Die beiden Seniorenheime des Landkreises Ansbach haben sich im Jahr 2024 wirtschaftlich unterschiedlich entwickelt. Während es in Wassertrüdingen einen Überschuss gab, verzeichnete man in Feuchtwangen ein Defizit.
Geschäftsführerin Andrea Beyer berichtete im Seniorenhilfeausschuss des Kreistags, dass das Senioren- und Pflegeheim in Feuchtwangen 2024 durchschnittlich mit rund 81 Bewohnerinnen und Bewohnern belegt. Damit wurde die Kapazität des Hauses wegen fehlenden Fachpersonals nur zu 76 Prozent genutzt. Geplant worden war mit fast 90 Prozent. Eine anderweitige Nutzung der leer stehenden Zimmer sei „rechtlich wie praktisch nicht möglich”, sagte sie. Das Resultat war ein Verlust von 71.000 Euro im Jahresergebnis.
Nach den Worten von Beyer stiegen die Pflegekosten durch deutliche Lohnsteigerungen massiv an. Die finanzielle Belastung für die Pflegebedürftigen, die Pflegekassen und die Kostenträger sei erneut gestiegen. Die Aufnahme in einem Pflegeheim koste Pflegebedürftige oder ihre Angehörige inzwischen deutlich über 3000 Euro Eigenleistung pro Monat.
Neben der Finanzierung sei auch der Personalmangel in der Pflege weiterhin ein großes Problem. Ausscheidendes Personal könne nur schwer bis gar nicht ersetzt werden. Daher könnten auch freie Pflegeplätze nicht besetzt werden. Dies habe zur Folge, dass die Zahl der Bewohnerinnen und Bewohner in Feuchtwangen auf einem niedrigen Niveau verharre.
Der Einsatz von ausländischen Mitarbeitenden erfordere einen hohen bürokratischen und finanziellen Aufwand. Das Gleiche gelte für den Einsatz von Pflegekräften über Arbeitnehmerüberlassungen. Beides lasse die Aufwendungen zusätzlich ansteigen. Auch für das abgelaufene Jahr rechnet die Geschäftsführerin deshalb mit einem Verlust. Trotz aller Anstrengungen bei Ausbildungsbörsen und in den Medien gebe es nur eine geringe Nachfrage nach Ausbildungsplätzen in der Pflege.
Wesentlich positiver stellte sich die Lage im Senioren- und Pflegeheim Wassertrüdingen dar. Hier stand 2024 unter dem Strich ein Jahresüberschuss von über 440.000 Euro. Dort stehen 74 Plätze zur Verfügung. Davon waren im Schnitt 71 belegt, was einem Nutzungsgrad von 96 Prozent entspricht. Das sind zwei Prozent mehr als geplant.
Hauptgrund für den Unterschied ist, dass es in Wassertrüdingen besser gelungen ist, Personal zu finden und zu halten. Andrea Beyer erklärte dies unter anderem damit, dass die Situation auf dem Arbeitsmarkt dort nicht so angespannt ist wie in Feuchtwangen. Außerdem sei das Haus in Wassertrüdingen wesentlich kompakter. Auch im Jahr 2025 könnte es in Wassertrüdingen nach den bisher vorliegenden Zahlen einen Überschuss gegeben haben.
Im Seniorenheim Wassertrüdingen wurde 2025 eine neue Küche in Betrieb genommen, was erhebliche Investitionen erforderte. Außerdem feierte man das 50-jährige Bestehen der Einrichtung.
Im laufenden Jahr könnte das finanzielle Bild allerdings anders aussehen. In Wassertrüdingen steht in der Wirtschaftsplanung ein Fehlbetrag von 91.000 Euro, in Feuchtwangen ein positives Ergebnis von 20.500 Euro.