Konzentriert wechselt der Blick von Skizzenblock zu Motiv. Mit Mitteln wie Malkreide oder Grafitstift, entstanden Abbildungen oder Bilder von Gebäuden, Tieren und Landschaften des Fränkischen Freilandmuseums in Bad Windsheim. Wer am Sonntag mit Malutensilien, Staffelei und Leinwand zum Kunsttag erschien, bekam freien Eintritt.
Im vergangenen Jahr vermeldete Albrecht Engelhardt die Rekordteilnahme von 62 Hobbykünstlern. Der Langenzenner ist selbst Aquarellmaler, Dozent an der Volkshochschule und organisiert seit langem den Kunsttag im Freilandmuseum. Der Lohn für die Arbeit, die Engelhardt in die Vorbereitung steckt: Ein neuer Rekord. 86 Hobbymaler hatten sich auf den Weg nach Bad Windsheim gemacht, um im Ambiente des Fränkischen Freilandmuseums und erstmals seit langem wieder in der Baugruppe Stadt ihrer künstlerischen Leidenschaft zu frönen.
Unter anderem waren Mitglieder der Gruppe „Urban Sketchers Würzburg“ vor Ort. Das ist eine globale Gemeinschaft von Zeichnern, die sich dem Zeichnen vor Ort widmen. Selbst ein Manifest hat sich der Zusammenschluss gegeben. Unter anderem ist dort zu lesen: „Wir zeichnen vor Ort, drinnen oder draußen, nach direkter Beobachtung. Unsere Zeichnungen erzählen die Geschichte unserer Umgebung, der Orte, an denen wir leben oder zu denen wir reisen. Wir benutzen alle Arten von Medien.“
Ideale Einstellungen, um den Kunsttag in Bad Windsheim zu besuchen und sich dort einen Tag lang dem gemeinsamen Hobby zu widmen. Dass der Kunsttag im Museum inzwischen eine hohe Anerkennung genießt, war aus vielen Gesprächen zu hören. Vor allem zeigten sich die Hobbymaler über die Art und Weise glücklich, dass ein derartiger Aktionstag überhaupt stattfindet.
Mehrfach war zu hören, wie schön es wäre, wenn Organisatoren auch in ihrer eigenen Region für „diesen tollen Tag“ finden würden. Elisabeth Lex-Sachar war beispielsweise aus dem Hohenlohischen in die Kurstadt gekommen und nicht zum ersten Mal dabei, hatte aber in den vergangenen Jahren pausiert. Neulinge waren dagegen Holger und Annett Schlemper, die sonst ihre künstlerische Leidenschaft in Nürnberg ausleben.
Als schließlich um 16 Uhr die Hobbymaler ihre Kunstwerke präsentierten, stand einerseits der gegenseitige Austausch im Vordergrund. Zum anderen war auch das Interesse der Besucher groß, sodass auch hier der Kunstsinn zu zahlreichen Gesprächen führte. Zu sehen waren zahlreiche Kunstwerke, die vor Ort im Laufe des Tages entstanden waren.
Auf einem alten Holzbrett hatte Albrecht Engelhardt selbst das Wasserschöpfrad mit dem Bauerhaus aus Oberzettlitz im Hintergrund künstlerisch dargestellt. Monika Unruh von den Urban Sketchers hatte sich die Kapelle aus Rodheim als Motiv ausgesucht und die beiden wunderschönen Fachwerkhäuser, das Köblerhaus aus Oberfelden und das unmittelbar danebenstehende Häckerhaus aus Ergersheim hatten es Elisabeth Lex-Sachar angetan. Die präsentierten Werke zeigten, welche Schätze das Fränkische Freilandmuseum zu bieten hat. Und der Sonnenschein, aber wesentlich angenehmerer Temperaturen als in den vergangenen Tagen waren bei Hobbykünstlern und Besuchern gleichermaßen willkommen.