„Schlag ins Gesicht”: Baustelle in Elpersdorf erzürnt Ansbachs Freie Wähler | FLZ.de

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Veröffentlicht am 01.10.2024 17:56

„Schlag ins Gesicht”: Baustelle in Elpersdorf erzürnt Ansbachs Freie Wähler

Am Montag standen die Zeichen beim Ansbacher Ortsteil Elpersdorf schon auf Baustelle. (Foto: Florian Pöhlmann)
Am Montag standen die Zeichen beim Ansbacher Ortsteil Elpersdorf schon auf Baustelle. (Foto: Florian Pöhlmann)
Am Montag standen die Zeichen beim Ansbacher Ortsteil Elpersdorf schon auf Baustelle. (Foto: Florian Pöhlmann)

Es ist unübersehbar. Die Arbeiten zugunsten der neuen Ampelanlage beim Ansbacher Ortsteil Elpersdorf gingen am Montag los. Sie gilt als „provisorisch“. Die Freien Wähler in der Stadt jedenfalls brechen weiter eine Lanze für einen Kreisverkehr an der Stelle. Stadtrat Siegfried Blank nennt eine benachbarte Stadt als Beispiel.

Seit vielen Jahren setzen sich die Freien Wähler für einen Kreisel ein und unterstützen damit auch die Initiative der Anwohner tatkräftig, wie die Vorsitzende und Bürgermeisterin Elke Homm-Vogel sagt. „Wir finden es natürlich gut, dass sich die Mehrheit des Stadtrates gegen die Ampellösung entschieden hat.“

Dennoch werde gebaut, womit die Freien Wähler nicht zufrieden sind. Die Ampelanlage entschärfe vielleicht den Unfallschwerpunkt etwas, aber das Verkehrsaufkommen werde keineswegs weniger. Vielmehr kommt es Elke Homm-Vogels Ansicht nach letztlich immer noch darauf an, dass der Verkehr durch Elpersdorf relativ zügig abfließt.

Tempo 60 vor und nach dem Ortsteil?

Einen weiteren Gedanken verfolgt Freie-Wähler-Schriftführer Michael Vogel: Bis der Kreisel kommt, würde es für ihn schon helfen, innerorts in Elpersdorf auf der Staatsstraße 2248 (also auf der Herrieder Straße) Tempo 30 und auf der Staatsstraße 1066 (von Ansbach nach Aurach) jeweils 100 Meter vor und nach Elpersdorf Tempo 60 einzuführen.

Als positives Beispiel erwähnt Freie-Wähler-Stadtrat Siegfried Blank, wie sich in der Nachbarstadt Uffenheim Kreisverkehr an Kreisverkehr reiht. „Ich verstehe nicht, warum man das in Ansbach nicht hinbringt.“ Uffenheim habe sicher nicht viel mehr Geld.

Klaus Drese, stellvertretender Vorsitzender der Freien Wähler in Ansbach, versteht das ganze Prozedere in Elpersdorf nicht. „Der Stadtrat hat sich dazu durchgerungen, das Thema mit dem Kreisverkehr zu lösen, und dann kommt das Staatliche Bauamt.“ Hier müsse der Stadtrat seinen Willen durchsetzen. Das Vorgehen „hat nichts mit Demokratie zu tun“, betont Siegfried Blank.

Markus Ginella erinnert an den seinerzeitigen Stadtratsbeschluss mit Blick auf den gewünschten Kreisverkehr. Er ist stellvertretender Vorsitzender der Freien Wähler in Ansbacher und Elpersdorfer.

Der Bayerische Oberste Rechnungshof bremste

Markus Ginella hält einen Kreisel für einen Lichtblick für die Elpersdorfer und Berufspendler – nach Jahren etlicher Diskussionsrunden mit Verantwortlichen und den Anwohnern der stark frequentierten Herrieder Straße. Der Bayerische Oberste Rechnungshof allerdings trat auf die Bremse, und das Staatliche Bauamt Ansbach ist nun dabei, die Ampelanlage zu errichten.

„Dennoch, die langfristigen Vorteile eines Kreisels sind bekannt“, vor allem wenn umgeleiteter Verkehr von der Autobahn 6 durch den Ort und der tägliche Berufsverkehr zu den Stoßzeiten aus der Herrieder Straße abfließen müsse, führt der Freie-Wähler-Vize-Vorsitzende an.

„Eine Ampelanlage, die keiner haben will, trotzdem kommen wird und bezahlt werden muss? Ein Schlag ins Gesicht aller Bürger“ und von deren Mandatsträgern im Stadtrat, meint Markus Ginella. Er fragt außerdem: „Was, bitte schön, haben Stadtratsbeschlüsse denn noch für Wertigkeit, wenn diese letztendlich keine Umsetzung finden?“

Ein Seitenblick zum Weinbergplateau II

Oberbürgermeister Thomas Deffner (CSU) und das Staatliche Bauamt wären seinen Angaben zufolge „gut beraten, Rückgrat zu zeigen, am Beschluss festzuhalten, anstatt in München der Order nach einer billigeren und schnellen Lösung beizugeben“. Das Vorgehen zeigt ihm zufolge einmal mehr, wie man politische Entscheidungen am Bürgerwillen vorbei trifft.

Er weist darauf hin, dass geplant ist, das geplante Wohngebiet Weinbergplateau II mit einem Kreisverkehr an die Staatsstraße 2255 nach Rügland anzubinden. Dies habe man im gleichen Atemzug erfahren, gibt Freie-Wähler-Vertreter Markus Ginella zu bedenken.

Hier jedoch werde „kein Unfallschwerpunkt beseitigt, sondern die Anbindung an das Baugebiet“ hergestellt. Dies sei „ein schöner positiver Nebeneffekt“. Das Baugebiet werde attraktiver, die Grundstückswerte stiegen – und die Elpersdorfer könnten nur staunen.

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