Gymnasium Feuchtwangen: Jugendliche fertigen ein Mosaik antiker „Bikini-Mädchen“ | FLZ.de

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Veröffentlicht am 08.06.2026 14:06

Gymnasium Feuchtwangen: Jugendliche fertigen ein Mosaik antiker „Bikini-Mädchen“

Die Schülerinnen und Schüler des Praxis-Seminars „Latein“ am Gymnasium Feuchtwangen vor ihrer Replik der zwei „Bikini-Mädchen“.  (Foto: Gymnasium/Frank Müller)
Die Schülerinnen und Schüler des Praxis-Seminars „Latein“ am Gymnasium Feuchtwangen vor ihrer Replik der zwei „Bikini-Mädchen“. (Foto: Gymnasium/Frank Müller)
Die Schülerinnen und Schüler des Praxis-Seminars „Latein“ am Gymnasium Feuchtwangen vor ihrer Replik der zwei „Bikini-Mädchen“. (Foto: Gymnasium/Frank Müller)

Die Schülerinnen und Schüler des Praxis-Seminars „Latein“ am Gymnasium Feuchtwangen hatten sich einiges vorgenommen: die Herstellung einer Replik eines berühmten Mosaiks der Antike: die „Bikini-Mädchen“, die in der Villa Romana del Casale auf Sizilien zu sehen sind.

Das Mosaik zeigt zehn junge Frauen, mitunter fälschlich als erotische Tänzerinnen bezeichnet, die sich sportlich betätigen. Wie Frank Müller, Lateinlehrer und Seminar-Leiter, in einer Pressemitteilung schreibt, sind die jungen Frauen, für eine archaisch-patriarchalische Gesellschaft völlig unüblich und sonst in der gesamten Antike nirgends bezeugt, knapp bekleidet: mit Slip und mit dem „strophium“, dem antiken Vorläufer des BHs.

Leichtathletik-Ausbildung für höhere Töchter

Warum die jungen Frauen, diese, in der Antike mehr als außergewöhnliche Freiheit genossen? Bei der Villa Romana del Casale könnte es sich um eine Art Elite-Internat für Sprösslinge superreicher Römer gehandelt haben, spekuliert Müller. Die höheren Töchter bekamen hier wohl auch eine Leichtathletik-Ausbildung.

Zwei der zehn Figuren sollten 14 Schülerinnen und Schüler auf einer mehr als drei Quadratmeter großen Platte nachlegen. Kunstlehrer Martin Binder lieferte die Großvorlage, die mithilfe von Kohlepapier auf die Spanplatte übertragen wurde. Anfangs sei den Schülerinnen und Schülern nicht klar gewesen, welchen Sport die beiden betreiben. Die Lösung ergibt sich laut Müller beim näheren Hinsehen: Die eine Athletin übt sich im Weitsprung, Metallgewichte in den Händen, mit deren Einsatz die Sprungweite erhöht wurde. Die andere wirft den Diskus, der in der Antike größer war als heute.

Die Gymnasiastinnen und Gymnasiasten gossen in über 600 Arbeitsstunden Plättchen aus Spezialgips, brachen und bemalten sie. Mit Unmengen von Silikon wurden letztlich 40.000 auf die Platte geklebt, handwerklich verfugt und mehrmals vor- und nachlackiert.

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Durchhaltevermögen und Arbeitsdisziplin

Müller lobt in der Pressemitteilung das Durchhaltevermögen und die hohe Arbeitsdisziplin, verbunden mit handwerklicher Tätigkeit im Team. Ein Feuchtwanger Bauunternehmen unterstützte das Projekt.

Die sichere Aufhängung des zenterschweren Werks übernahm in bewährter Manier Hausmeister Karl Kurz, nicht umsonst am Ende des Antiken-Trakts direkt an der Tür zum Sport-Pausenhof.

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