Der Verwaltungsrat des ANregiomed-Krankenhausverbunds hat am Dienstag den Wirtschaftsplan für das kommende Jahr 2025 beschlossen. Dieser geht von einem Defizit in Höhe von 32,44 Millionen Euro aus. Außerdem gaben die Verwaltungsräte Grünes Licht für die Fortsetzung der Bauplanung am Klinikum Ansbach.
Die anstehende Krankenhausreform des Bundes, aber auch die anhaltend schwierige finanzielle Lage hätten den Landkreis Ansbach und die Stadt Ansbach als Träger veranlasst, eine Strategie zur Neuausrichtung des Unternehmens zu entwickeln, heißt es in einer Pressemitteilung von ANregiomed zu der Verwaltungsratssitzung.
In verschiedenen Szenarien wurden bereits mögliche Optionen für eine zukünftige Versorgung im Klinikverbund dargelegt. Sie werden derzeit im Verwaltungsrat beraten. Durch eine Anpassung des Leistungsportfolios unter Berücksichtigung der neuen gesetzlichen Vorgaben wird auch eine deutliche Reduktion des vorhandenen Defizits angestrebt.
ANregiomed-Vorstand Dr. Gerhard M. Sontheimer gibt jedoch zu bedenken: „Veränderungen des Leistungsangebots wirken sich wirtschaftlich, unabhängig des gewählten Szenarios, in frühestens zwei Jahren aus. Die finanzielle Situation in unserem Klinikverbund bleibt also bis auf weiteres stark angespannt.“
Unter anderem werden die in 2025 anstehenden Tarifsteigerungen des Personals nicht durch eine Erhöhung der Vergütungen für erbrachte Leistungen in gleicher Höhe ausgeglichen. Dadurch steigt das Defizit weiter. Mehrerlöse durch sich abzeichnende Leistungssteigerungen werden die Lücke nicht vollständig schließen können.
Zudem mussten Maßnahmen, die bereits für 2024 geplant waren, aufgeschoben werden. Dies entlaste zwar das Jahresergebnis im Jahr 2024, die Kosten fielen jedoch in den Folgejahren an und belasteten folglich die zukünftigen Jahresergebnisse. Dazu gehören unter anderem Planungen im Baubereich, die Umsetzung von Brandschutzmaßnahmen, aber auch der noch anstehende Umzug der Medizinischen Versorgungszentren in Dinkelsbühl und Rothenburg an die Kliniken.
Blieben diese Sondereffekte im Wirtschaftsplan unberücksichtigt, läge das geplante Defizit für 2025 bei rund 28,3 Millionen Euro und damit trotz der gestiegenen Kosten auf dem Niveau des Wirtschaftsplans 2024.
Der Verwaltungsrat hat weiterhin beschlossen, dass die Entwurfsplanung, die für die Fortsetzung der Bauarbeiten am Klinikum Ansbach unabdingbar ist, unabhängig von der Ausarbeitung des Strategieprozesses fortgeführt wird. Mit dem Beschluss werden die weiteren Planungsarbeiten freigegeben. Vor der baulichen Umsetzung wird erneut ein Abgleich mit der Strategie sowie der Förderfähigkeit aller Einzelmaßnahmen erfolgen und wenn nötig die Planung angepasst.
In einer früheren Sitzung des Verwaltungsrats war das Unternehmen aufgefordert worden, mögliche Reduzierungen der Baukosten aufzuzeigen. Dazu wurden jetzt Anpassungen in der Planung beschlossen. Sie betreffen die Dimensionierung der Eingangshalle, eine reduzierte Zahl von Pflegebetten und die Außenanlagen. Eine mögliche Erweiterbarkeit der Bettenkapazität im Hinblick auf zukünftige Bedarfe ist aber baulich weiterhin vorgesehen.