Ein Verein, der sich alternative Formen der Bildung zum Ziel gemacht hat, will das ehemalige Gasthaus „Schwarzer Adler” im Dinkelsbühler Stadtteil Weidelbach umnutzen. Vorgesehen sind dort eine schrittweise Sanierung des Bestandes sowie die Errichtung von Tiny-Häusern im Wirtsgarten. Der Bauausschuss stimmte dem Projekt geschlossen zu.
Wie die Bauverwaltung in ihrem schriftlichen Sachvortrag darlegte, plant die „Uniartcity of Flow Forest” die Sanierung und Weiterentwicklung des früheren Wirtshauses sowie die Neugestaltung des angrenzenden Geländes. Als Referenzvorhaben diene das Modellprojekt „Tempelhof” im benachbarten Baden-Württemberg. Hinter der Uniartcity steht, wie aus deren Homepage hervorgeht, das Institut für Kulturgestaltung. Dieses ist als Verein organisiert.
OB Dr. Christoph Hammer erinnerte in der Sitzung des Bauausschusses an einen vorangegangenen Ortstermin, bei dem sich das Gremium bereits über das Konzept informiert und diesem gegenüber grundsätzlich aufgeschlossen gezeigt habe. Der Rathauschef kam im Weiteren auch auf die Projekte des Tempelhofs zu sprechen. Dieser wolle, wie Hammer sagte, in Weidelbach eine Dependance angehen.
Was im Einzelnen geplant ist, erläuterten von Seiten des Projektträgers Nick Mäuser, Fiona Healey, Simon Hoffmann und Siedlungsplaner Jonas Doerfler. Dabei war von selbstbestimmter Bildung die Rede, bei der junge Menschen quasi in einem Reallabor Erfahrungen in Handwerk, Kunst, Unternehmertum und Naturerleben sammeln. Die Sanierungsmaßnahmen sollen von den Semesterteilnehmerinnen und -teilnehmern Schritt für Schritt ausgeführt werden und so Teil des Lernens sein.
Die Wirtsstube des ehemaligen Gasthauses wird als Teil der Versorgungsstruktur als solche erhalten. Dort könnten, wie es hieß, an den Wochenende auch Angebote für vorbeikommende Radlerinnen und Radler gemacht werden. Im Haupthaus sind zudem die Sanitäreinrichtungen und die Küche geplant.
Untergebracht werden die Teilnehmenden an dem Bildungsangebot in kleinen eingeschossigen Häuschen, die im Garten des Anwesens entstehen und bei denen auf eigene sanitäre Einrichtungen verzichtet wird. Gedacht wird an rund zehn solcher Unterkünfte verschiedener moderner Wohnformen. In einem weiteren Schritt wird das Gebäude der früheren Kegelbahn zu einer Kulturoase umgestaltet.
In der Sitzung des Bauausschusses war auch Ortssprecher Georg Engelhardt anwesend. Wie er berichtete, gebe es in dem Dorf keine Einwände gegen die Pläne der jungen Leute. Vielmehr sei man froh, dass das sanierungsbedürftige Anwesen nun instand gesetzt werde. Laut OB Dr. Christoph Hammer gebe es nur einen untergeordneten denkmalgeschützten Bereich, der das Eingangsportal betrifft. Der Bauausschuss könne zu dem Vorhaben das Einvernehmen erteilen. Die Verwaltung werde dann die einzelnen Gebäude im Rahmen von Einzelgenehmigungen abhandeln. Dem stimmte das Gremium zu.