Noch läuft die technische Auswertung, wie viel Strom die Solarmodule neben der Kulturbühne exakt erzeugt haben und wie viel Energie tatsächlich für das Festival „Ton ohne Strom“ verbraucht wurde. Nach acht Abenden mit einem vollgepackten Programm steht für Kulturreferentin Nadja Wilhelm fest: „Die Bilanz ist durchweg positiv.“
Das Areal der Ziegenwiese zwischen Rezatparkplatz und Schaitbergerstraße hat sich als Veranstaltungsfläche erneut bewährt und dabei einmal mehr den Beweis angetreten, dass sich die Menschen von dem Charme der grünen Oase der Innenstadt begeistern lassen. Rund 3000 Gäste nahmen insgesamt Anteil an dem bunten Programm, das verschiedene musikalische Stilrichtungen abbildete.
„Mich haben wildfremde Menschen in der Stadt angesprochen und sich für die Veranstaltung bedankt“, schilderte Nadja Wilhelm ihre persönlichen Erlebnisse. Gerade der kostenlose Eintritt und die lauschige Atmosphäre unter den schattenspendenden hohen Bäumen eingerahmt in dem historischen Ensemble habe das Publikum begeistert und in seinen Bann gezogen, berichtet die Ansbacher Kulturchefin.
„Jeder Abend war gut besucht“, meint Wilhelm im Hinblick auf die unterschiedlichen Musikrichtungen, die es zu hören gab. Von Blasmusik über Irish Folk bis zu neu interpretierten Rock- und Popklassikern reichte das Repertoire der verschiedenen Bands und Gruppen. „Das Konzept passt“, sieht sich Wilhelm in der Auswahl bestätigt.
Gerade auch, weil sich die Musiker bestens und unaufgeregt mit dem Grundgedanken des stromautarken Festivals identifizierten. So verlegten sich Bands schon mal auf eine Akustik-Version und schlenderten nur mit der Gitarre durchs Publikum, wenn der Strom zur Neige zu gehen drohte. Wirklich eng wurde es aber nie, berichtet Wilhelm: „Die Berechnungen der Studenten haben immer gepasst. Uns hat nie ein Blackout gedroht.“
Die Zusammenarbeit mit der Hochschule sowie der Burgoberbacher Fachfirma Autarc-Tech habe ausnahmslos gut funktioniert. Die 28 Photovoltaikmodule mit einer Gesamtleistung von 11,4 Kilowatt produzierten den während des Festivals benötigten Strom. In den Pausen nahmen sich die Studenten und der Firmenchef Zeit, um das Konzept zu erklären, bei dem Solarenergie in Batterien zwischengespeichert wird.
Im Rahmen einer Tagung der „Stadtkultur Bayern“ stellte Wilhelm die Hintergründe in Sachen Klimaschutz und Nachhaltigkeit dem Netzwerk bayerischer Städte vor. Auch hier waren Interesse und Resonanz groß, wie die Kulturreferentin erzählt. „Da sind wir ganz oben dabei.“ Eine Neuauflage 2024 ist fest eingeplant. Und womöglich wird aus dem baufälligen Nebengebäude bis dahin doch noch eine Kulturscheune. „Da will ich mit dem Stadtrat noch ein Wort reden.“