So war das Ipsheimer Weinjahr 2025 – und davor sorgen sich Winzer bis Mai | FLZ.de

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Veröffentlicht am 15.04.2026 16:57

So war das Ipsheimer Weinjahr 2025 – und davor sorgen sich Winzer bis Mai

Freuen sich über den Königinnenwein (von links): Ipsheims Weinbauverein-Vorsitzender Stefan Eber, Weinkönigin Selina Steinmüller und Thomas Kreiselmeyer, in dessen Betrieb der Wein entstanden ist. (Foto: Anna Franck)
Freuen sich über den Königinnenwein (von links): Ipsheims Weinbauverein-Vorsitzender Stefan Eber, Weinkönigin Selina Steinmüller und Thomas Kreiselmeyer, in dessen Betrieb der Wein entstanden ist. (Foto: Anna Franck)
Freuen sich über den Königinnenwein (von links): Ipsheims Weinbauverein-Vorsitzender Stefan Eber, Weinkönigin Selina Steinmüller und Thomas Kreiselmeyer, in dessen Betrieb der Wein entstanden ist. (Foto: Anna Franck)

Sehr zufrieden zeigt sich Ipsheims Weinkönigin Selina Steinmüller mit ihrem Königinnenwein. Ein „Bacchus feinfruchtig” aus 2025 ist es geworden. Generell sei das vergangene Jahr ein gutes für den Wein gewesen. Denn gerade zu Beginn der Lese waren die Bedingungen ideal, betont Winzer Thomas Kreiselmeyer.

In den Ipsheimer Weinbergen sind die Trauben für den Königinnenwein herangereift, in Kreiselmeyers Weingut ist der edle Tropfen dann vollendet worden. Er und Stefan Eber, Ipsheims Weinbauvereinvorsitzender, sind sich einig: Gerade zum Lese-Start in 2025 zeigten sich die Weinberge im gesamten Anbaugebiet „wie im Bilderbuch”. Bei Kreiselmeyers Betrieb hat die Lese Anfang September begonnen. Goldgelbe, reife Trauben waren gewachsen. Gerade die Rebsorten, die früh geerntet werden – zu ihnen gehört der Bacchus –, „haben wir wunderbar reinbekommen”.

Leichte Trockenphase Anfang Juli

Weinberg für Weinberg wurde abgeerntet. Aussortiert musste zum Start der Ernte kaum etwas werden. „Man hat den Trauben richtig beim Reifwerden zuschauen können”, sagt auch Stefan Eber. Die klimatischen Bedingungen seien gut gewesen. Anfang Juli hatte man zwar eine leichte Trockenphase, aber das konnten die Bestandsreben gut überstehen. Rechtzeitig habe die Feuchtigkeit dann wieder zugenommen.

Bereits ab Ende August fiel immer wieder Regen, erklärt Kreiselmeyer. Er war noch unproblematisch, da die Böden relativ trocken waren und das Wasser gut aufnehmen konnten. Immer wieder hat es dann über die komplette Weinlese geregnet, was in Verbindung mit hohen Temperaturen zum Aufplatzen einzelner Beeren geführt hat. Wichtig war deshalb, die Ernte schnell einzubringen, um gesunde Trauben zu ernten. Teils habe man selektiv eingreifen müssen, sagt Kreiselmeyer.

„Insgesamt konnte man 2025 eine tolle Ernte einfahren.” Ausgebaut im Stahltank, wurde der Königinnenwein Ende März/Anfang April abgefüllt. „Gerade, wenn man ideales Lesegut hat, braucht man nicht viel dran zu machen.” Auch über die Erntemenge habe man sich 2025 nicht beschweren können – „gerade nach dem Jahr 2024. Denn da hatten wir ja Spätfrost”. Er selbst hatte damals eine 30-prozentige Ernte in seinem Betrieb, sagt Kreiselmeyer.

Viel Wein auf dem Markt

Insgesamt sei derzeit viel Wein auf dem Markt, betont Stefan Eber. Auch in Ipsheim werden heuer wieder erste Flächen in den Weinbergen frei. Betroffen sind vor allem solche, die viel Arbeit und Aufwand erfordern. Dass diese Entwicklung in der Marktgemeinde noch etwas dauern würde, davon war der Vereinsvorsitzende vor zwei, drei Jahren noch überzeugt.

Ursächlich dafür sei der „Generationenwechsel”, erklärt Thomas Kreiselmeyer. Bestehende Betriebe seien in den vergangenen Jahren gewachsen, hätten freie Flächen übernommen. „Im Moment wird geschaut: Welche Flächen sind gut zu bewirtschaften? Welche haben eine entsprechende Lage?” Jene, die für einen Betrieb nicht mehr passen, fallen nach und nach aus der Bewirtschaftung heraus. Teils sei das auch dem geschuldet, dass sie neu angelegt werden müssten. „Sie sind über ihren Lebenszyklus hinaus. Dann überlegt man schon, ob man das in der jetzigen Zeit möchte.”

Eine spannende Entwicklung, wenngleich es diesen Strukturwandel schon immer gegeben habe. „Da dürfen wir uns nichts vormachen”, sagt Rudolf Fähnlein, Ehrenvorsitzender des Weinbauvereins Ipsheim und Altsitzer. Und: Die Betriebe, die in den vergangenen Jahren gewachsen sind, haben sich auch professionalisiert, sagt Kreiselmeyer. Das hat Auswirkungen auf die hohe Qualität der Ipsheimer Weine.

Schnee hat 2026 lange gelegen

Das Jahr 2026 ist derweil noch jung. Schon jetzt sei aber festzuhalten, dass relativ lange Schnee gelegen hat. Als dieser schmolz, sickerte das Wasser langsam ein. Die Böden waren deshalb „gut bevorratet”. Mittlerweile sei die obere Schicht wieder trockener, sagt Kreiselmeyer. „Wichtig ist für uns, dass wir mit einer gewissen Grundfeuchte aus dem Winter kommen.” Aktuell schwellen die Knospen, aus denen später die Triebe herauskommen. Die Spätfrostgefahr steige. „Das kann man nicht beeinflussen”, sagt Kreiselmeyer. Bis Anfang/Mitte Mai sind solche Fröste möglich, ergänzt Stefan Eber. „Es ist jedes Jahr eine Überraschung.”

Auf die Jungweinprobe, bei der zuletzt auch immer der Königinnenwein offiziell vorgestellt wurde, verzichtet man indes in Ipsheim dieses Jahr. Darauf hatte man sich unter den beteiligten Winzern geeinigt. Kosten kann man den Königinnenwein beispielsweise beim Saisonstart am 25. April im Bewirtungshaus in den Ipsheimer Weinbergen. „Ihren” Bacchus feinfruchtig hat Selina Steinmüller übrigens ausgewählt, weil „er so schön süß ist. Das lieb ich an ihm”.


Anna Franck
Anna Franck
Redakteurin in Bad Windsheim
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