Gefällige Vielfalt im Steigerwald | FLZ.de

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Veröffentlicht am 21.06.2022 05:25

Gefällige Vielfalt im Steigerwald

Im Garten des alten Scheinfelder Amtsgerichts erklärten die Imker anlässlich des Naturparktags die Welt der Bienen eindrucksvoll. (Foto: Carmen Wiesinger)
Im Garten des alten Scheinfelder Amtsgerichts erklärten die Imker anlässlich des Naturparktags die Welt der Bienen eindrucksvoll. (Foto: Carmen Wiesinger)
Im Garten des alten Scheinfelder Amtsgerichts erklärten die Imker anlässlich des Naturparktags die Welt der Bienen eindrucksvoll. (Foto: Carmen Wiesinger)

Einen Naturparktag mit vielfältigen Angeboten an etlichen Orten hat der Verein Naturpark Steigerwald veranstaltet – zusammen mit verschiedenen Vereinen und Kommunen. So stand etwa in Scheinfeld der Garten des alten Amtsgerichts offen, und im nahen Iphofen traf man sich am Mittelwald-Pavillon.

Trotz Sommerhitze kamen am Sonntagnachmittag viele Interessierte auf das vor Kurzem von der Stadt Scheinfeld erworbene, und nun erstmals der Öffentlichkeit zugänglich gemachte Anwesen. Das städtische Kulturamt und der Imkerverein Oberer Ehegrund stellten dort, wo ab dem Herbst ein Kindergarten und mittelfristig das Naturparkzentrum ihr Domizil haben werden, die Biene in den Mittelpunkt. Erfahrene Imker und auch Jungimker informierten unter den schattenspendenden Bäumen des stattlichen Amtsgerichtsgeländes die Gäste.

Bienenvölker zu bewundern

Tino Riedel, Vorsitzender des Imkervereins, sorgte unter anderem dafür, dass neben einem Bienenschaukasten und Informationsschriften auch zwei Bienenvölker bewundert werden konnten. Die beiden Bienenbeuten waren etwas abseits des Bewirtungsbereiches im weitläufigen Gerichtsgarten aufgestellt.

Fachkundig wurde erklärt und gezeigt, wie Bienen arbeiten, welche Aufgaben die Königin hat, was die Drohnen tun, woran man beide erkennen kann und wie die Honigbiene die Pollen zu den Waben verbringt – also einiges, was viele mit Staunen aufnahmen. Derartige Veranstaltungen, so hieß es, will die Stadt Scheinfeld demnächst häufiger anbieten – in Kooperation mit Vereinen, die wie die Imker im Natur- und Umweltschutz oder etwa auch kulturell aktiv sind.

Neben der Veranstaltung in Scheinfeld, das Sitz des Naturparkvereins ist, wurde noch in rund zwei Dutzend weiteren Orten der sechs Steigerwald-Landkreise der Naturparktag begangen. So kamen rund 30 Interessierte nach Iphofen zum Mittelwald-Informationspavillon. Dort waren auch die jeweils stellvertretenden Landräte Robert Finster (Kitzingen), Thomas Vizl (Schweinfurt) und Ruth Halbritter (Neustadt/ Aisch-Bad Windsheim) mit dabei; Iphofens Vizebürgermeister Hans Brummer hob ein neues Tourismuskonzept mit Wegebeschilderung hervor, das jedoch nicht darauf abziele, Massen durchzuschleusen.

Halbritter unterstrich, dass der größte Teil der Menschen viel Zeit in geschlossenen Räumen verbringe. Hitzetage wie derzeit ließen deutlich werden, was in der Natur durch die Klimaveränderung kaputt gehe und welche Folgen dies für Menschen habe. Mit dem Naturparktag solle für ein naturverträgliches Leben geworben werden.

Nicht nur Artenschutz, sondern auch Kultur

Der Naturpark erstreckt sich auf die drei fränkischen Regierungsbezirke. Herausragende Waldbestände mit unterschiedlichen Bewirtschaftungsformen wie Mittel- und Hutewald, aber auch Trocken- und Magerrasen mit besonderer Vielfalt bei Pflanzen und Tieren seien zu finden. Naturpark-Geschäftsführerin Sandra Baritsch merkte an, dass der Naturparktag mit Touren, Führungen und Mitmachaktionen seine Vielfalt unter dem Leitwort „Wir sind der Naturpark Steigerwald“ aufzeige.

Rangerin Liliane Irle verwies darauf, dass es nicht alleine um Artenschutz geht, sondern auch um Kultur, den Wald, die Landwirtschaft und den Weinbau. Sie lud zu einem rund einstündigen Rundgang auf dem Mittelwald-Lehrpfad ein, an dem sich rund 25 Personen beteiligten.

Hans-Jochen Teufel/Gerhard Bauer

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