Einstimmig hat der Marktgemeinderat Colmberg den Haushalt 2026 beschlossen. Er hat ein Gesamtvolumen von rund 10,4 Millionen Euro. Die Haushaltslage sei trotz der hohen Ausgaben überraschend robust, sagte Geschäftsleiter und Kämmerer Andreas Funk. Das sei vor allem den gestiegenen Steuereinnahmen zu verdanken.
„Ihr müsst alle bis zum Schluss durchhalten”, sagte Bürgermeister Gerhard Wachmeier zu den acht anwesenden Gemeinderatsmitgliedern, denn das Gremium sei angesichts fehlender Mandatsträger „gerade noch beschlussfähig”. Der Kämmerer habe viel Arbeit in den Haushaltsentwurf gesteckt, so Wachmeier: „Trotzdem sind wir über die zehn Millionen Euro gekommen.”
Kämmerer Funk stellte ausführlich sein Zahlenwerk vor. Im Verwaltungshaushalt, der das laufende Geschäft der Gemeinde abbildet und ein Volumen von knapp 6,2 Millionen Euro hat, steigen die Steuereinnahmen wieder deutlich an. So legt die Gewerbesteuer gegenüber dem Vorjahr um 50.000 auf 600.000 Euro zu. Beim Einkommenssteuer-Anteil rechnet Funk mit Mehreinnahmen von knapp 60.000 Euro auf insgesamt dann 1,4 Millionen Euro. Auch bei der Grundsteuer und beim Umsatzsteuer-Anteil legen die Einnahmen zu, sodass die Steuereinnahmen insgesamt um 143.000 Euro auf knapp 2,5 Millionen Euro steigen werden. Damit werde heuer fast das Rekordniveau aus dem Jahr 2024 erreicht.
Weil die Steuerkraft Colmbergs trotzdem im Vergleich zu anderen Kommunen unterdurchschnittlich gestiegen ist, erhält die Gemeinde vom Freistaat eine Schlüsselzuweisung von 791.000 Euro – rund 55.000 Euro mehr als im Vorjahr. Die Steuerkraft pro Einwohner sei stetig gestiegen, so Funk, liege aber dennoch 30 Prozent unter dem Landesdurchschnitt. Die notwendigen Gebühren-Erhöhungen bei Abwasser, Wasser und Bauschutt spülen 184.000 Euro zusätzlich in den Colmberger Haushalt.
Auf der Ausgabenseite schmerzt vor allem die kräftig auf 1,3 Millionen Euro gestiegene Kreisumlage, die nahezu den Einkommensteuer-Anteil der Gemeinde auffresse, so Funk. Auch die Personalkosten (plus 44.000 Euro), die Unterhaltskosten (plus 32.000 Euro) und die Bewirtschaftungskosten der Gebäude (plus 43.000 Euro) haben aufgrund der Inflation zugelegt.
Bei den 2026 geplanten Investitionen von rund 4,1 Millionen Euro sticht vor allem der Neubau der Kläranlage heraus. Mit einem Investitionskosten-Anteil von über zwei Millionen Euro wird fast genau die Hälfte der aufgewendeten Mittel für diese Baustelle verwendet. Weil die anstehenden Investitionen erheblich vorfinanziert werden müssen, sieht der Haushalt eine Kreditaufnahme von bis zu einer Million Euro vor. „Wahrscheinlich werden wir das aber nicht brauchen”, hofft Funk auf Einnahmen aus dem Verkauf von Baugrundstücken und Gewerbeflächen.
In den Jahren 2027 bis 2029 sind Straßensanierungen für rund 1,6 Millionen Euro geplant, im gleichen Zeitraum der Ausbau der Kernwege für 300.000 Euro. Bis 2027 werde man auch für 300.000 Euro ein neues Feuerwehrfahrzeug anschaffen und 400.000 Euro in die Dorferneuerung stecken.
Der Kämmerer rechnet auch 2027 mit weiter steigenden Steuereinnahmen und skizzierte die Investitionen der Folgejahre. Bis 2027 werde man noch in die neue Kläranlage investieren müssen. Außerdem werde man die alte Kläranlage für 2,3 Millionen Euro in ein Regenrückhaltebecken umbauen.
Ein Zuckerl sparte sich Funk für den Schluss auf: Ein Investitionsprogramm der Bundesregierung bringe Mitte 2026 zusätzliche 289.000 Euro für Colmberg. Dieses Geld sei nicht im Haushalt eingeplant, sondern „Verfügungsmasse” für den dann neugewählten Gemeinderat.