Noch in diesem Jahr will die Stadt Dinkelsbühl in die Neugestaltung des Platzes vor dem Deutschordensschloss einsteigen. Die Verwaltung schlug vor, die 2021 dort umgestürzte Linde mit einem der beiden Bäume, die an der ehemaligen Sparkasse in der Altstadt stehen, zu ersetzen. Der Umgriff dort soll ebenfalls neu gestaltet werden.
Beide Konzepte stellte Achim Auer vom städtischen Bauamt in der Sitzung des Bauausschusses vor. Am Deutschordensschloss entsteht nach den Vorstellungen der Verwaltung ein Ort „mit hoher Aufenthaltsqualität“. Sitzstufen sollen zum Verweilen einladen und das vorhandene Gefälle ausgleichen. Um mehr Raum zu gewinnen, will das Bauamt den nordöstlichen Fahrstreifen auflösen. Gefahren werden kann künftig also nur noch auf der Föhrenberg- und der Turmgasse.
Das Gremium lobte den Entwurf der Verwaltung, manche Mitglieder sahen aber noch Diskussionsbedarf zur Notwendigkeit von Parkplätzen entlang der Föhrenberggasse. Wie Auer erläuterte, wisse das Bauamt durchaus um den Bedarf an Stellplätzen, würde auf diese aber auch verzichten. Dies war letztlich auch das Ergebnis der Diskussion. Einige Meter südöstlich wird in der Föhrenberggasse als Ersatz ein neuer Stellplatz ausgewiesen.
Wie Auer zum Zeitplan mitteilte, müssen die Stadtwerke noch Leitungsarbeiten vornehmen. Diese und das Versetzen des Baumes von seinem jetzigen Standort an der alten Sparkasse zur Föhrenberggasse stünden für dieses Jahr auf dem Programm, die Pflasterarbeiten 2024.
Oberbürgermeister Dr. Christoph Hammer berichtete von Abstimmungsgesprächen mit dem staatlichen Bauamt, wonach sich der Einstieg in die Generalsanierung des Deutschordensschlosses wohl noch einige Jahre hinziehen könnte. Solange wolle man mit der Platzgestaltung vor dem Schloss nicht warten. Die Baukosten bezifferte Hammer auf 150.000 Euro. Da die Fläche entsiegelt werde, sehe es mit Mitteln aus der Städtebauförderung ganz gut aus. Der dazugehörige Antrag wird jetzt vorbereitet.
Unter einem weiteren Tagesordnungspunkt ging es um die Neugestaltung der Fläche zwischen Schranne und ehemaliger Sparkasse, die derzeit zu einem Hotel umgebaut wird. Bei der Platzneugestaltung weicht das derzeitige, grobe Sandsteinpflaster einem Belag aus Kleinsteinen, um auch eine Außenbewirtung des Gastronomiebetriebes zu erleichtern. Der Plattenbelag soll wiederum belassen werden. Die Planung sei, wie OB Hammer anmerkte, mit der Kinderzeche besprochen worden.
Während die eine der großkronigen Linden laut Planung zum Deutschordensschloss umziehen würde, will das Bauamt die andere einige Meter in Richtung Weinmarkt „rücken“. Beides wird von einer Fachfirma erledigt. Klaus Huber (CSU) sah wegen der Größe der Bäume durchaus Handlungsbedarf. Paul Beitzer (SPD) bezweifelte indes, dass der größere der beiden Bäume ein Versetzen überhaupt überleben werde. Er stützte sich auf eine Inaugenscheinnahme durch Fachleute.
Daraus entwickelte sich eine Diskussion über die gestalterische Auswirkung, sollte die Linde im Bereich des Weinmarkts platziert werden. So empfanden beispielsweise Manfred Kiesel, Vertreter des Ortskuratoriums der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, und Architekt Jens Mayer-Eming, der in der Sitzung als Zuhörer Rederecht bekam, den neuen Standort schlecht gewählt und argumentierten mit einer Beeinträchtigung der Blickbeziehungen zum Weinmarkt.
Der Rathauschef ließ darüber entscheiden, ob der große Baum versetzt oder an Ort und Stelle belassen werden soll und formulierte die entsprechende Beschlussvorlage. Die dann folgende 3:3-Abstimmung hatte zum Ergebnis, dass die größere der beiden Linden an ihrem jetzigen Standort bleibt.
Die Kosten für die Platzgestaltung, die in diesem Jahr erfolgen soll, werden auf rund 100.000 Euro geschätzt. Die Stadt Dinkelsbühl hofft bei diesem Projekt ebenfalls auf Fördermittel.