Es ist ein Ärgernis: Im Vertrauen auf angekündigte Fördermittel wurde – analog zu den Radwegen – eine neue einheitliche Beschilderung der Wanderwege im Steigerwald angegangen. Jetzt bleiben die versprochenen Fördermittel aus. Aber soll man deshalb auf halber Strecke aufhören? Nein, lautete die einhellige Meinung.
Sandra Baritsch, die Geschäftsführerin des Naturparks Steigerwald, brachte die Mitglieder des Kreisentwicklungsausschusses im Landratsamt auf den aktuellen Stand: Für das Projekt „Wanderregion Steigerwald” hat der Naturpark rund 4000 Kilometer Wanderwege überplant, davon rund 1500 im Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim. In insgesamt 70 Gemeinden, 27 davon im Landkreis, wurden alte Markierungen entfernt und neue, einheitliche gesetzt.
Was noch fehlt, sind Wegweiser und Informationstafeln, zum Beispiel an Parkplätzen. Mit den Förderstellen war abgestimmt worden, die Beschilderung schrittweise zu beantragen. Doch nun erfolgte Ende 2024 eine erhebliche Kürzung der Zuschüsse über die Landschaftspflege- und Naturparkrichtlinie (LNPR). Die Folge: Der Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim schaut in die Röhre. In anderen Landkreisen im Steigerwald ist die Beschilderung dagegen schon weiter beziehungsweise sogar abgeschlossen.
714 Wegweiser waren geplant, auf denen sich zum Beispiel Entfernungsangaben zu den nächsten Orten oder Aussichtspunkten befinden. Die Kosten belaufen sich insgesamt auf rund 225.000 Euro für Planung und Produktion plus Arbeits- und Personalkosten. Nun soll versucht werden, eine Förderung über die vbw-Stiftung Lebensgrundlagen Bayern zu bekommen. Mit einer Rückmeldung wird jederzeit gerechnet. Falls auch das nicht funktioniert, soll das Projekt in kleinen Schritten im Rahmen der jetzt budgetierten LNPR-Mitteln und mit einem erhöhten Eigenanteil fortgesetzt werden. 28.000 Euro wurden dafür sicherheitshalber schon in den kommenden Haushalt eingestellt.
Für die 83 geplanten Wandertafeln, die ebenfalls noch fehlen, will man Leader-Mittel beantragen. Das ist im Rahmen eines Kooperationsprojekts der drei im Landkreis aktiven Lokalen Aktionsgruppen Aischgrund, Südlicher Steigerwald und Rangau möglich. Im kommenden Jahr muss der Kreis dafür einen Eigenanteil von 2000 Euro bereitstellen.
„Diese Vollbremsung hat uns schon hart getroffen”, räumte Landrat Dr. Christian von Dobschütz nach dem Vortrag der Naturpark-Geschäftsführerin Baritsch ein. „Aber wir merken halt, dass die Mittel überall knapper werden.” Wie es an anderer Stelle im Ausschuss hieß, ist die Fertigstellung der Beschilderung auch eine Voraussetzung, um neue Wanderkarten oder Wanderprospekte zu drucken und allgemein Werbung für die Wanderregion auch von Seiten des Kreistourismus' zu machen.