfte es am Montag mau aussehen. Tanja Franz, die als Sprecherin für die Apotheken in der Ansbacher Region zuständig ist, teilt auf Nachfrage der Redaktion mit: „Es wird in irgendeiner Form auf jeden Fall Einschränkungen geben.”
Welche Apotheken sich aber konkret beteiligen, sei noch unklar. „Ich habe noch kein einheitliches Bild vorliegen”, sagt sie. Im Landkreis Ansbach, das wisse sie bereits, sollen einige Apotheken geschlossen bleiben. So zum Beispiel die Stadtapotheke in Wassertrüdingen, die laut eigener Pressemitteilung zum Protest nach München fährt. Und auch in der näheren Umgebung Ansbachs haben laut Tanja Franz Apotheken geschlossen. Zu jenen in der Stadt Ansbach fehlen ihr jedoch noch Rückmeldungen.
Generell gilt aber: „Die Leute sollten sich auf Einschränkungen einstellen.” So seien neben Schließungen zum Beispiel auch längere Wartezeiten möglich. Tanja Franz ist sich sicher: „Jeder wird irgendeine Aktion fahren, denn wir haben alle das gleiche Ziel.”
Hintergrund des Streiks ist die chronische Unterfinanzierung. Seit über 13 Jahren wurde das Apothekenhonorar für verschreibungspflichtige Arzneimittel nicht angepasst – obwohl die Kosten für Personal, Energie und Betrieb in diesem Zeitraum massiv gestiegen sind, wie Bernhard Metzger mitteilt. Der aktuelle Koalitionsvertrag sieht zwar eine Erhöhung der Vergütung von 8,35 auf 9,50 Euro pro Packung vor, doch eine Umsetzung stehe bislang aus. Bundesweit musste bereits rund jede fünfte Apotheke dauerhaft schließen, sagt Metzger. Und auch die Apotheken in der Region sehen die flächendeckende Versorgung zunehmend gefährdet.
„Wir protestieren nicht gegen unsere Patientinnen und Patienten, sondern für sie“, betont Metzger. Ziel des Protestes sei es, die „wohnortnahe Versorgung langfristig zu sichern”.
Die Arzneimittelversorgung sei trotz der Schließungen aber sichergestellt. So sind Notdienstapotheken auch am 23. März wie gewohnt geöffnet und übernehmen die Akutversorgung. Die nächste Notdienstapotheke ist jeweils unter www.aponet.de/apotheke/notdienstsuche oder telefonisch unter 0800/0022833 zu finden.
Die Bevölkerung wird laut Pressemitteilung gebeten, benötigte Rezepte möglichst noch am Freitag oder Samstag vor dem Protesttag einzulösen oder – sofern medizinisch vertretbar – auf Dienstag, 24. März, auszuweichen.