Der Stadtwald ist für Burgbernheim ein Kleinod, das man zu schätzen, zu pflegen und zu schützen weiß. Das rund 600 Hektar umfassende Waldgebiet ist in den Naturpark Frankenhöhe integriert und mit seinen mehr als 75 Kilometern markierten Wegen ein beliebtes Wandergebiet.
Am Samstagnachmittag konnten sich die neuen und alten Stadträte im Rahmen einer „Grünen Sitzung“ des Gremiums ein Bild darüber machen, wie es zum einen um ihren Wald bestellt ist, zum anderen aber auch, was es auf der riesigen Fläche für die drei fest angestellten Waldarbeiter alles zu tun gibt. Referent für die Belange des Stadtwaldes ist seit mehr als einem Jahrzehnt Ratsmitglied Gerhard Wittig. Einmal in der Woche setzt er sich mit den Waldarbeitern, bei Bedarf zudem auch mit der Försterin, zusammen, um festzulegen, welche Arbeiten es zu erledigen gilt.
Was auf dem Plan steht, nimmt die Männer tagein, tagaus voll in Anspruch. Davon konnten sich die Ratsmitglieder bereits am ersten Stopp des Rundganges überzeugen: Jährlich werden etwa 8000 Bäumchen gepflanzt, die man, um sie vor Verbiss zu schützen, mit Bewuchshüllen umbauen muss.
Sind die Bäumchen der Hülle entwachsen, heißt es, diese wieder abzubauen, sie in der Waldscheune entweder bis zu einer erneuten Verwendung einzulagern oder, sofern sie nicht mehr zu gebrauchen sind, zu entsorgen. Eine Alternative zur Umhüllung ist das Einzäunen; bei mehreren tausend Metern „Baumkindergartenzaun“ ein ebenso aufwendiges wie kostenintensives Unterfangen. Für die Jagd wurden zudem rund 100 Aufsitzeinrichtungen diverser Art gebaut und aufgerichtet.
Einer der wichtigsten „Helfer“ bei der Arbeit im Forst ist ein 13 Jahre alter Forstschlepper. Das Allzweckgerät kommt sowohl beim Fällen der Bäume als auch beim Abtransport der Stämme täglich zum Einsatz. Obwohl die Holzpreise jüngst angezogen haben, reichen die beim Verkauf des Holzes erzielten Erlöse, auch wenn man auf diverse Fördergelder zurückgreifen kann, längst nicht aus, um die auflaufenden Kosten zu decken. Die Stadt Burgbernheim schießt jährlich bis zu 80.000 Euro an Geldern zu.
Auch wenn es für viele Menschen hart klingt, lautet die Prämisse, um den Wald erhalten zu können: „Wald geht vor Wild!“ Verantwortlich für die Jagd im Revier sind seit dem Vorjahr Thomas Veit aus Unterfeldbrecht und der Neustädter Markus Dornauer. Die beiden Waidmänner bejagen das Revier, zunächst für die kommenden fünf Jahre, eigenständig: Sie organisieren die Jagd und sind zudem für den Verkauf des erlegten Wildes zuständig.
Der Abschuss von Reh- und Schwarzwild erfolgt anhand eines amtlich festgelegten Drei-Jahres-Planes, der für den Stadtwald etwa beim Erlegen von 254 Rehen unter Beachtung der Schutzbestimmungen ausgeht. Eine Zahl, die in den zurückliegenden Perioden, wie Veit wissen ließ, mit durchschnittlich 220 Rehen nie erreicht wurde. Neben Wildschweinen und Rehen wird mit neun erlegten Tieren zudem der Waschbär ins Visier genommen. Fuchs und Dachs stehen bei den Jägern hingegen nicht auf der Abschussliste.
Eine erste Bilanz, was zum einen den Verbiss, zum anderen den Wildbestand anbelangt, möchten die Stadt und die Försterin auf der einen sowie Dornauer und Veit auf der anderen Seite nach etwa fünf Jahren ziehen. Bürgermeister Matthias Schwarz und Gerhard Wittig können der Zusammenarbeit mit den neuen, für die Jagd verantwortlichen Personen nach den bisher gemachten Erfahrungen nur Positives abgewinnen und bescheinigten den beiden neuen Jagdbeauftragten eine harmonische Zusammenarbeit mit den für den Stadtwald verantwortlichen Personen.