Igel müssen sich im Herbst Fettreserven für den Winter anfressen. Die Kreisgruppe Ansbach des Bund Naturschutz (BN) gibt Tipps, wie man hilfsbedürftige Igel erkennt und ihnen richtig helfen kann.
Wenn die Tage kürzer werden und die Temperaturen sinken, beginnt für Igel eine entscheidende Zeit. Sie müssen Fettreserven aufbauen und ein geeignetes Winterquartier finden. Besonders spät geborene oder noch kleine Jungigel haben dafür weniger Zeit. Auch die Folgen des diesjährigen heißen und vielerorts trockenen Sommers können sich bemerkbar machen: Wo Böden stark ausgetrocknet sind, kann das Angebot an Insekten, Würmern und anderen Nahrungstieren gering sein, schreibt der BN in seiner Pressemitteilung.
Für Igel wird es dann schwieriger, ausreichend Nahrung zu finden. So kann es manchen Jungigeln schwerfallen, noch ausreichend Gewicht für den bevorstehenden Winterschlaf aufzubauen. Wer im Herbst einen Igel entdeckt, sollte nicht vorschnell eingreifen. „Viel wichtiger ist es, genau hinzuschauen”, sagt Maria Hetzel vom BN in Ansbach. Einen gesunden und munteren Igel sollte man grundsätzlich in Ruhe lassen.
Klare Warnzeichen sind Schwäche, Apathie, Verletzungen, eingefallene Flanken oder starker Parasitenbefall. „Solche Tiere brauchen schnell fachkundige Hilfe”, so Hetzel. „Das Tier am besten mit Handschuhen vorsichtig in einen Karton setzen, warmhalten und eine igelerfahrene Pflegestelle oder Tierarztpraxis kontaktieren.” Wer gesunde Igel im Herbst unterstützen möchte, kann ihnen geeignetes Futter anbieten. Am besten ist hochwertiges Katzen-Nassfutter mit hohem Fleischanteil.
Das Futter sollte an einen geschützten Ort gestellt werden, um den Zugang für andere Tiere zu erschweren. Geeignet ist beispielsweise eine Futterkiste mit einem Ein- und Ausgang. Frisches Wasser sollte immer zur Verfügung stehen. Aber: „Füttern ersetzt keinen naturnahen Lebensraum”, fasst Maria Hetzel zusammen. „Wer im Garten Platz für Wildnis lässt, tut den Igeln einen größeren Gefallen.”